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Trabant

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Liebe fürs Leben
1991 lief in Zwickau der letzte Trabant vom Band. Obwohl viele Halter ihren Trabi in der Wendezeit abmeldeten und verschrotteten, ist das Gefährt nicht von den Straßen verschwunden. Im Jahr 2010 sind immerhin noch über 30.000 "Rennpappen" in Deutschland angemeldet.

Fanclubs feiern den Trabi als Kultauto, für andere ist er einfach nur ein günstiger fahrbarer Untersatz. Er ist pflegeleicht, kaum störanfällig und leicht zu reparieren: Trabifreunde bieten im Internet Ersatzteile und Reparaturanleitungen an; und auf Trabitreffen fachsimpeln Fahrer stundenlang über die Technik.

Wahre Bastler bauen ihre Gefährte zu Wunderkarossen um. Stretchlimousinen hat der eine oder andere vielleicht schon gesehen, aber es gibt auch den "Sauna-Trabi", das "Papa-Mobil" mit Glasaufbau - dem Papst gewidmet - oder den Trabi mit Bratwurstgrill und Sonnenschirm. Gelegenheit zum Vorzeigen solcher Unikate bieten übers Jahr verteilt Dutzende Treffen, zum Beispiel das jährliche Internationale Trabantfahrer Treffen (ITT) in Zwickau, veranstaltet vom Verein InterTrab.

Bei solchen Treffen können Clubs und Trabigemeinschaften ihre Fahrzeuge präsentieren und sich im Wettkampf messen. Wie leistungsstark der Trabant ist, stellt er bei technischen Einzelwettkämpfen unter Beweis. Bastler wetteifern um die beste Zeit beim Rad- oder Motorwechsel. Mitunter gibt es auch kuriose Wettbewerbe, wie das Trabi-Wettschieben oder das Rollen übers Trabi-Dach. Wendigkeit und Kraft der "Rennpappen" werden auch auf Rallyes getestet.

Mit Hilfe von Trabifreunden und Trabiliebhabern wird der "Plastikbomber" wohl noch einige Zeit bestehen. Denn Gefallen an ihm findet auch die neue Generation, diejenige, die "ihre Kindheit nicht im Trabi verbracht hat" - so sieht es der Bad Köstritzer Trabibesitzer Bert Oehlgardt. Und Oehlgardt weiß auch, was das Besondere am Trabant ist: "seine Renitenz gegen eine schnelllebige Zeit, in der jede Sekunde zählt". (Christiane Nienhold)