Überlebenskünstler
In Feld, Wald und Wiese lebt dieser putzige Geselle. Aber halt! Der Fuchs ist nicht nur putzig. Zwar gelten alle Füchse als scheu, enge Nachbarschaft zum Menschen scheuen sie dennoch wenig.Bis zu fünf Junge auf einmal bringt ein Rotfuchsweibchen zur Welt, manchmal auch mehr.
Kulturfolger Fuchs
Der Fuchs hat sich angepasst: Nunmehr kommen in bevölkerten Arealen, zwischen Vorgärten und Straßen, oft mehr Füchse vor als auf ähnlich großen Flächen in der freien Natur. Kulturfolger nennen das Experten: Abfälle, überfahrene Tiere, der Unrat unserer Zivilisation ist für den Fuchs zur Nahrungsgrundlage geworden.
Hierfür hat der Rotfuchs ein paar nützliche Eigenschaften, sie sind ihm angeboren: Die Vorliebe fürs unterirdische Leben gehört dazu. Unsere tiefen Keller mögen ihn an seinen Bau erinnern, sind daher bevorzugter Aufenthaltsort. Und sich unterm Gitter in den Hühnerstall wühlen - natürlich kein Problem! Sein Talent zum Graben macht den Rotfuchs sogar feuerfest: Selbst wenn oben der Waldbrand tobt, im Versteck unter der Erde hält sich die Hitze in Grenzen.
Beinah ein Allesfresser
Mehr noch aber hilft dem Roten, dass er so gar kein Feinschmecker ist: Als liebste Jagdbeute - die Jäger machen es ihm zum Vorwurf - gilt ihm das so genannte Niederwild, also Hase, Kaninchen, Fasan, Taube, Rebhuhn und mehr. Fehlt das, sind allerdings zur Not auch Mäuse fällig, oder Aas, oder vegetarische Kost: nämlich Beeren. Der Fuchs ist beinah ein Allesfresser.
Die Meute und die Gentlemen: Fuchsjagd als Aristokraten-Vergnügen.
Clever und scheu, geht das zusammen? Beim Fuchs offenbar: Denn der kriecht gern erst bei hereinbrechender Dämmerung aus dem Bau, wenn um ihn herum alles ruhig scheint. Die Nacht sieht den Einzelgänger dann richtig aktiv, besonders im Januar und Februar - zur Paarungszeit. Wie viel Nachwuchs ein Fuchspaar in die Welt setzt, hängt ab vom Umfang des Reviers: Ist das eigene Territorium groß, steigt die Geburtenzahl.
Töten Jäger sehr viele Füchse, schaffen sich jene, die übrig bleiben, größere Reviere, was wiederum die Fruchtbarkeit erhöht. Auch mit Blick auf die Erhaltung seiner Sippe ist der Fuchs eben ziemlich ausgefuchst. Die Füchsin, Fähe genannt, wirft nach einer Tragzeit von nur fünfzig Tagen drei bis fünf Junge, manchmal auch mehr. Während der ersten Tage ist der Nachwuchs blind, wiegt zwischen 80 und 160 Gramm - etwa so viel wie ein Maulwurf. Schon nach rund zehn Monaten hat der geschlechtsreife Fuchs bis zu zehn Kilo auf den Rippen und ist dann, den buschigen Schweif nicht mitgerechnet, knapp einen Meter lang.
Jagen oder nicht?
Ob man den Fuchs hierzulande jagen soll, das ist eine schwierige Frage: Wie bei jedem nicht unter Naturschutz stehenden Räuber läuft die Debatte sehr kontrovers. Das Niederwild sei bedroht durch stärker werdende Fuchspopulationen, meinen die Jäger. Jagdgegner hingegen plädieren auf bleifreie Luft im Walde, denn das Gleichgewicht in der Natur stelle sich ja von selber her. Einstweilen freilich wird gejagt, mit Flinte und Hund und Falle, vom Hochsitz, am Köder, vorm Bau.
Begabter Opportunist
Dem Artentod nah ist der Fuchs trotz allem nicht. Zu schlau? Aber ist Schläue wirklich das richtige Wort? Wir fassen zusammen: Fuchs frisst, was er kriegen kann, zeugt Nachwuchs, so der leben kann, lebt selber, wo er Futter findet. Fuchs ist nicht schlauer als andere Tiere. Er ist nur ein begabter - Opportunist.
Michael Schmittbetz (aktualisiert 15.04.2010)
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Der Fuchsbandwurm...
ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs befällt. Neben Kleinnagern können auch Katzen, in selteneren Fällen Hund und Mensch betroffen sein. Fressen Haustiere infizierte Mäuse, werden sie zu so genannten Endwirten, in deren Darm sich geschlechtsreife Bandwürmer entwickeln.
Für die Tiere ist der Befall weniger gefährlich als für den Menschen. Gelangen Bandwurmeier über den Magen in den Darm, können von dort aus Larven in Leber oder Lunge wandern, wo sie sich zu wuchernden Zysten, so genannten Finnen, entwickeln. Im Laufe der Zeit werden dadurch die Organe weitgehend zerstört.
Der mit Bandwurmeiern befallene Kot der Haustiere ist Ansteckungsquelle Nummer eins. Allerdings muss der Mensch Bandwurmeier mit dem Mund aufnehmen, um sich zu infizieren. Im Umgang mit Vierbeinern ist Hygiene der beste Infektionsschutz. Hände dürfen nicht ungewaschen zum Mund geführt werden. Auch sollten Hunde und Katzen, die in der Nähe von Fuchspopulationen gehalten werden, regelmäßig entwurmt werden.
ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs befällt. Neben Kleinnagern können auch Katzen, in selteneren Fällen Hund und Mensch betroffen sein. Fressen Haustiere infizierte Mäuse, werden sie zu so genannten Endwirten, in deren Darm sich geschlechtsreife Bandwürmer entwickeln.
Für die Tiere ist der Befall weniger gefährlich als für den Menschen. Gelangen Bandwurmeier über den Magen in den Darm, können von dort aus Larven in Leber oder Lunge wandern, wo sie sich zu wuchernden Zysten, so genannten Finnen, entwickeln. Im Laufe der Zeit werden dadurch die Organe weitgehend zerstört.
Der mit Bandwurmeiern befallene Kot der Haustiere ist Ansteckungsquelle Nummer eins. Allerdings muss der Mensch Bandwurmeier mit dem Mund aufnehmen, um sich zu infizieren. Im Umgang mit Vierbeinern ist Hygiene der beste Infektionsschutz. Hände dürfen nicht ungewaschen zum Mund geführt werden. Auch sollten Hunde und Katzen, die in der Nähe von Fuchspopulationen gehalten werden, regelmäßig entwurmt werden.
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Die Jagd geht weiter
Revolution in England? Sturm gar auf das britische Unterhaus? Fast könnte man sie so deuten, die Bilder, die im Herbst 2004 über alle Fernsehkanäle gingen. Stein des Anstoßes war die Jagd auf den Fuchs, nach guter alter englischer Art. Das Britische Unterhaus wollte dem aristokratischen Getümmel ein Ende setzen, und brachte prompt traditionsbewusste Jäger gegen sich auf.
Jäger sogar ganz ohne Waffen, wohlgemerkt, denn ein Schießgewehr braucht in England keiner. Den Akt des Tötens in Wald und Feld vollzieht eine Meute Hunde, scharf gemacht bis zur Raserei. Mit Abstand erst folgen die Gentlemen zu Pferd. Was von der Beute übrig bleibt, spottet schließlich jeder Beschreibung: ein blutiger Klumpen Fleisch.
Tierschützer prangern das wenig gentlemenlike Treiben schon lange an. Aber Vetos des Oberhauses - unterstützt von der Royal Family - verhinderten bis dato den legalen Stopp. Per Sondergesetz erzwang das Unterhaus am 15. September 2004 ein Verbot der brutalen Hetzjagd - eine "Kriegserklärung" in den Augen der überzeugten Verfechter des blutigen Sports. Bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten denn auch während der Abstimmung; 19 Menschen wurden bei den Tumulten verletzt, mehrere festgenommen.
Und der Fuchs? Kann er seitdem unbehelligt von Jagdgesellschaften durchs Revier streifen? Von wegen: Der Hunting Act lässt genügend Schlupflöcher für Jagdliebhaber. Zu Tausenden gehen sie weiterhin auf die Pirsch, erledigen den Roten entweder auf legale Weise (per Gewehr) oder verfolgen künstlich gelegte Spuren und hoffen, dass ihren für die Hetzjagd gezüchteten Hunden nicht ein echter Fuchs vor die Nase kommt. Dann nämlich droht die Verhaftung. Das Thema wird die Briten jedenfalls auch in Zukunft beschäftigen.
Revolution in England? Sturm gar auf das britische Unterhaus? Fast könnte man sie so deuten, die Bilder, die im Herbst 2004 über alle Fernsehkanäle gingen. Stein des Anstoßes war die Jagd auf den Fuchs, nach guter alter englischer Art. Das Britische Unterhaus wollte dem aristokratischen Getümmel ein Ende setzen, und brachte prompt traditionsbewusste Jäger gegen sich auf.
Jäger sogar ganz ohne Waffen, wohlgemerkt, denn ein Schießgewehr braucht in England keiner. Den Akt des Tötens in Wald und Feld vollzieht eine Meute Hunde, scharf gemacht bis zur Raserei. Mit Abstand erst folgen die Gentlemen zu Pferd. Was von der Beute übrig bleibt, spottet schließlich jeder Beschreibung: ein blutiger Klumpen Fleisch.
Tierschützer prangern das wenig gentlemenlike Treiben schon lange an. Aber Vetos des Oberhauses - unterstützt von der Royal Family - verhinderten bis dato den legalen Stopp. Per Sondergesetz erzwang das Unterhaus am 15. September 2004 ein Verbot der brutalen Hetzjagd - eine "Kriegserklärung" in den Augen der überzeugten Verfechter des blutigen Sports. Bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten denn auch während der Abstimmung; 19 Menschen wurden bei den Tumulten verletzt, mehrere festgenommen.
Und der Fuchs? Kann er seitdem unbehelligt von Jagdgesellschaften durchs Revier streifen? Von wegen: Der Hunting Act lässt genügend Schlupflöcher für Jagdliebhaber. Zu Tausenden gehen sie weiterhin auf die Pirsch, erledigen den Roten entweder auf legale Weise (per Gewehr) oder verfolgen künstlich gelegte Spuren und hoffen, dass ihren für die Hetzjagd gezüchteten Hunden nicht ein echter Fuchs vor die Nase kommt. Dann nämlich droht die Verhaftung. Das Thema wird die Briten jedenfalls auch in Zukunft beschäftigen.




