Der perfekte Staat
Der Begriff emsig leitet sich von Emse ab, einer alten Bezeichnung für Ameise. Ihr lateinischer Name Formica erinnert ans Körnertragen. Dabei dient die Ameise immer einer großen Sache - dem Kollektiv.Es ist kaum zu glauben: Im Innern dieses Haufens stecken Ordnung und Disziplin.
Bis in den Tod
Alles ist bis ins kleinste Detail organisiert: Pilze und Vieh werden gezüchtet, Honig und Milch in großen Vorratsräumen gespeichert. Arbeitsteilung in allen Bereichen sichert das Überleben: Erziehung des Nachwuchses, Erhalt des Straßennetzes - alles wird gemeinschaftlich erledigt. Dabei sind die einzelnen Individuen so selbstlos, dass sie sich für die Gemeinschaft opfern, notfalls bis in den Tod.
Sozialistische Monarchie?
Soldaten verteidigen dieses System gegen Feinde und rücken manchmal zum Angriff aus. An der Spitze steht die Königin. Schöner und größer als ihre Untertanen, hat sie sich den Erhalt ihres Staates und seines Volkes zum obersten Prinzip gemacht, ist dabei nie herrschsüchtig, gibt nie Befehle. Eine Monarchie also, mit sozialistischem Ansatz? Realitätsfremde Utopie? Mitnichten, es gibt sie wirklich: Eine Staatsform, die überall zu finden ist, auf der gesamten Erde. Doch ihre Einwohner sind nur wenige Millimeter groß: Ameisen.
Traum der Theoretiker
Wie können diese kleinen Tiere nur derart erfolgreich sein, etwas schaffen, wovon Staatstheoretiker schon lange träumen: den perfekt funktionierenden Staat? Zugegeben, sie hatten hierfür auch etwas länger Zeit als viele andere Organismen. Vor etwa hundert Millionen Jahren, in der Kreidezeit - also mitten unter Dinosauriern - haben Ameisen begonnen, ihre ersten Staaten zu gründen. Das System brachte Erfolg und die Ameisen kolonialisierten die Welt. Vorsichtig geschätzt soll sich die Gesamtpopulation der Ameisen auf etwa zehntausend Billionen belaufen. Myrmekologen, Ameisenforscher, nehmen an, dass das Gesamtgewicht aller Ameisen - eine Ameise wiegt zwischen sechs und zehn Milligramm - zusammen das Gesamtgewicht aller Menschen übersteigt.
Superorganismus in Aktion: Beim Nestbau hat jede Ameise ihre spezielle Aufgabe.
Von jeher schließen sich die Ameisen zu Gruppen zusammen, um ihr Überleben zu sichern, wohnen in Hügeln, Bäumen oder unter der Erde: Sie nutzen sämtliche Lebensräume, die Insekten zugänglich sind, und passen sich ihrer Umgebung an. Betrachtet man einen dieser Haufen aus der Nähe, liegt die Vermutung nahe, das wilde Treiben sei ein unkoordiniertes Gewimmel. Doch im Ameisenstaat ist alles genauestens geplant und aufgeteilt: Kommunikation, Geburtenkontrolle und Orientierung laufen über ein ausgefeiltes System von Duftstoffen, das Informationen schnell und präzise weitergibt.
Gemeinschaft ohne Anführer
"Eine für alle, alle für eine" lautet die Devise, nach der Ameisen leben. Eusozial nennen Fachleute dieses Verhalten. Übersetzt heißt das: wirklich sozial. Der Ameisenstaat gilt als Superorganismus, der durch das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Bausteine selbst schwierigste Probleme wie Nestbau oder Futtersuche scheinbar mühelos bewältigt - und das bei einer Millionenpopulation und meist nur einer Monarchin. Doch nicht die Königin gibt an, was im Staate zu geschehen hat, denn der Ameisenstaat ist eine Gemeinschaft ohne Anführer: ein dezentrales System, in dem jedes Individuum von Natur aus weiß, wo sein Platz in der Gesellschaft ist...
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Rund zwei Drittel aller bekannten Lebewesen gehören zur Klasse der Insekten. Über eine Million Arten wurden bisher gezählt - nur ein Bruchteil von den dreißig bis fünfzig Millionen Arten, die nach Schätzungen von Wissenschaftlern existieren.
Insekten rechnet man zu den ersten Lebewesen auf der Erde. Sie zeichnen sich unter anderem durch außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit aus. Insekten sind sowohl in den kältesten als auch in den heißesten Gebieten der Erde zu Hause. Das Meer haben allerdings nur wenige Arten für sich entdeckt. Bemerkenswert ist, dass seit der Trias-Periode (vor 230 Millionen Jahren) nur eine einzige Insektenordnung ausgestorben ist.
Insekten kennzeichnet ihr Körperbau. Er gliedert sich durch Einkerbungen (Insecta = "Eingeschnittene") in Kopf, Brust und Hinterleib. Der Kopf besteht aus sechs zusammengewachsenen Segmenten. Dort befinden sich die Facettenaugen, drei Paar Mundwerkzeuge und zwei Fühler.
Der Brustbereich ist aus nur drei Segmenten zusammengesetzt, die je ein Beinpaar haben (Hexapoda = "Sechsfüßer"). Bei höheren Arten liegen hier auch noch die Flügelpaare. Der Hinterleib ist ursprünglich in elf Segmente unterteilt, die aber im Laufe der Evolution teilweise zusammengewachsen sind. Dort haben Geschlechtsorgane und Eingeweide ihren Platz.
Neben Krebsen, Tausendfüßern und Spinnentieren gehören die Insekten zum Stamm der Gliedertiere. Spinnen sind also keine Insekten. Sie unterscheiden sich dadurch von Insekten, dass Kopf und Brustteil verschmolzen sind und dass sie acht statt sechs Beine haben.
Insekten rechnet man zu den ersten Lebewesen auf der Erde. Sie zeichnen sich unter anderem durch außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit aus. Insekten sind sowohl in den kältesten als auch in den heißesten Gebieten der Erde zu Hause. Das Meer haben allerdings nur wenige Arten für sich entdeckt. Bemerkenswert ist, dass seit der Trias-Periode (vor 230 Millionen Jahren) nur eine einzige Insektenordnung ausgestorben ist.
Insekten kennzeichnet ihr Körperbau. Er gliedert sich durch Einkerbungen (Insecta = "Eingeschnittene") in Kopf, Brust und Hinterleib. Der Kopf besteht aus sechs zusammengewachsenen Segmenten. Dort befinden sich die Facettenaugen, drei Paar Mundwerkzeuge und zwei Fühler.
Der Brustbereich ist aus nur drei Segmenten zusammengesetzt, die je ein Beinpaar haben (Hexapoda = "Sechsfüßer"). Bei höheren Arten liegen hier auch noch die Flügelpaare. Der Hinterleib ist ursprünglich in elf Segmente unterteilt, die aber im Laufe der Evolution teilweise zusammengewachsen sind. Dort haben Geschlechtsorgane und Eingeweide ihren Platz.
Neben Krebsen, Tausendfüßern und Spinnentieren gehören die Insekten zum Stamm der Gliedertiere. Spinnen sind also keine Insekten. Sie unterscheiden sich dadurch von Insekten, dass Kopf und Brustteil verschmolzen sind und dass sie acht statt sechs Beine haben.



