Polypengärten
Komplex im Aufbau, bunt schillernd und vielgestaltig präsentieren sich Korallenriffe dem staunenden Taucher. Welches Geheimnis verbirgt sich wohl hinter den Wunderwerken der Natur?Korallenriffe sind Wunderwerke der Natur. Doch so komplex, farbig und vielgestaltig sie sich dem staunenden Taucher präsentieren, so einfach sind die biologischen Grundstrukturen ihrer "Erbauer": Korallen bestehen aus lebenden Polypen, die mit der Fußsohle auf totem Kalkskelett sitzen. Die Hohltiere leben, je nach Art, einzeln oder in Kolonien. Korallen haben gerüstartige Formen und kommen ausschließlich in Meerwasser vor.
Fangarme und Nesselzellen
Trennwände unterteilen die Magenhöhlen der Korallen in Kammern. Eine äußere Zellschicht bietet Schutz und ermöglicht Bewegung, die innere Zellschicht dient vorwiegend den Funktionen des Stoffwechsels. Korallen verfügen über eine Körperöffnung, die mit Fangarmen umgeben ist. Solche Fangarme besitzen Nesselzellen, mit denen Beute betäubt oder getötet werden kann. Korallen sind so genannte Filtrierer, ernähren sich von Plankton, Nährstoffen und Algen. Da die meisten Arten nur bei Temperaturen zwischen zwanzig und zweiunddreißig Grad Celsius leben können, gibt es Korallenriffe hauptsächlich in tropischen Meeresgebieten.
Weit verzweigte Skelette
Korallen werden nach ihrer Wuchsform unterschieden: Weichkorallen und die riffbildenden Stein- und Feuerkorallen. Letztere sind in der Lage, durch Einlagerung des kalkhaltigen Materials Aragonit stützende, weit verzweigte Skelette zu bilden. Die Korallen sondern das Aragonit aus ihrer Fußscheibe oder auch ihrer Außenhaut, dem Ektoderm, ab. Je nach Art und Wasserbedingungen wachsen Korallen zwischen 0,1 und zehn Zentimeter pro Jahr. Da das abgestorbene Skelettmaterial ständig von neuem Gewebe überwachsen wird, entstehen so im Laufe von Jahrtausenden immer neue Korallenbänke oder Riffe.
Stattliche Kolonien
Auch die Fortpflanzung der Korallen trägt zur Entstehung gewaltiger Riffe wie dem Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens bei. Die meisten Korallen vermehren sich durch Knospung. Sind die Umweltbedingungen gut, können gleich mehrere Polypennachkommen entstehen und stattliche Kolonien bilden. Andere Arten vermehren sich geschlechtlich: Eier und Spermien werden von der Meeresströmung erfasst und entfernen sich dadurch weit von Mutter- und Vaterkoralle. Im Wasser verschmelzen die Zellen miteinander und bilden Larven, aus denen sich am Meeresboden neue Polypengenerationen entwickeln.
Susan Kümmel (06.10.2006)
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