Die Kraft im Zylinder
Das Bedürfnis, über etwas zu verfügen, was herkömmliche Muskelkräfte um ein Mehrfaches übertrifft, ist uralt. Am Ende der Kette sollte etwas stehen, das sicher ist, gut steuerbar und mobil.Niederdruckdampfmaschine von James Watt: 1769 erhielt der Erfinder darauf ein Patent. (Meyers Konversationslexikon,
4. Auflage)
4. Auflage)
Heißer Dampf gezähmt
Mit Erfindung der Dampfmaschine begann - historisch betrachtet - die Motorenentwicklung. Der englische Ingenieur Thomas Savery und der Eisenhändler Thomas Newcomen konstruierten erste Dampfmaschinen für den Einsatz in Bergwerken, da Pumpen und Gebläse leistungsfähigere Antriebe benötigten. Nach über zehnjähriger Entwicklungsarbeit wurde 1712 in einem Kohlebergbau in Staffordshire eine erste Dampfmaschine in Betrieb genommen.
"Mobile Feuermaschine"
1769 baute Nicolas Cugnot, ein französischer Artillerieoffizier, im Auftrag des Militärs erstmalig ein Transportfahrzeug mit Dampfantrieb, das auf der Straße fahren konnte. Mit vier Kilometern pro Stunde war Cugnot auf seiner fünf Tonnen schweren, "mobilen Feuermaschine" unterwegs, selten länger als eine Viertelstunde, da er spätestens dann Wasser aufzufüllen oder Kohle nachzulegen hatte. Der französische Offizier war damit im wahrsten Sinne des Wortes ein Chauffeur - ein Heizer.
Stephensons Rocket von 1829: Die ersten Dampfloks fuhren noch auf Schienen aus Hartholz.
In der Folge setzte eine rasante Entwicklung ein: Dampfkutschen und Dampfomnibusse schaukelten schnaufend und zischend über die Straßen Englands und Frankreichs, mancher Dampfkessel explodierte während der bis zu dreißig Stundenkilometer schnellen Fahrt.
Ein skurriles Fahrzeug war der von Dr. William Church gebaute Dreirad-Doppelstock- Dampfbus, der mit bis zu fünfzig Fahrgästen im Linienverkehr zwischen Birmingham und London eingesetzt war - und das ohne umzukippen. Wem so etwas zu gefährlich war, der nutzte lieber das neumodische Velociped.
Geburt der Lokomotive
Die wohl bedeutendste Entwicklung entsprang einer Idee des englischen Maschinenbauers Richard Trevithick: Er konstruierte einen leistungssteigernden Hochdruckkessel, der es zuließ, dass 1804 eine selbstfahrende Schienenzugmaschine für eine Bergwerksbahn in Betrieb genommen werden konnte. Die erste Dampflokomotive war geboren. Nur wenige Jahre später eröffneten George und Robert Stephenson mit der Strecke Stockton-Darlington die erste Bahnlinie der Welt. 1835 nahm die erste deutsche Eisenbahnverbindung zwischen Nürnberg und Fürth und zwei Jahre später die erste französische Bahnlinie ihren Betrieb auf. Dampfbetriebene Züge machten die Welt immer mehr zum Dorf.
Von einem ehemaligen Kellner erfunden: Gasmotor - System Lenoir - aus dem Jahr 1861. (Bild: Meyers Konversationslexikon, 1872)
Kind mit vielen Vätern
Die Entwicklung des Verbrennungsmotors war eine schwere Geburt. Viele Väter waren beteiligt, die Vaterschaft ist umstritten. So wurden theoretische Grundlagen schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts, im tiefsten Dampfmaschinenzeitalter, entdeckt - und erste Versuche gemacht. Stellvertretend für die geistigen Urväter des Verbrennungsmotors seien hier der Schweizer Major Isaac de Rivaz und der schottische Pfarrer Robert Sterling genannt...
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Die Vorläufer
Dampfmaschinen arbeiteten, indem man heißen Wasserdampf unter Druck in ein Zylindergehäuse mit Kolben einleitete. Die durch Expansion des Dampfes entstehende kinetische Energie, die zur linearen Auf- und Ab-Bewegung des Kolbens führte, wandelte ein Balancier genannter Kurbeltrieb in für den Pumpenantrieb mechanisch verwertbare Bewegungen um.
Immer ausgefeiltere Systeme erhöhten den Wirkungsgrad: James Watt verfeinerte mit der Erfindung des separaten Dampfkondensators die Dampftechnologie. 1769 erhielt Watt das Patent auf seine direkt wirkende Niederdruckmaschine. Unzählige weitere sollten folgen.
Zum Beispiel sorgten ein ebenfalls von Watt entwickelter Schubkurbeltrieb, ein Zentrifugalregler und schwere Schwungräder nun für gleichmäßigen und ruhigen Lauf. Von den Schwungrädern wurde die Kraft von Schubstangen oder Transmissionsriemen zu den jeweiligen Aggregaten übertragen. Die Wandlung der linearen Bewegung der Kolben in eine Drehbewegung ist ein Element, das auch bei den später erfundenen Verbrennungsmotoren zum Einsatz kam.
Dampfmaschinen arbeiteten, indem man heißen Wasserdampf unter Druck in ein Zylindergehäuse mit Kolben einleitete. Die durch Expansion des Dampfes entstehende kinetische Energie, die zur linearen Auf- und Ab-Bewegung des Kolbens führte, wandelte ein Balancier genannter Kurbeltrieb in für den Pumpenantrieb mechanisch verwertbare Bewegungen um.
Immer ausgefeiltere Systeme erhöhten den Wirkungsgrad: James Watt verfeinerte mit der Erfindung des separaten Dampfkondensators die Dampftechnologie. 1769 erhielt Watt das Patent auf seine direkt wirkende Niederdruckmaschine. Unzählige weitere sollten folgen.
Zum Beispiel sorgten ein ebenfalls von Watt entwickelter Schubkurbeltrieb, ein Zentrifugalregler und schwere Schwungräder nun für gleichmäßigen und ruhigen Lauf. Von den Schwungrädern wurde die Kraft von Schubstangen oder Transmissionsriemen zu den jeweiligen Aggregaten übertragen. Die Wandlung der linearen Bewegung der Kolben in eine Drehbewegung ist ein Element, das auch bei den später erfundenen Verbrennungsmotoren zum Einsatz kam.



