KI - Freund oder Feind?
Im Unterschied zu den hochentwickelten Industrierobotern sind humanoide Roboter noch grün hinter den Ohren - und weit entfernt vom alten Ziel der Forscher, autonom zu agieren.Asimo - ein fortgeschrittener humanoider Roboter. In Japan wird sein Name ashimo ausgesprochen; zu deutsch "auch Beine".
Während Literatur und Film schon seit Jahren den Untergang des Menschen durch übermächtige autonome Roboter prophezeien, werkeln die Entwickler der humanoiden Roboter noch immer daran, ihren Schützlingen laufen, sprechen und greifen beizubringen.
Bei Asimo etwa, dem am weitesten fortgeschrittenen humanoiden Roboter, von Honda entwickelt, gibt es keinerlei Autonomie. Noch immer ist er auf menschliche Operatoren angewiesen, die im Hintergrund die Befehle geben.
Nur vierzig Minuten
Die Hardware des immer noch aktuellen Forschungsmodells, des Asimo 2005, ist 130 Zentimeter groß und wiegt 54 Kilogramm. Eine integrierte Stromversorgung ermöglicht Asimo das Gehen oder Treppensteigen. Aber nach vierzig Minuten ist Schluss - Batterie leer. Der Roboter bewegt sich nur nach programmierten Bewegungen und ist nicht in der Lage, selbstständig mit seiner Umwelt zu interagieren.
Seine Intelligenz reicht lediglich dazu aus, menschliche Silhouetten zu erkennen, auf ein paar Handsignale sowie einen begrenzten Satz japanischer Kommandos zu reagieren. Seit 2007 sind zwei ASIMOs auch in Deutschland im Einsatz. Sie dienen am CoR-Lab der Universität Bielefeld zur Untersuchung von Bewegungen.
Der Ausdruck Künstliche Intelligenz wird nicht nur als Bezeichnung für eine bestimmte Eigenschaft verwendet, sondern ist auch der Name des Forschungsgebiets. In diesem Sinn ist Künstliche Intelligenz ein Teilbereich der Informatik.
Eine Intelligenz zu erschaffen, die wie der Mensch denken und Probleme lösen kann, die am sozialen Leben teilnehmen und durch Beobachtung, Interaktion und Kommunikation lernen soll, die sich also durch Bewusstsein beziehungsweise Selbstbewusstsein sowie durch Emotionen auszeichnet - das ist Ziel der so genannten starken KI.
Simulation intelligenten Verhaltens
Einige Forscher, meist Vertreter der schwachen KI, bezeichnen die starke Variante heute abschätzig als Gofai, als Good Old-Fashioned Artificial Intelligence (die gute altmodische Künstliche Intelligenz). Denn im Gegensatz zur starken KI geht es der schwachen KI um konkrete Probleme, zu deren Lösung es einer bestimmten Form von Intelligenz bedarf. Nicht die Erschaffung von Bewusstsein steht hier im Mittelpunkt, sondern die Simulation intelligenten Verhaltens.
Entwicklungen aus dem schwachen KI-Bereich erzielen schon lange enorme Fortschritte und begegnen uns im täglichen Leben. Die Handschrifterkennung ermöglicht es, elektronische Notizen zu machen. Bremsassistenten in Autos sorgen dafür, dass der notwendige Pedaldruck drastisch reduziert wird, um eine Vollbremsung auszulösen. In Computerspielen dienen die Algorithmen, die in der KI entwickelt wurden, dazu, computergesteuerte Mitspieler intelligenter erscheinen zu lassen.
Aibos treten im Robocup (Roboterfußball) gegeneinander an und spielen hier um die Weltmeisterschaft.
Auch die Unterhaltungselektronik hat die Künstliche Intelligenz schon entdeckt. In asiatischen Ländern und den USA erfreuen sich elektronische Haustiere großer Beliebtheit. Bekanntester Vertreter ist Sonys Aibo. Er kann laufen, sprechen und hat eine eingebaute Kamera. Auf seinem Visor kann er mittels Leuchtdioden seinen Gemütszustand (glücklich, wütend, traurig) signalisieren.
Bei Aibos Alubruder i-Cybie von Hasbro koordinieren insgesamt 16 Motoren die Bewegungsabläufe beim Kratzen hinterm Ohr, Männchenmachen oder Handstand. Mit Hilfe von Sensoren orientiert er sich im Raum.
Gleichberechtigung für gleiche Fähigkeiten?
Was aber, wenn irgendwann Künstliche Intelligenz geschaffen wird, die sich menschlich wie intellektuell auf dem gleichen Niveau wie wir befindet? Die KI müsste gleichberechtigt behandelt werden, weil sie doch die gleichen Fähigkeiten wie die Menschen besäße. Denn einmal angenommen, etwas ist intelligent, ist sich selbst bewusst und zu Emotionen fähig - was anderes ist dieses künstliche Etwas als ein Lebewesen?
Oder ist es das doch nicht? Möglich wäre, dass mancher so argumentiert und denkt, die KI sei wie die "dummen" Industrieroboter ein Konstrukt und verdiene damit nur den Status des menschlichen Eigentums. Müssten beziehungsweise würden dann die intellektuellen, humanoiden Roboter als Sklaven ohne jegliche Rechte existieren?
Ulrike Wolf (aktualisiert 03.05.2012)
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Infobox
Person aus Silikon und Stahl
Zwei braune Augen strahlen aus ihrem freundlichen Gesicht. Höflich antwortet die junge Frau auf die Frage, woher sie komme, mit sanfter Stimme: "Aus Japan. Dort wurde ich gebaut." Actroid, so der Name der Dame mit den glänzenden schwarzen Haaren und dem zurückhaltenden Lächeln, ist ein Roboter.
Adrett gekleidet - mal im Kostüm, mal im Kimono - arbeitet sie als Messehostess für die Firma, die die zarte Person aus Silikon und Stahl erschaffen hat. Humanoide Roboter wie Actroid werden dem Menschen immer ähnlicher - gemacht: Vor allem japanische Forscher arbeiten gezielt an der Entwicklung so genannter Partnerroboter, die fähig sind, emotionale Beziehungen zum Menschen aufzubauen.
Das setzt aber voraus, dass die Maschinen dem Menschen nicht nur ähneln, sondern sich auch so verhalten wie er. Noch erinnern die meisten Exemplare in Mimik, Gestik und Körperbewegungen nur wenig an ihr natürliches Vorbild.
Über die Perfektionierung der Silikon-Stahl-Sensoren-Maschinen grübelt Professor Hiroshi Ishigoro an der Universität Osaka. Höhepunkt seiner bisherigen Forschung: ein Double von sich selbst. Der selbsternannte "japanische Frankenstein" schuf ein ferngesteuertes Ebenbild mit exakt nachgeahmten Gesichtszügen und identischer Mimik.
Wie ein Zwillingspaar treten Ishigoro und sein Geminoid stets im gleichen Dress auf. Manchmal schickt der Professor seinen Doppelgänger in den Hörsaal, statt selbst die Vorlesung zu halten. Zwar sorgen Sensoren an seinen Lippen für originalgetreue Mundbewegungen bei der Kopie - sprechen muss Ishigoro aber immer noch selbst.
Zwei braune Augen strahlen aus ihrem freundlichen Gesicht. Höflich antwortet die junge Frau auf die Frage, woher sie komme, mit sanfter Stimme: "Aus Japan. Dort wurde ich gebaut." Actroid, so der Name der Dame mit den glänzenden schwarzen Haaren und dem zurückhaltenden Lächeln, ist ein Roboter.
Adrett gekleidet - mal im Kostüm, mal im Kimono - arbeitet sie als Messehostess für die Firma, die die zarte Person aus Silikon und Stahl erschaffen hat. Humanoide Roboter wie Actroid werden dem Menschen immer ähnlicher - gemacht: Vor allem japanische Forscher arbeiten gezielt an der Entwicklung so genannter Partnerroboter, die fähig sind, emotionale Beziehungen zum Menschen aufzubauen.
Das setzt aber voraus, dass die Maschinen dem Menschen nicht nur ähneln, sondern sich auch so verhalten wie er. Noch erinnern die meisten Exemplare in Mimik, Gestik und Körperbewegungen nur wenig an ihr natürliches Vorbild.
Über die Perfektionierung der Silikon-Stahl-Sensoren-Maschinen grübelt Professor Hiroshi Ishigoro an der Universität Osaka. Höhepunkt seiner bisherigen Forschung: ein Double von sich selbst. Der selbsternannte "japanische Frankenstein" schuf ein ferngesteuertes Ebenbild mit exakt nachgeahmten Gesichtszügen und identischer Mimik.
Wie ein Zwillingspaar treten Ishigoro und sein Geminoid stets im gleichen Dress auf. Manchmal schickt der Professor seinen Doppelgänger in den Hörsaal, statt selbst die Vorlesung zu halten. Zwar sorgen Sensoren an seinen Lippen für originalgetreue Mundbewegungen bei der Kopie - sprechen muss Ishigoro aber immer noch selbst.



