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Kosmonaut

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Die Internationale Raumstation
Am 20. November 1998 hob Sarja (russisch für "Morgenröte") vom Weltraumbahnhof Baikonur ab - das erste Modul der Internationalen Raumstation ISS machte sich auf dem Weg ins All.

Fast zwei Jahrzehnte Planung waren dem vorausgegangen: 1984 hatte US-Präsident Ronald Reagan den Startschuss zum Projekt Freedom (englisch für "Freiheit") gegeben, das in Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, der kanadischen und der japanischen Raumfahrtbehörde realisiert werden sollte.

Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde plötzlich eine Zusammenarbeit zwischen NASA und Roskosmos - der US-amerikanischen und der russischen Raumfahrtbehörde - möglich. Roskosmos in die Planungen der Raumstation einzubeziehen, bot zahlreiche Vorteile: Russland besaß aus dem Saljut- und dem Mir-Programm Erfahrungen mit Raumstationen, verfügte über hervorragend ausgebildete Ingenieure und stellte die Trägerraketen Sojus und Proton bereit.

1993 begannen Roskosmos und NASA mit dem Entwurf einer gemeinsamen Raumstation - der International Space Station (ISS) -, dem sich wiederum die ESA und die Raumfahrtbehörden Kanadas und Japans anschlossen.

Jahrzehnte lang war die Raumfahrt für Ost und West eine Prestigeangelegenheit gewesen, um dem jeweils anderen die eigene Stärke und Überlegenheit zu demonstrieren. Mit der ISS wurde sie plötzlich zum Feld der Kooperation und zum stabilisierenden Faktor der Ost-West-Beziehungen.

Zwei Jahre nach dem Start von Sarja, im November 2000, checkte die erste Besatzung auf der ISS ein: Kommandant William Shepherd aus den USA und die russischen Kosmonauten Juri Gidsenko und Sergei Krikaljow. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Station aus dem Fracht- und Antriebsmodul Sarja, dem Verbindungsknoten Unity, dem russischen Wohn- und Servicemodul Swesda sowie einem Teil der Gitterstruktur mit Solarpaneelen.

Später kamen unter anderem das US-amerikanische Labor Destiny, das europäische Labor Columbus und das japanische Modulsystem Kibō hinzu, außerdem Luftschleusen, Roboterarme und eine Aussichtskuppel. 2011 soll die ISS fertig sein; voraussichtlich wird sie bis etwa 2020 in Betrieb bleiben.