Tierische Betrüger
Tintenfische, die die Farben ihrer Umgebung annehmen; Falter, die vorgeben, giftig zu sein; Schrecken, die Zweige nachahmen. Die Natur hat sich viele Methoden ausgedacht, mit denen Tiere andere Tiere täuschen.Steppenzebras grasen im Mosi-oa-Tunya- Nationalpark in Sambia. Ihre markanten Streifen tarnen sie vor Raubtieren.
Unsichtbar im Schnee
Eine der häufigsten Lügen im Reich der Tiere lautet: "Ich bin nicht da." Der Eisbär, dessen weißer Pelz ihn im Schnee fast unsichtbar werden lässt; der Tiger, dessen Streifen ihn zwischen Bäumen und Gräsern verbergen; die Löwin, die dank ihres braunen Fells optisch mit der Savanne verschmilzt - sie alle lügen, um sich möglichst unbemerkt an Beute anschleichen und sie überraschen zu können.
Verwirrende Streifen
Nicht nur Räuber profitieren vom Unsichtbarmachen. Auch zur Verteidigung ist die Somatolyse (griechisch: "Auflösung des Körpers") weit verbreitet. Auf den ersten Blick scheinen manche Tarnmuster eher kontraproduktiv: Die Streifen eines einzelnen Zebras etwa sind im Zoo recht auffällig. Doch stehen die Huftiere in der afrikanischen Savanne in Gruppen zusammen, verschwimmen ihre Konturen im Flirren der heißen Luft mit den hoch gewachsenen Gräsern. Eine Löwin, die umherstreift, kann darum einzelne Zebras schwer ausmachen; sie ist verwirrt und lässt wahrscheinlich von der potenziellen Beute ab.
Eine Veränderliche Krabbenspinne hat einen Schmetterling erbeutet. Die Spinne passt ihre Farbe der Blüte an, auf der sie sitzt - dann wartet sie auf Opfer.
Wie die Zebras haben sich auch unzählige Fisch- und Schmetterlingsarten an ihre Umgebung angepasst, deren Struktur und Farbe übernommen, um sich vor Räubern zu verbergen. Es gibt sogar Tiere, die innerhalb weniger Stunden ihr Aussehen nach Belieben ändern können: Chamäleons wechseln ihre Farbe, indem sie mit kleinsten Muskeln Farbpigmente in der Haut verbergen oder freilegen.
Die wahren Meister der Verwandlung sind allerdings bestimmte Kraken- und Kalmararten. Beim Verlassen einer Höhle ist der Kalmar dunkel gefärbt. In nur wenigen Sekunden, quasi wie auf Knopfdruck, nimmt er die Farbe und Struktur des hellen, mit Flecken übersäten Kiesbodens an, auf dem er nun für Räuber nicht mehr zu erkennen ist.
Was ist das? Ein Blatt? Fast - es ist ein Insekt, das sich als Blatt tarnt, um nicht verspeist zu werden: ein so genanntes Wandelndes Blatt.
Dem gleichen Zweck, nämlich dem Verbergen vor Feinden, dient eine weitere Lüge im Tierreich: "Ich bin uninteressant." Mehrere Arten der Familie der Gespensterschrecken sind hier die Lügenmeister, vor allem die zu Recht so benannten Wandelnden Blätter.
Die Körper dieser Schrecken sind horizontal wie Blätter verbreitert und meist grün, gelb oder braun gefärbt und gesprenkelt. Bei flüchtigem Hinsehen sind die Insekten nicht von Laubblättern zu unterscheiden. Die Tarnung schließt sogar die Lebensweise mit ein: Wandelnde Blätter sind vor allem nachts aktiv und verbringen die Tage regungslos an einer Stelle; nur ab und zu wiegen sie sich hin und her wie Blätter im Wind.
Im brasilianischen Regenwald
Die Natur beweist mit dem Nachahmen von "harmlosen" und "uninteressanten" Objekten wie Steinen, Zweigen oder Blättern - Mimese genannt - schon ein ausgeprägtes Talent zur Lüge. Der Gipfel der Kunst allerdings ist die Mimikry: die Imitation anderer Tiere. Am Beispiel von Schmetterlingsarten im brasilianischen Regenwald beschrieb der englische Naturforscher Henry Walter Bates (1825 bis 1892) Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals dieses Verhalten...
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Sie sind schwarz-gelb gestreift, summen bedrohlich und interessieren sich für süße Sachen: Im Sommer kommen Wespen und Bienen dem Menschen häufig näher, als dem lieb ist. Wer die summenden Besucher etwas genauer betrachtet, wird schnell Unterschiede feststellen.
Wespen etwa sind deutlich schwarz-gelb gemustert und besitzen die sprichwörtliche Wespentaille; ist der Oberkörper rötlich und leicht behaart, handelt es sich wahrscheinlich um die mit der Wespe verwandte Hornisse. Bienen sind etwas pummeliger, ihre Streifen sind weniger deutlich ausgeprägt und ihr Körper ist behaart.
Aggressiv werden Wespen, Hornissen oder Bienen lediglich, wenn sie in Bedrängnis geraten; sie gehen aber nicht wahllos auf Menschen los, die ihren Kaffeetisch im Garten aufstellen. Falls die Insekten jedoch versehentlich gequetscht werden oder durch ruckartige Bewegungen und wedelnde Hände in Panik geraten, können sie auch zustechen.
Auf Wespen- und Hornissenstiche reagieren manche Menschen allergisch mit Hautreaktionen, Kopfschmerzen und Luftnot bis hin zu Atem- und Kreislaufstillstand. Für alle anderen ist ein Stich zwar unangenehm aber nicht gefährlich, da nur geringe Mengen Gift abgegeben werden. Unter Bienenstichen leiden die Insekten übrigens mehr als die Menschen: Da der Bienenstachel mit einem Widerhaken versehen ist, bleibt er in der Haut des Opfers stecken und die Biene stirbt.
Wespen etwa sind deutlich schwarz-gelb gemustert und besitzen die sprichwörtliche Wespentaille; ist der Oberkörper rötlich und leicht behaart, handelt es sich wahrscheinlich um die mit der Wespe verwandte Hornisse. Bienen sind etwas pummeliger, ihre Streifen sind weniger deutlich ausgeprägt und ihr Körper ist behaart.
Aggressiv werden Wespen, Hornissen oder Bienen lediglich, wenn sie in Bedrängnis geraten; sie gehen aber nicht wahllos auf Menschen los, die ihren Kaffeetisch im Garten aufstellen. Falls die Insekten jedoch versehentlich gequetscht werden oder durch ruckartige Bewegungen und wedelnde Hände in Panik geraten, können sie auch zustechen.
Auf Wespen- und Hornissenstiche reagieren manche Menschen allergisch mit Hautreaktionen, Kopfschmerzen und Luftnot bis hin zu Atem- und Kreislaufstillstand. Für alle anderen ist ein Stich zwar unangenehm aber nicht gefährlich, da nur geringe Mengen Gift abgegeben werden. Unter Bienenstichen leiden die Insekten übrigens mehr als die Menschen: Da der Bienenstachel mit einem Widerhaken versehen ist, bleibt er in der Haut des Opfers stecken und die Biene stirbt.



