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Marder

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Die Familie der Marder
Aus rund 20 Gattungen mit 55 Arten setzt sich die Familie der Marder zusammen. Ihr größter Vertreter ist der Europäische Dachs (Meles meles): Bis zu neunzig Zentimeter Länge und zwanzig Kilogramm Gewicht erreicht dieser Waldbewohner.

Von den Menschen hält sich der Dachs meist fern - anders sein Verwandter, der Steinmarder (Martes foina). Das Tier mit dem langgestreckten, schlanken Rumpf und den kurzen Gliedmaßen liebt offenes Gelände mit Büschen und Bäumen und findet sich auch in den Städten gut zurecht. Dort wird er für Autobesitzer zur Plage: Steinmarder beschädigen etwa 160.000 Autos jährlich, indem sie Kabel und Schläuche im Motorraum zerbeißen oder Dämmmaterial herausreißen.

Weitere bekannte Vertreter der Marder-Familie sind der Zobel, der Amerikanische Nerz, der Europäische Nerz und das Hermelin. Alle vier Arten wurden Jahrhunderte lang wegen ihres Fells gejagt. Erst im Zwanzigsten Jahrhundert entstanden schließlich Pelzfarmen, so dass wilde Exemplare heute mancherorts wieder ungestört leben.

Ausgenommen davon ist der Europäische Nerz (Mustela lutreola): Da er sich nicht züchten lässt, wird er nach wie vor gejagt. Mehr noch aber ist er bedroht durch das Verschwinden seines Lebensraums und durch den Amerikanischen Nerz (Neovison vison), der sich in Europa breitmacht. Der Europäische Nerz gilt als stark gefährdet; das letzte frei lebende Exemplar in Deutschland wurde 1925 gesichtet.

Zur Familie der Marder gehören ferner unter anderem Otter (zum Beispiel der Fischotter), Wiesel, Iltisse, Vielfraße und Frettchen.

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Vom Iltis zum Frettchen
Der Europäische Iltis und der Steiniltis, so der Verdacht, sind die Vorfahren des Frettchens. Schon im zweiten Jahrtausend v. Chr. waren Iltisse als flinke und fähige Hilfe beim Mäusefangen bekannt. Krochen die Mardertiere in einen Ratten- oder Mäusebau, flohen die Höhlenbewohner und konnten am Ausgang bequem eingefangen oder erschlagen werden. Die alten Ägypter waren wohl die ersten, die Iltisse planmäßig zur Mäusejagd züchteten - aus dem Iltis wurde im Lauf der Zeit das Frettchen.

Auch die Römer züchteten und hielten Frettchen, und zwar überall dort, wo es viele Wildkaninchen gab. Die Jagdmethode auf die Nager war die gleiche wie bei den Ägyptern - und wird auch heute noch gepflegt. Bei der Jagd mit Frettchen, dem Frettieren, kommen meist unkastrierte Weibchen zum Einsatz. Ihr intensiver Geruch scheucht die Beutetiere aus ihrem Bau, so dass sie leicht erlegt werden können.

Während nur noch wenige Halter mit ihren Frettchen jagen gehen (immerhin ist dazu ein Jagdschein Voraussetzung), erfreuen sich die Mardertiere als Haustiere großer Beliebtheit. Frettchen sind verschmust und verspielt und können sehr zahm werden. Bei der Haltung gilt es, auf artgerechtes Futter und Spielzeug zu achten sowie genügend Platz und Zeit für die Tiere zur Verfügung zu haben. Frettchen sollten niemals allein, sondern mindestens zu zweit gehalten werden.

In menschlicher Obhut werden die Mardertiere etwa sechs bis acht Jahre alt. Häufig sind Tumore Todesursache, vermutlich hervorgerufen durch unkontrollierte Zucht (es existieren verschiedene Farbformen) und durch Lebensumstände wie Innenhaltung und Kastration.

In freier Natur gibt es keine Frettchenpopulationen. Entlaufene Tiere kreuzen sich aber mitunter mit wilden Iltissen. In einigen Ländern, zum Beispiel in Neuseeland, schädigen die so entstandenen Hybriden die ansässige Fauna, weswegen dort Privatleuten die Frettchenhaltung untersagt ist.