Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Aquarium

Infobox

Lurche haben zwei Leben: Als Larven verbringen sie ihre ersten Wochen und Monate im Wasser; dann bilden sie Lungen aus, ihr Skelett verfestigt sich und sie verlassen ihre "Kinderstube", um an Land zu gehen. 360 Millionen Jahre ist es her, dass die Vorläufer der heutigen Amphibien erstmals Land betraten. Dort, auf festem Boden, gab es Nahrung im Überfluss und weit und breit keine Fressfeinde, so dass sich der Landgang als evolutionärer Überlebensvorteil herausstellte. Zwar gingen die Amphibien zum Laichen zurück ins Wasser, legten aber zwischendrin weite Strecken zurück und breiteten sich so aus.

Vorfahren des Axolotl und seiner Verwandten aus der Gattung Ambystoma erreichten vermutlich vor rund dreißig Millionen Jahren Nordamerika. Zu jener Zeit gab es häufig Trockenperioden in der Gegend, so dass die Jungtiere Seen und Gewässer nicht verlassen konnten. Damit die Art überlebte, musste sie sich ohne Metamorphose fortpflanzen. So dürfte es auch dem Axolotl ergangen sein, der in seiner heutigen Form vermutlich vor rund hunderttausend Jahren im Xochimilcosee im heutigen Mexiko entstand. Die Neotenie, also die Fortpflanzung im Larvenstadium, bot dem Molch damals einen Überlebensvorteil. Heute hingegen zeigt sich der Nachteil dieser Lebensweise: Weil der Axolotl nicht an Land ging, breitete er sich nicht über den Xochimilcosee vor den Toren von Mexiko-Stadt hinaus aus. Die zunehmende Verschmutzung seines Lebensraums gefährdet nun den frei lebenden Axolotl; die Art ist vom Aussterben bedroht.