Kleine Attraktionen
Fischotter haben einen hohen Anspruch an die Natur. Wo sich die schwimmenden Marder wohl fühlen, gibt es keine Gifte, die ins Wasser gelangen. Die Umwelt ist dort im Gleichgewicht.Beim Schwimmen liegen Nase, Augen und Ohren auf einer Linie. So muss der Otter seinen Kopf nur leicht aus dem Wasser heben.
Perfekt angepasst
In freier Wildbahn verstecken sich Fischotter tagsüber in Höhlen, die sie vor allem an den Böschungen von Flüssen und Seen errichten. In ihrem jeweiligen Revier besitzen sie meist mehrere Unterschlupfe, auch verlassene Dachsbauten nahe der Ufer sind willkommen. Eigentlicher Lebensraum ist jedoch das Wasser, dort bewegen sich Fischotter dank ihres stromlinienförmigen Körpers, des glatt anliegenden Fells und der Schwimmhäute zwischen den Zehen ausgesprochen flink.
Elegante Schwimmer
Bis zu vierzehn Stundenkilometer erreichen die geschickten Schwimmer auf kurzen Strecken, tauchen knapp vierhundert Meter am Stück - ideal, um Fische zu fangen. Gut ein Kilogramm Nahrung benötigt der Fischotter pro Tag, wobei er sich nicht allein auf Fisch festgelegt hat, sondern auch vor anderen Kleintieren nicht haltmacht. Jagdgebiet des Fischotters ist also hauptsächlich das Wasser. Hier wirken sich die spezialisierten Linsen seiner Augen günstig aus, die perfekt auf das Sehen beim Tauchen ausgerichtet sind. Weder seine feine Nase noch die empfindlichen Ohren können ihm bei der Jagd helfen, sie sind unter Wasser fest verschlossen.
Zweisamkeit gibt es lediglich während der Paarungszeit: Das Männchen wird nach verrichtetem Dienst vertrieben.
Liegt ein dichtbesetztes Fischzuchtbecken in seinem Jagdgebiet, kann der Fischotter regelrecht in einen Blutrausch geraten: Dann fängt und tötet er eine größere Menge an Beute, als er essen kann - das hat ihm viele Fischer zum Feind gemacht.
Agile Einzelgänger
Auch an Land sind Fischotter ziemlich flink. Auf so genannten Otterstiegen durchstreifen sie ihr Revier, das bis zu vierzig Kilometer entlang der Uferlinien reichen kann. Sie markieren es mit intensiv duftendem Kot. Fischotter sind Einzelgänger, selten dringen Konkurrenten in ihr Revier ein und wenn, dann werden die ungebetenen Gäste rasch verjagt. Einzig Weibchen dürfen ihre kleineren Reviere in die größeren der Männchen legen. Dabei kann sich ihr Gebiet mit den Territorien mehrerer Männchen überschneiden. Kommt es zum Treffen der Geschlechter, ist jederzeit eine Paarung möglich: Weibchen sind über das ganze Jahr hinweg fruchtbar.
Wasserscheue Jungen
Nach erfolgter Befruchtung trennt sich das Paar. Das Weibchen ist nun neun Wochen mit ein bis maximal fünf Jungen trächtig. Rund vier Wochen dauert es, bis die Kleinen ihre Augen öffnen, vorher kuscheln sie sich noch an ihre Mutter und lassen es sich gut gehen. Verlieren sie den Kontakt zu ihr, bricht ein Riesenkrach aus, der an Vogelgezwitscher erinnert - laut, aber meist ohne Folgen. Denn Wolf, Luchs und Seeadler, allesamt natürliche Feinde des Fischotters, sind sehr selten.
Nach acht Wochen verlassen die Nesthocker ihren Bau. Gut einen Monat später müssen sie unbedingt schwimmen lernen. Anfangs ist der Nachwuchs noch recht wasserscheu, so dass Mutter nachhelfen muss: Dann packt sie ihre Jungen und zieht sie rigoros unter Wasser, wo sie die Kleinen aus den Pfoten lässt.
Aufmerksam beobachtet der Fischotter das Revier. Weder Eindringlinge noch Beutetiere entgehen seinem Blick.
Dank ihres flauschigen Fells tauchen die unerfahrenen Schwimmer von ganz allein auf und treiben an der Wasseroberfläche. Der Rest geht schnell: Innerhalb weniger Tage haben sie sich an das nasse Element gewöhnt und tollen herum. Mehrere Monate bleiben die Kleinen noch bei ihrer Mutter, ehe sie sich eigene Reviere suchen.
In freier Wildbahn wird man heute kaum einem Fischotter begegnen, doch in Aufzuchtstationen und Zoos lassen sich ihre Eleganz im Wasser, die trickreichen und verspielten Bewegungen, beobachten - viel spannender also, als etwa ein regungslos verharrendes Krokodil.
Daniel Najock (04.05.2004/aktualisiert Christian Fleck 05.05.2009)
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Infobox
Der Fischotter...
(Lutra Lutra) gehört zur Gattung der Altweltotter (Lutra) und zur Familie der Marder (Mustelidae). Im Volksmund wird er auch Wassermarder genannt. Da es auch in anderen Gegenden der Welt Fischotter gibt, ist die korrekte Bezeichnung für die in Deutschland heimische Art Eurasischer Fischotter.
Er lebt bevorzugt an flachen, fließenden Gewässern mit vielen Verstecken. Seine Hauptnahrung sind Fische. Otter fressen aber auch alle anderen Tiere, die sie erjagen können: dazu zählen beispielsweise Krebse, Enten, Hühner oder Ratten.
Erwachsene Tiere kommen auf eine Länge von 110 bis 130 Zentimetern, alleine ihr Schwanz macht davon 40 Zentimeter aus. Sie können ein maximales Gewicht von sieben bis zwölf Kilogramm erreichen. In freier Wildbahn werden Fischotter bis zu dreizehn Jahre alt, in Gefangenschaft auch älter.
Da völlig unberührte Flussufer selten geworden sind, zählt der Fischotter zu den bedrohtesten Säugetieren Europas. Umweltverschmutzung und die erst 1968 verbotene Jagd nach seinem dichten Fell haben den Otter in Deutschland fast ausgerottet. Auf nur 700 Tiere schätzen Fachleute seine Population. Sie nimmt dank strenger Umweltschutzvorschriften und den Bemühungen von Tierschutzorganisationen allerdings wieder zu.
(Lutra Lutra) gehört zur Gattung der Altweltotter (Lutra) und zur Familie der Marder (Mustelidae). Im Volksmund wird er auch Wassermarder genannt. Da es auch in anderen Gegenden der Welt Fischotter gibt, ist die korrekte Bezeichnung für die in Deutschland heimische Art Eurasischer Fischotter.
Er lebt bevorzugt an flachen, fließenden Gewässern mit vielen Verstecken. Seine Hauptnahrung sind Fische. Otter fressen aber auch alle anderen Tiere, die sie erjagen können: dazu zählen beispielsweise Krebse, Enten, Hühner oder Ratten.
Erwachsene Tiere kommen auf eine Länge von 110 bis 130 Zentimetern, alleine ihr Schwanz macht davon 40 Zentimeter aus. Sie können ein maximales Gewicht von sieben bis zwölf Kilogramm erreichen. In freier Wildbahn werden Fischotter bis zu dreizehn Jahre alt, in Gefangenschaft auch älter.
Da völlig unberührte Flussufer selten geworden sind, zählt der Fischotter zu den bedrohtesten Säugetieren Europas. Umweltverschmutzung und die erst 1968 verbotene Jagd nach seinem dichten Fell haben den Otter in Deutschland fast ausgerottet. Auf nur 700 Tiere schätzen Fachleute seine Population. Sie nimmt dank strenger Umweltschutzvorschriften und den Bemühungen von Tierschutzorganisationen allerdings wieder zu.



