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Artenschutz

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Sperling in Gefahr
Wie kaum ein anderer Vogel fühlt sich der Haussperling in unseren Städten und Dörfern zu Hause. Seit über zehntausend Jahren begleitet er den Menschen als so genannter Kulturfolger. Diese Nähe bot dem Spatz, wie der Haussperling landläufig heißt, optimale Lebensbedingungen: in den menschlichen Behausungen gab es allerhand Nischen, Spalten und Hohlräume, um dort das Nest zu bauen. Und seine Lieblingsspeisen - Getreidekörner und Grassamen - fand der Vegetarier in ausreichender Menge.

Auch die Städte wurden zum Spatzen-Paradies: Zwar sieht das Angebot hier etwas anders aus, doch der Allesfresser hat sich längst an Brotreste und Kuchenkrümel gewöhnt. Seine Vorliebe für Körner brachte dem Haussperling jedoch einen schlechten Ruf ein, weil ganze Schwärme im Sommer über die Felder herfielen. Als Schädling und Korndieb verrufen, wurde der Spatz noch bis in die 1950er Jahre hinein gnadenlos verfolgt.

Doch nicht die Jagd brachte den Haussperling an den Rand der Ausrottung. Vor allem Veränderungen im Siedlungsbereich gefährden die Bestände: sanierte Häuser bieten für den Gebäudebrüter kein Loch und keine Nische zum nisten, der chemische Vernichtungsfeldzug gegen Insekten beraubt den Nachwuchs der Nahrung und der erwachsene Spatz findet auf sauber abgeernteten Feldern kaum noch ein Korn. Das beliebte Staubbad zur Säuberung des Gefieders ist in der versiegelten Landschaft übrigens auch nicht mehr möglich. All das macht dem Haussperling das Leben in der Nachbarschaft des Menschen schwer.

Doch weil er so ein "Allerweltsvogel" ist, hat kaum jemand bemerkt, dass der Spatz in den vergangenen Jahren vielerorts schon verschwunden ist. Im Jahr 2002 haben der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) den Haussperling zum "Vogel des Jahres" erkoren, um damit Aufmerksamkeit auf das Problem zu lenken.

Damit sich die Bestände erholen, bedarf es keiner großen Anstrengung: Naturnahe Gärten und ein Verzicht auf toxische Pflanzenschutzmittel erleichtern dem Haussperling und auch anderen Vögeln die Nahrungssuche. Bei Baumaßnahmen sollte Platz für Brutnischen gelassen oder die Fassade begrünt werden. Wo sich diese natürlichen Nistmöglichkeiten nicht anbieten, hilft das Anbringen eines Nistkastens.