Ruhig bleiben, Tuli
Wer schon mal ein Nashorn beim Galopp gesehen hat, kann diesen Tieren einen gewissen Elan kaum absprechen. Doch meist ziehen die grauen Kolosse das Rumstehen oder -liegen sportlichen Aktivitäten vor.Die Schlangen vor den Kassen des Berliner Zoos werden nicht kürzer: Seit Mini-Eisbär Knut am 24. März 2007 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, drängen sich täglich Tausende ums Freigehege und warten auf den Auftritt des Stars. Fernsehen und Printmedien berichten rund um die Uhr über den vier Monate alten Wonneproppen. Und sogar auf das Titelblatt des US-amerikanischen Magazins Vanity Fair - an der Seite von Hollywoodbeau Leonardo DiCaprio - hat Knut es geschafft.
Nashorntanz zur Taufe
Von einer solchen Karriere kann die kleine Tuli bloß träumen. Ihrer Taufe am 25. März wohnten nur wenige Vertreter der Presse und einige hundert Gäste bei. Immerhin ließen junge Flötistinnen der Weimarer Musikschule Ottmar Gerster einen Nashorntanz erklingen. Am 15. Januar 2007 war das Rhino-Baby im Thüringer Zoopark Erfurt zur Welt gekommen. Doch fürchten muss Knut die jüngere Konkurrentin nicht - im Unterschied zu ihm mangelt es dem Nashornmädchen schlicht an Plüschtiertauglichkeit.
Mit diesem Buch wurde Alfred Brehm (1829 bis 1884) weltbekannt. Für das Nashorn schien der Zoologe allerdings nicht viel übrig zu haben.
Bei der Geburt wiegt der Rhino-Nachwuchs bereits über sechzig Kilogramm. Wenn sie ausgewachsen ist, wird Tuli rund anderthalb Tonnen Gewicht auf die Waage bringen. Männliche Artgenossen sind sogar doppelt so schwer. Getragen wird das stattliche Gewicht von kurzen, stämmigen Beinen mit je drei Zehen an den Füßen.
Kaum zu glauben, aber wahr: Als so genannte Unpaarhufer sind Nashörner mit den Pferden verwandt. Da hören die Ähnlichkeiten aber auch schon auf: Einen ebenso eleganten Anblick bieten die gewaltigen Kolosse nämlich nicht. Gestalt und Wesen des Nashorns hätten "wenig Anziehendes", bemängelte schon Tierforscher Alfred Brehm.
Fressen und Schlafen
Große Sympathie für das "plumpe Geschöpf" lässt sich aus Brehms Beschreibungen im 1864 erstmals erschienenen Illustrirten Thierleben denn auch nicht ablesen: Nashörner würden entweder fressen oder schlafen, "um die übrige Welt bekümmern sie sich kaum". Träge stünden sie die meiste Zeit des Tages herum, "große Hitze ist ihnen sehr zuwider".
Andere Reisende berichteten Brehm vom "gesunden Schlaf" der Tiere: Ohne besondere Vorsicht könne man sich ruhenden Nashörnern nähern, welche "fühllosen Felsblöcken" glichen. Ihr "dröhnendes Schnarchen" sei "laut und weithin hörbar". Immer wieder lässt sich Brehm über die offensichtliche Schwerfälligkeit der Rhinozerosse aus: Ihr kleines Gehirn spreche nicht für eine "hohe geistige Entwicklung", ihre "leibliche Trägheit scheint die Annahme auch einer geistigen Schwerfälligkeit zu rechtfertigen".
Rasende Rhinos
Unbeholfen und ungeschickt wirkten die Bewegungen des "missgestalteten Dickhäuters". Behände Wendungen und Biegungen seien ihm fremd - doch einmal in Bewegung gekommen, eile das Nashorn sehr rasch davon. Heute weiß man, wie rasch: Die tonnenschweren Kolosse werden bis zu fünfzig Kilometer in der Stunde schnell. Zu sehen bekommt man ein rasendes Rhino vor allem bei Revierkämpfen. Dann rennen die rivalisierenden Bullen aufeinander zu - und stoppen kurz vor dem Zusammenstoß. Nur selten wird auch das Horn als Waffe eingesetzt...
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Die heute lebenden Nashörner...
gehören zur Familie Rhinocerotidae und bilden fünf Arten aus vier Gattungen. In Asien sind Java-, Sumatra- und Panzernashorn beheimatet, in Afrika Breitmaul- und Spitzmaulnashorn. Nashörner erreichen eine Schulterhöhe von ein bis zwei Metern. Sie sind nach den Elefanten die zweitgrößten Landsäugetiere.
Ihre Haut ist grau bis braun und schlägt bei den asiatischen Arten dicke Falten, so dass die Haut wie ein Panzer wirkt. Das markanteste Merkmal sind die Hörner. Sie haben keinen knochigen Kern, sondern bestehen aus zusammengewachsenen Keratinfasern. Das vordere Horn entwächst dem Nasenbein, das hintere, falls vorhanden, dem Vorderschädel.
Nashörner haben einen sehr gut ausgeprägten Geruchssinn und ein perfektes Gehör, durch die nach allen Seiten drehbaren Ohrmuscheln. Dafür besitzen sie ein sehr geringes Sehvermögen. Die Augen liegen seitlich am Kopf, so dass Nashörner vor ihnen befindliche Objekte nur mit einem Auge anvisieren können.
Männchen sind nach sieben bis acht Jahren geschlechtsreif, Weibchen nach fünf Jahren. Nach einer Tragzeit von 15 bis 18 Monaten (sieben bis acht Monate bei Sumatranashörnern) bringen sie ein Junges zur Welt. Die Pflanzenfresser ernähren sich vor allem von Gräsern und Laub und können bis zu fünfzig Jahre alt werden.
gehören zur Familie Rhinocerotidae und bilden fünf Arten aus vier Gattungen. In Asien sind Java-, Sumatra- und Panzernashorn beheimatet, in Afrika Breitmaul- und Spitzmaulnashorn. Nashörner erreichen eine Schulterhöhe von ein bis zwei Metern. Sie sind nach den Elefanten die zweitgrößten Landsäugetiere.
Ihre Haut ist grau bis braun und schlägt bei den asiatischen Arten dicke Falten, so dass die Haut wie ein Panzer wirkt. Das markanteste Merkmal sind die Hörner. Sie haben keinen knochigen Kern, sondern bestehen aus zusammengewachsenen Keratinfasern. Das vordere Horn entwächst dem Nasenbein, das hintere, falls vorhanden, dem Vorderschädel.
Nashörner haben einen sehr gut ausgeprägten Geruchssinn und ein perfektes Gehör, durch die nach allen Seiten drehbaren Ohrmuscheln. Dafür besitzen sie ein sehr geringes Sehvermögen. Die Augen liegen seitlich am Kopf, so dass Nashörner vor ihnen befindliche Objekte nur mit einem Auge anvisieren können.
Männchen sind nach sieben bis acht Jahren geschlechtsreif, Weibchen nach fünf Jahren. Nach einer Tragzeit von 15 bis 18 Monaten (sieben bis acht Monate bei Sumatranashörnern) bringen sie ein Junges zur Welt. Die Pflanzenfresser ernähren sich vor allem von Gräsern und Laub und können bis zu fünfzig Jahre alt werden.



