Der Meg
Noch vor zwölftausend Jahren, da lebte der Allergrößte unter den großen Meeresräubern: Auf vierzehn Meter Länge soll er es gebracht haben. Warum aber starb jener Hai aus?Wie bei fast jedem Tier sind die Zähne des Meg unterschiedlich lang. Dieser hier misst rund dreißig Zentimeter.
Inspirieren ließen sich die Macher solcher Kinoschinken auch von Zufallsfunden vergilbter, dafür umso riesigerer Zähne - meist auf dem Grund des Pazifiks. Sie sind das vermutlich letzte Relikt einer Riesenhai-Art, welche bis vor ungefähr zwölftausend Jahren gelebt haben soll: Carcharocles (oder Carcharodon) Megalodon ist ihr wissenschaftlicher Name.
Leicht übertrieben
Wie riesig war der Meg? Darüber stritten lange Zeit die Museumsbetreiber. Grund: wieder die Zähne, genauer gesagt das Gebiss. Setzt man es nämlich willkürlich aus Zahnfunden zusammen, ergeben sich leicht Gesamtlängen für das bissige Tier von zwanzig Metern und mehr (die Körpergröße kann aus der Größe des Maules abgeleitet werden). Heute, bei soliderer dentistischer Rekonstruktion, scheinen Längen zwischen 12 und 14 Metern realistisch. Auch das ist ja noch ganz schön gewaltig!
Eine andere Sache als naturwissenschaftliche Fakten sind geheimnisvoll klingende Legenden um den Meg. Warum starb der robuste Fisch während der letzten, eher harmlosen Eiszeit aus - hat er doch in seiner sechzig Millionen Jahre dauernden Gattungsgeschichte viel Schlimmeres überstanden? Oder ist er uns in Wahrheit erhalten geblieben? Bei solchen Fragen kommt die Stunde der Krypto-Zoologen - jener Menschen, die das Verborgene im Tierreich suchen und ans versteckte Dasein manch unbekannter, verschollener oder monströser Tierart glauben.
Drunten im Ozean
Ein fundamentales Fisch-Krypto-Zoologen-Argument ist die topografische Beschaffenheit der Erde: 62 Prozent der Erdoberfläche liegen unter eintausend Metern, etwa 53 Prozent unter dreitausend Metern und immer noch 39 Prozent unterhalb von viertausend Metern - tief drunten im dunklen Ozean. Viel Raum für totgesagte Riesenhaie.
Garantien für das Verschwinden des Riesen kann tatsächlich niemand geben: Was man nicht sieht, muss nicht zwingend nicht existieren. Der Clou wäre, wenn es etwa gelänge, einen weißen Meg-Zahn zu finden! Unlängst zeigten Tiefseeforscher in der BBC den Zahn eines Megalodon, der nicht älter als elftausend Jahre sein kann. Schritte in die richtige Richtung? Liegt der Schluss nahe, dass der Meg irgendwo ein Nischendasein führt?
Ruhe bewahren!
Nun, sollte das 14-Meter-Raubtier nicht doch irgendwann die Besucher eines Badestrands in Panik versetzen, wird die Frage wohl unbeantwortet bleiben. Wenn der Urhai genau das täte, was immerhin denkbar ist, sollten wir auf jeden Fall ganz ruhig sein: Meg will bloß spielen, Menschen lohnen sich nicht.
Michael Schmittbetz (aktualisiert 14.09.2011)
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Infobox
Ist der Meg mit dem Weißen Hai verwandt?
Lange hat man das angenommen. Erst vor kurzem fanden Forscher heraus, dass der Weiße Hai (Carcharodon Carcharias) nicht vom Megalodon abstammen kann, da beide Arten bereits zur selben Zeit, im Miozän und im Pliozän (vor 24 bis 1,7 Millionen Jahren) lebten. Allerdings besiedelten sie vermutlich sehr unterschiedliche Lebensräume. Deshalb wurde der Meg schließlich umgetauft: vom Carcharodon Megalodon zum Carcharocles Megalodon.
Warum war der Meg überhaupt dermaßen riesig, im Schnitt mehr als doppelt so groß wie ein heute lebender Weißer Hai? Ein Grund könnte die im Verlauf der Erdgeschichte wachsende Vielfalt der Beutetier-Arten gewesen sein. Die Räuber selbst spezialisierten sich, entweder auf größere oder auf weniger große Nahrung: Jagte der Meg vorwiegend Wale, hatte der Weiße Hai eben etwas kleinere Opfer zwischen den Kiefern. Da war eine weniger auffallende Erscheinung angemessener.
Lange hat man das angenommen. Erst vor kurzem fanden Forscher heraus, dass der Weiße Hai (Carcharodon Carcharias) nicht vom Megalodon abstammen kann, da beide Arten bereits zur selben Zeit, im Miozän und im Pliozän (vor 24 bis 1,7 Millionen Jahren) lebten. Allerdings besiedelten sie vermutlich sehr unterschiedliche Lebensräume. Deshalb wurde der Meg schließlich umgetauft: vom Carcharodon Megalodon zum Carcharocles Megalodon.
Warum war der Meg überhaupt dermaßen riesig, im Schnitt mehr als doppelt so groß wie ein heute lebender Weißer Hai? Ein Grund könnte die im Verlauf der Erdgeschichte wachsende Vielfalt der Beutetier-Arten gewesen sein. Die Räuber selbst spezialisierten sich, entweder auf größere oder auf weniger große Nahrung: Jagte der Meg vorwiegend Wale, hatte der Weiße Hai eben etwas kleinere Opfer zwischen den Kiefern. Da war eine weniger auffallende Erscheinung angemessener.



