Drei Bären
Sie hatten es schwer mit dem Menschen. Dabei ist nicht mal die Rede von der Jagd. Nein, es geht um Bären in der Kultur, brutal erschlagen, würdelos dressiert - und gerettet.Denken wir uns für einen Moment ins Jahr 80 n. Chr.: Gerade hat Kaiser Titus von seinem sterbenden Vater Vespasian die Macht übernommen. Und gerade ist, nach neun Jahren harter Arbeit, das Kolosseum fertiggestellt. Hunderttägige Spiele unterhalten nun das Volk: Gladiatoren weihen sich dem Caesar, nachgestellte Seeschlachten toben auf dem riesigen Areal, dazu Tierhetzen - mit Massen von Tieren. Um die fünftausend "Bestien" verlieren allein in jenen hundert Tagen ihr Leben, notiert der Historiker Cassius Dio. Wie viele davon Bären waren, weiß niemand.
Zügellose Grausamkeit?
Seit Tierfänger mit den Legionen auch durch die Wälder Galliens und Germaniens zogen, zählte der Bär zu den häufigsten Akteuren bei solchen Venationen, wie die Römer ihre brutalen Tierspiele nannten: Bär gegen Löwe, Gladiator gegen Bär, da zerschlug gar ein Bär einem verurteilten Verbrecher den Schädel... Das Publikum johlte. War das Motiv nur zügellose Grausamkeit? Darf der zivilisierte Mensch der Gegenwart deshalb nur mit Abscheu auf das Spektakel blicken?
Nicht die Zeit für Zweifel
Ja und nein. Man muss die Sitten der Zeit eben auf dem Hintergrund der Zeit verstehen: Im ersten Jahrhundert nach Christus erstrahlte das Imperium Romanum in vollem Glanz. Keinen Anlass gab es für Bedenken und Zweifel: etwa an der Überlegenheit von Römern über Barbaren, oder an der naturgegebenen Herrschaft des Menschen über die "Bestie". Die "Bestie" galt allerdings auch im Akt der Unterwerfung nicht als verächtlich; der Bär, der mit dem Gladiator kämpfte, war ein würdiger Gegner. Sogar auf "Waffengleichheit" legten die Römer Wert: Gladiatoren führten nicht das Schwert, allenfalls setzten sie Keule und Dolch gegen des Bären Pranken ein. Recht oder Unrecht - der Respekt des Publikums galt beiden Kontrahenten. Bären zu zähmen wäre für die römische Hochkultur Barbarei gewesen. Unterhaltungsobjekt und Gegner in der Arena - das war die erste Gestalt des Bären, in der er, jenseits seiner Wälder, auf kultivierte Menschen traf.
Das Bärenwunder heißt dieses Bild: Der Heilige reist über die Alpen, ein Bär trägt seine Last. (Gemälde von Jan Polack)
Jede Kultur tritt irgendwann in ihre Verfallsphase ein. Parallel zum Verfall des Römischen Imperiums verlief der Aufstieg des Christentums. Das Verhältnis zur Natur und damit zur "Bestie" unterlag einem Wandel: Wieder ging es um Stärke, doch diesmal im Glauben. Ausdruck des Wandels sind kurios anmutende Heiligenlegenden: So soll einst ein Bär das Lasttier des Heiligen Maximin (4. Jahrhundert n. Chr.) getötet haben. Kraft seines Glaubens "bekehrte" der Heilige alsdann den Bären - und ließ diesen, anstelle des ausgefallenen Lasttiers, die Gepäckstücke tragen.
Dressur und Humanität
"Dankbarkeit" zeigte gar der Bär des Heiligen Gallus (6. Jahrhundert): Das Raubtier blieb bei dem Heiligen als Diener, nachdem der ihm einen Dorn aus der Pfote gezogen hatte. Mit dem Christentum kommt also das Motiv der Dressur in die Geschichte. Dabei kritisierten die Christen früh die Brutalität der Arena. Aus späterer Sicht mag das als Zugewinn an Humanität gewertet werden. Verloren ging freilich die Achtung vor dem anderen, wilden Wesen: Der Bär, der in der Blütezeit der römischen Kultur, die Pranke nach vorn, aufrecht sterben darf - muss in der von Bekehrungseifer getragenen Verfallskultur als Tanzbär leben. Der Tanzbär ist die zweite historische Form des Bären, bei seinem Zusammentreffen mit der Kultur...
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Braunbären sind klassische Großraubtiere. Sie gehören zur Familie der Großbären (Ursidae Ursus), wie auch Eisbär, Brillenbär und Grizzlybär. Als große Landraubtiere von gedrungener Gestalt mit Stummelschwanz und dickem Pelz, fressen sie alles, was ihnen vor die Schnauze kommt - zum Großteil allerdings Pflanzen und Früchte. Eine Ausnahme bildet der Eisbär, der sich durch sein Leben in der Polarregion überwiegend von anderen Großtieren wie Robben oder Walrossen sowie Fischen ernährt.
Von Europa, Nord- und Mittelasien bis nach Nordamerika findet man viele Unterarten des Braunbären. In Alaska lebt das größte Landraubtier der Erde - der Kodiakbär. Das Männchen wird bis zu drei Meter groß. Zu den kleinsten Arten der Braunbären zählen die Bären der Alpen, die fast ausgestorben sind. Sie werden nur bis ein Meter siebzig groß und siebzig Kilogramm schwer.
Braunbären gehören zu den intelligentesten Tierarten. Ihre Neugierde ist sehr ausgeprägt, ebenso ihre Lernfähigkeit. In der Regel sind Braunbären aber scheue Tiere. Sie gehen Menschen aus dem Weg, lange bevor diese ihre Anwesenheit ahnen. Sie greifen nur an, wenn sie Gefahr für ihren Nachwuchs oder für sich selbst fürchten.
Mit pflanzlicher Nahrung decken Bären rund drei Viertel ihres Bedarfs an Futter. Im Spätsommer und Herbst sind sie besonders hungrig, weil jetzt der Fettvorrat für den Winter angefressen werden muss. Die Nahrung besteht aus Eicheln, Bucheckern, Kastanien und Beeren aller Art. Gelegentlich töten sie auch Schafe und Rinder, weil diese leichter zu erbeuten sind als Wildtiere.
Zwischen September und November beziehen Braunbären ihr Winterlager in Felshöhlen oder anderen Vertiefungen, die sie mit Zweigen und Laub abdecken. Sie verfallen in einen Halbschlaf, nehmen monatelang keine Nahrung auf, trinken nichts und scheiden weder Kot noch Urin aus. Um zu überleben, bauen sie ihre Fettreserven ab. Diesen natürlichen Rhythmus können Bären im Zoo nicht ausleben: Dort halten sie keinen Winterschlaf.
Von Europa, Nord- und Mittelasien bis nach Nordamerika findet man viele Unterarten des Braunbären. In Alaska lebt das größte Landraubtier der Erde - der Kodiakbär. Das Männchen wird bis zu drei Meter groß. Zu den kleinsten Arten der Braunbären zählen die Bären der Alpen, die fast ausgestorben sind. Sie werden nur bis ein Meter siebzig groß und siebzig Kilogramm schwer.
Braunbären gehören zu den intelligentesten Tierarten. Ihre Neugierde ist sehr ausgeprägt, ebenso ihre Lernfähigkeit. In der Regel sind Braunbären aber scheue Tiere. Sie gehen Menschen aus dem Weg, lange bevor diese ihre Anwesenheit ahnen. Sie greifen nur an, wenn sie Gefahr für ihren Nachwuchs oder für sich selbst fürchten.
Mit pflanzlicher Nahrung decken Bären rund drei Viertel ihres Bedarfs an Futter. Im Spätsommer und Herbst sind sie besonders hungrig, weil jetzt der Fettvorrat für den Winter angefressen werden muss. Die Nahrung besteht aus Eicheln, Bucheckern, Kastanien und Beeren aller Art. Gelegentlich töten sie auch Schafe und Rinder, weil diese leichter zu erbeuten sind als Wildtiere.
Zwischen September und November beziehen Braunbären ihr Winterlager in Felshöhlen oder anderen Vertiefungen, die sie mit Zweigen und Laub abdecken. Sie verfallen in einen Halbschlaf, nehmen monatelang keine Nahrung auf, trinken nichts und scheiden weder Kot noch Urin aus. Um zu überleben, bauen sie ihre Fettreserven ab. Diesen natürlichen Rhythmus können Bären im Zoo nicht ausleben: Dort halten sie keinen Winterschlaf.



