Arbeitsmaschinen
Die automatischen Helfer tun manches, was sonst Menschen tun müssten: von der Montage in der in der Fertigung über anstrengende Pflegedienste bis hin zum Servieren.Actroid DER aus Japan kann auf mehrere Sprachen reagieren. Obwohl ein Android, neigt dieser Roboter nicht zur Rebellion. (Bild: Gnsin, Lizenz: CreativeCommons)
Den Ausdruck Roboter in seiner heutigen Bedeutung prägten nicht Wissenschaft oder Industrie, sondern die Literatur. Der tschechische Schriftsteller Karel Čapek (1890 bis 1938) verwendete den Begriff erstmals in seinem 1920 erschienenen Drama R.U.R. (Rossums universale Roboter).
Abgeleitet ist das Wort vom tschechischen robota für Fron- oder Zwangsarbeit. In Karel Čapeks R.U.R. entwickeln Menschen intelligente mechanische Maschinen - Roboter - die ihnen als billige Arbeitskräfte dienen. Die dem menschlichen Körper nachempfundenen Roboter aber rebellieren gegen ihre Schöpfer und löschen schließlich die menschliche Kultur aus.
Multifunktionale Werkzeuge
So dramatisch muss es natürlich nicht kommen. Zumal Roboter eben nicht gleich Roboter ist. Es gibt heute unzählige Definitionen des Begriffs. Eine grobe Einteilung lässt sich anhand der Kategorien Mehrachsigkeit, Flexibilität und Programmierbarkeit vornehmen.
Ganz allgemein sind Roboter multifunktionale, umprogrammierbare Werkzeuge, die dazu dienen, Materialien, Teile, andere Werkzeuge oder spezialisierte Geräte anhand programmierter Bewegungsabläufe zu bewegen, um Serien von Aufgaben zu erledigen.
Roboter Michelle besteht aus Greifarm, Kameraaugen und Steuercomputer. Als Kombination von Sensorik, Elektronik und Motorik ist sie ein typischer Roboter für einfache Aufgaben in der Fertigung.
Weiter Weg
Mit einer dreifingrigen Roboterhand, drei Gelenken und insgesamt zwölf Freiheitsgraden der Bewegung, lassen sich über neunzig Prozent aller möglichen Handbewegungen simulieren. Zur Orientierung dienen optische Sensoren für Tast- und Sehfunktionen, die im sichtbaren oder infraroten Licht arbeiten.
Doch der Weg von Čapeks schöner Idee bis zu solchen nützlichen "Sklaven" war weit. Erst in den 1950er Jahren begann ein regelrechter Forschungsboom, weil der Bedarf nach Maschinen stieg, die Tätigkeiten von Menschen ausführen können. Besonders Automobilhersteller waren am Einsatz solcher Maschinen interessiert.
Erfunden hat den Industrieroboter übrigens der US-amerikanische Firmengründer und Ingenieur George Devol (1912 bis 2011). Zusammen mit Joseph F. Engelberger gründete Devol 1956 die weltweit erste Robotikfirma und entwickelte erste funktionsfähige Industrieroboter. General Motors setzte Roboter ab 1961 für kommerzielle Zwecke ein.
Fast nur aus Armen
Diese Roboter bestanden hautsächlich aus Armen und konnten Objekte von einem Ort zum anderen bewegen. Bereits sechs Jahre später orientierte sich der Roboter Shakey im Inneren eines Gebäudes. Die Roboter der 1980er Jahre besaßen eben bereits sensorische Fähigkeiten und wählten beispielsweise aus einem Sortiment von Schrauben bestimmte Exemplare aus.
Fast schon betagt ist dieser Bierdosen- Servierer: Er stammt aus dem Jahr 2005. Doch Serviceroboter haben Zukunft!
Generell kommen Roboter überall dort zum Zuge, wo es für Menschen gefährlich und gesundheitsschädlich werden kann. Oder dort, wo Menschen unter hohem Risiko arbeiten müssen - an explosionsgefährdeten oder radioaktiven Orten beispielsweise. Fahrbare Roboter entschärfen bei Polizei und Militär Bomben. Sie können aber auch tief im Meer, wo der Mensch längst keinen Sauerstoff mehr hätte, für wichtige Messungen Verwendung finden.
In Zukunft serviceorientiert
Auch den Haushalt sollen die Arbeitsmaschinen, so genannte Serviceroboter, bald erobern - ob nun Putzroboter, die den Boden wischen oder Assistenten für Haushalt und Betreuung, die kranke und pflegebedürftige Menschen im Alltag unterstützen. Aber im Unterschied zu den Industrierobotern, die ja schon seit mehr als fünfzig Jahren im Einsatz sind, steht die Service-Robotik noch ziemlich am Anfang.
Susanne Haldrich (aktualisiert 02.05.2012)
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Infobox
Das Wort Android...
tauchte das erste Mal um 1730 in England auf. Es geht auf den Philosophen und Chemiker Albertus Magnus (1200 bis 1280) zurück, der einen künstlichen Menschen erschaffen wollte.
Seit Jahrzehnten arbeiten Forscher daran, Roboter zu entwickeln, die auf Menschen und auf ihre eigene Umwelt reagieren. Für solche menschenähnlichen Roboter - Humanoiden - gibt es zwei Bezeichnungen: Androiden und Cyborgs.
Ein Androide, wie etwa Film-Androide Lieutenant Commander Data vom Raumschiff Enterprise, ist ein Roboter, der optisch vom Menschen schwer zu unterscheiden ist und sich menschenähnlich verhält.
Die gruseligere und definitorisch umstrittenere Variante ist allerdings der Cyborg - ein Mischwesen zwischen Maschine und lebendigem Organismus. Der Begriff stammt von zwei Wissenschaftlern, die für die Raumfahrt künstliche Menschen züchten wollten.
Der Körper des Cyborgs ist genau wie dessen Organe künstlich - nur das Gehirn ist das eines Menschen. Einige Forscher behaupten, dass auch Menschen mit technischen Implantaten wie Herzschrittmachern oder künstlichen Gliedmaßen der Definition eines Cyborgs entsprächen.
tauchte das erste Mal um 1730 in England auf. Es geht auf den Philosophen und Chemiker Albertus Magnus (1200 bis 1280) zurück, der einen künstlichen Menschen erschaffen wollte.
Seit Jahrzehnten arbeiten Forscher daran, Roboter zu entwickeln, die auf Menschen und auf ihre eigene Umwelt reagieren. Für solche menschenähnlichen Roboter - Humanoiden - gibt es zwei Bezeichnungen: Androiden und Cyborgs.
Ein Androide, wie etwa Film-Androide Lieutenant Commander Data vom Raumschiff Enterprise, ist ein Roboter, der optisch vom Menschen schwer zu unterscheiden ist und sich menschenähnlich verhält.
Die gruseligere und definitorisch umstrittenere Variante ist allerdings der Cyborg - ein Mischwesen zwischen Maschine und lebendigem Organismus. Der Begriff stammt von zwei Wissenschaftlern, die für die Raumfahrt künstliche Menschen züchten wollten.
Der Körper des Cyborgs ist genau wie dessen Organe künstlich - nur das Gehirn ist das eines Menschen. Einige Forscher behaupten, dass auch Menschen mit technischen Implantaten wie Herzschrittmachern oder künstlichen Gliedmaßen der Definition eines Cyborgs entsprächen.
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Regeln für Roboter
"Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen" - das erste Robotergesetz. Das zweite heißt: "Ein Roboter muss den Befehlen des Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz." Und das dritte Robotergesetz lautet: "Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem ersten und/oder zweiten Gesetz widerspricht."
Diese drei Robotergesetze dienen heute vielen Entwicklern als Leitfaden - und sind sozusagen ein Roboter-Verhaltenskodex, der das Zusammenleben zwischen Menschen und Maschinen regeln soll.
Wie der Roboter-Begriff sind die Robotergesetze der Literatur entsprungen: der in Russland geborene Isaac Asimov (1920 bis 1992), Biochemiker und produktiver Schriftsteller (er veröffentlichte knapp fünfhundert Bücher!), beschrieb seine Grundsätze, die zunächst nur für literarische Roboter gedacht waren, erstmals 1950 in I, Robot, einer Sammlung von Science-Fiction-Erzählungen.
Asimov hat auch Begriffe erfunden, die mittlerweile ganz allgemein in die Science-Fiction-Sprache eingeflossen sind - wie beispielsweise positronisch (1941) als Antonym zu elektronisch und Robotik (1942).
"Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen" - das erste Robotergesetz. Das zweite heißt: "Ein Roboter muss den Befehlen des Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz." Und das dritte Robotergesetz lautet: "Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem ersten und/oder zweiten Gesetz widerspricht."
Diese drei Robotergesetze dienen heute vielen Entwicklern als Leitfaden - und sind sozusagen ein Roboter-Verhaltenskodex, der das Zusammenleben zwischen Menschen und Maschinen regeln soll.
Wie der Roboter-Begriff sind die Robotergesetze der Literatur entsprungen: der in Russland geborene Isaac Asimov (1920 bis 1992), Biochemiker und produktiver Schriftsteller (er veröffentlichte knapp fünfhundert Bücher!), beschrieb seine Grundsätze, die zunächst nur für literarische Roboter gedacht waren, erstmals 1950 in I, Robot, einer Sammlung von Science-Fiction-Erzählungen.
Asimov hat auch Begriffe erfunden, die mittlerweile ganz allgemein in die Science-Fiction-Sprache eingeflossen sind - wie beispielsweise positronisch (1941) als Antonym zu elektronisch und Robotik (1942).



