Motor gegen die Armut
Rudolf Diesel konstruierte den bis heute effizientesten Verbrennungsmotor. Der Sohn eines Handwerkers sah in seiner Jugend die Familie verarmen. Der neue Motor sollte Abhilfe schaffen.Rudolf Diesel, um 1905: Er erfand den bis heute effizientesten Verbrennungsmotor.
Auf dem absteigenden Ast
Rudolf Diesel wollte die Welt verändern. 1858 in Paris geboren, als zweites von drei Kindern deutscher Auswanderer, erlebt er in seiner Kindheit, wie die Familie verarmt. Der Vater, gelernter Buchbinder, näht zuhause Lederwaren und verkauft sie an Händler. Sobald er kräftig genug ist, muss Rudolf die Ware für den Vater ausliefern - nach der Schule, die er immerhin noch besuchen kann.
Zuflucht zur Technik
Dort wird Diesel von den französischen Mitschülern gehänselt. Obwohl er das Französische perfekt beherrscht, bleibt er doch Deutscher, und damit verdächtig. Außerdem ist er lernfreudig und hochintelligent - für seine Klassenkameraden also ein unausstehlicher Streber. So hat Rudolf weder Freizeit noch Freunde. Sein Refugium ist das Musée des Arts et Métiers, das Museum der Pariser Ingenieursschule. Dorthin schleicht der wissbegierige Junge zwischen Schule und Arbeit, studiert und zeichnet Maschinen.
Zeitalter der Maschinen
Es ist die hohe Zeit der industriellen Revolution: der Mensch stürzt sich in die Arme der Mechanik. Die Zahl der Erfindungen explodiert, Maschinen sind die neuen Heilsbringer, der Glaube an die Allmacht der Technik erstarkt so sehr, dass ihn erst Jahrzehnte später ein Eisberg am Rumpf der Titanic brechen kann. Dampf zischt in allen großen Fabriken, treibt rund um die Uhr immer ausgefeiltere Maschinen an, die klaglos die Arbeit Dutzender Handwerksmeister ersetzen und sich von ungelernten Arbeitern bedienen lassen.
Neue Heimat
Auch Rudolf Diesels Vater ist ein solcher Handwerker, einer, dessen Handarbeit zu langsam und zu teuer ist. Immer härter und immer mehr muss er arbeiten, für immer weniger Geld - die Familie verarmt. Während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 flüchten die Diesels nach London, der dreizehnjährige Rudolf findet Aufnahme bei einem Onkel in Augsburg. Hier geht Rudolf Diesel auf die Gewerbeschule, die neugebaute Maschinenfabrik Augsburg (MA - die spätere MAN) wird sein neues Refugium. Diesel will Ingenieur werden - gegen den Willen der Familie, die ihn für die Werkstatt des Vaters vorgesehen hat.
Billig, leicht, leistungsfähig
Diesel hingegen weiß, dass das Handwerk seines Vaters ohne Zukunft ist. Maschinen arbeiten schneller und billiger. Überleben kann nur, wer selbst eine Maschine besitzt. Doch Dampfmaschinen sind groß, schwer und unerschwinglich für kleine Handwerker wie seinen Vater. Diesel begreift, dass die teuren Dampfmaschinen ausschließlich kapitalstarke Fabrikanten begünstigen und deren Reichtum vermehren, während sie ehemalige Handwerker zwingen, als Arbeiter in die Fabriken zu gehen. Eine kleinere Maschine müsste es geben, billiger, leichter, leistungsfähiger: rationeller. Rudolf Diesel will sie bauen...
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Der Dieselmotor...
ist ein Verbrennungsmotor, der mit zwei oder vier Takten laufen kann. Im Unterschied zu Benzinmotoren kommen Dieselmotoren ohne Zündkerzen aus. Sie saugen reine Luft an und verdichten sie, bis eine Temperatur von 700 bis 900 Grad Celsius erreicht ist. Dann erst wird der Kraftstoff eingespritzt, der sich sofort von selbst entzündet.
Der hohe Druck garantiert eine effiziente Verbrennung - bis heute hat der Dieselmotor den höchsten Wirkungsgrad aller Verbrennungsmotoren. Damit sind hohe Leistungen bei niedrigen Betriebskosten möglich. Nahezu jeder LKW und jedes Schiff fährt mit Dieselmotor. Sein Nachteil ist die massive und schwere Bauweise, die durch den großen Druck in seinem Inneren nötig ist.
Dieselmotoren können mit einer Vielzahl von Brennstoffen arbeiten. Rudolf Diesel benutzte Petroleum, experimentierte aber auch mit Benzin, Rohöl und Gas. Selbst die Verwendung von Pflanzenöl ("Bio-" oder genauer "Agrodiesel") schlug er schon vor über hundert Jahren vor, um sich dem Preisdiktat der Ölkonzerne entziehen zu können.
Als "Diesel" wird im Prinzip jeder Kraftstoff bezeichnet, der in einem Dieselmotor läuft. Heute an Tankstellen erhältlicher Diesel ist Petroleum noch entfernt ähnlich; er besteht aus einer Mischung aus Kerosin, Leichtgas- und Schwergasölen, Pflanzenölen und verschiedenen Zusatzstoffen, die das Brennverhalten steuern.
ist ein Verbrennungsmotor, der mit zwei oder vier Takten laufen kann. Im Unterschied zu Benzinmotoren kommen Dieselmotoren ohne Zündkerzen aus. Sie saugen reine Luft an und verdichten sie, bis eine Temperatur von 700 bis 900 Grad Celsius erreicht ist. Dann erst wird der Kraftstoff eingespritzt, der sich sofort von selbst entzündet.
Der hohe Druck garantiert eine effiziente Verbrennung - bis heute hat der Dieselmotor den höchsten Wirkungsgrad aller Verbrennungsmotoren. Damit sind hohe Leistungen bei niedrigen Betriebskosten möglich. Nahezu jeder LKW und jedes Schiff fährt mit Dieselmotor. Sein Nachteil ist die massive und schwere Bauweise, die durch den großen Druck in seinem Inneren nötig ist.
Dieselmotoren können mit einer Vielzahl von Brennstoffen arbeiten. Rudolf Diesel benutzte Petroleum, experimentierte aber auch mit Benzin, Rohöl und Gas. Selbst die Verwendung von Pflanzenöl ("Bio-" oder genauer "Agrodiesel") schlug er schon vor über hundert Jahren vor, um sich dem Preisdiktat der Ölkonzerne entziehen zu können.
Als "Diesel" wird im Prinzip jeder Kraftstoff bezeichnet, der in einem Dieselmotor läuft. Heute an Tankstellen erhältlicher Diesel ist Petroleum noch entfernt ähnlich; er besteht aus einer Mischung aus Kerosin, Leichtgas- und Schwergasölen, Pflanzenölen und verschiedenen Zusatzstoffen, die das Brennverhalten steuern.



