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Lokomotive

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Staats- oder Privatbahn?
Diese Frage stellt sich nicht erst in den letzten Jahren. Zu Beginn der Eisenbahngeschichte war sowohl der Aufbau des Schienennetzes als auch der Betrieb der Züge ausschließlich in privater Hand. Schnell überstiegen die hohen Bau- und Instandhaltungskosten aber die Einnahmen der privaten Betreiber.

Indem die Regierung finanzielle Beihilfen für bauliche Maßnahmen und den Lohn der Arbeiter bereitstellte, erwies sie sich als weitsichtig; der Erfolg der Eisenbahn, ihre Bedeutung für Handel und Gewerbe, ihre schnelle Ausbreitung und relative Zuverlässigkeit machten aus der Eisenbahn, als man sie zur Staatsbahn machte, eine lukrative Einnahmequelle.

Arbeitsplätze bei den staatseigenen Bahnen waren krisenfest, prestigeträchtig und sie nahmen immer mehr zu: Bereits 1907 waren über 75 Prozent aller preußischen Beamten bei der Bahn beschäftigt.

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Das Ende einer Ära
Am 26. Oktober 1977 stellte die Deutsche Bundesbahn (DB) den Betrieb von Dampflokomotiven ein: Um 16:04 Uhr wurde die letzte Lokomotive der Baureihe 043 eingemottet. Um das Ende der schnaufenden Stahlrösser in Westdeutschland zu bekräftigen, erließ die technische Aufsicht der Bundesbahn wenig später das so genannte Dampflokverbot: Von nun an durften auf dem gesamten bundeseigenen Streckennetz keine Dampfloks mehr verkehren - Nostalgiefahrten eingeschlossen.

Begründet wurde das Verbot mit fehlenden Brandschutzstreifen und fehlenden Möglichkeiten, Kohle und Wasser aufzunehmen. Zudem bemühte sich die DB um ein sauberes Image: Um der wachsenden Konkurrenz durch den Straßenverkehr etwas entgegenzusetzen, wollte die Bahn als umweltfreundliches Verkehrsunternehmen punkten. Die Bundesbahn hatte sich, so hieß es damals in einem Slogan, "das Rauchen abgewöhnt".

Bereits im Laufe der 1950er Jahre begann die Umstellung auf moderne Diesel- und Elektrolokomotiven. Neben einem höheren Wirkungsgrad zeichneten sich die beiden neuen Antriebsarten durch geringere Unterhaltskosten, höhere Zug- und Laufleistungen und einem besseren Bedienkomfort für Lokführer aus. Ein Heizer war nun nicht mehr nötig.

In den 1970er Jahren verschwanden Dampfloks endgültig von den Schienen. Das hatte zur Folge, dass auch Ausbesserungswerke (AW) für Dampfloks ihre Aufträge verloren und schließen mussten. Das Werk in Braunschweig mit rund 550 Beschäftigten war 1974 das letzte noch verbliebene AW der Bundesbahn. Mehr als das Zerlegen von ausgemusterten Dampfloks war für die Facharbeiter aber nicht zu tun.

Das Dampflokverbot der Deutschen Bundesbahn geriet im Laufe der Jahre immer mehr in Kritik, bis es im Jahr 1985 im Hinblick auf das 150-jährige Jubiläum der deutschen Eisenbahn aufgehoben wurde. Um Traditionsbewusstsein zu zeigen, dampften bei Fahrzeugparaden auch wieder die Schornsteine der guten alten Loks.

Übrigens: Während in Westdeutschland bereits in den 1970er Jahren das Ende der Dampflokomotiven eingeläutet wurde, endete der Einsatz der Dampf-Loks bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR auf Normalspur erst am 29. Oktober 1988.

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Hat die Dampflok ausgedient?
Bahnexperten glauben, dass die Dampfrösser wahrscheinlich zu schnell von den Schienen verbannt wurden. Das haben auch die Schweizer Tüftler von der Dampflokomotiven- und Maschinenfabrik Winterthur erkannt: Seit einigen Jahren bauen sie erfolgreich dampfbetriebene Loks, die besonders in Entwicklungsländern reißenden Absatz finden.

Bei gleicher Zugkraft sei die Dampflok deutlich kostengünstiger, wissen die Konstrukteure. Außerdem entfielen bei der Dampftechnik die ortsfesten Anlagen einer Elektrotraktion, etwa Fahrleitungen und Unterwerke.