Sensible Jäger
Es war vor allem der Weiße Hai, den die Fantasie der Filmemacher zum Inbegriff des grausamen Ungeheuers machte. Indes geht es immer fehl, menschliche Neigungen Tieren zuschreiben zu wollen.Seit mehr als vierhundert Millionen Jahren streifen die Raubfische durch die Weltmeere, und damit schon zweihundert Millionen Jahre, bevor Dinosaurier die Erde eroberten. Der Weiße Hai existiert unverändert bereits seit sechzig Millionen Jahren. Offenbar verkörpern die großen Räuber eines der erfolgreichsten biologischen Konzepte.
Bestens angepasst
An ihre jeweiligen Lebensräume haben sich die Tiere bestens angepasst: Schließlich ist Meer nicht gleich Meer. Der größte Teil der Haiarten lebt in warmen subtropischen und tropischen Gewässern. Der Eishai fühlt sich wohl in kalten Meeresgebieten, in fast allen Weltmeeren heimisch ist der vier Meter lange Blauhai. Zudem siedeln Haie in verschiedenen Meereszonen: Bekannt sind bodenlebende, frei schwimmende, vor Küsten und in Hoch- und Tiefsee lebende Formen.
Eines gibt es unter Haien nicht: Vegetarier. Die meisten von ihnen sind aktive Jäger und ernähren sich in erster Linie von Fischen. Erwachsene Weiße Haie machen aber auch Jagd auf Robben und Delphine. Bodenlebende Haie ernähren sich überwiegend von Krebsen, Weichtieren oder Tintenfischen. Manche Arten fressen auch Aas und Abfall, nur sehr wenige ernähren sich von Plankton.
Zu den Planktonfressern gehört auch der größte aller Fische: der Walhai, ein harmloses Tier von zwölf Metern Länge. Je langsamer ein Hai wächst, umso älter kann er werden. Der Dornenhai hält den Rekord: Er bringt es auf siebzig Lebensjahre, während der Durchschnittshai nur um die Vierzig wird.
Da Haie an der Spitze der Nahrungskette im Meer stehen, sind sie wichtig für das ökologische Gleichgewicht.
Haie orientieren sich mit einem komplexen Sinnessystem. In ihren Augen sitzt das Tapetum lucidum. Wie ein Spiegel reflektiert es einfallendes Licht und steigert so die Leuchtkraft des Auges. Damit ist es dem Hai möglich, auch in trübem Wasser den Durchblick zu behalten.
Andere Lebewesen spüren Haie anhand bio-elektrischer Felder auf, erzeugt von deren Muskulatur. Ihr Seitenliniensystem hilft ihnen auch, Richtung und Geschwindigkeit von Meeresströmungen zu bestimmen.
Elektrische Ortung
Hoch sensibel sind die Lorenzinischen Ampullen - kleine Löcher am Kopf: Mit ihnen könnte ein Hai problemlos die Mitte eines elektrischen Feldes aufspüren, das zwischen den Gegenpolen einer 24-Volt-Batterie in Stockholm und Paris besteht. Besonders in der Schlussphase eines Angriffs verlässt sich der Hai nur noch auf diesen Sinn, bevor er die Augen schließt und zubeißt.
Christiane Nienhold (aktualisiert 14.09.2011)
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Infobox
Haie
Chondrichthyes nennen Wissenschaftler die Klasse der Knorpelfische, zu denen die Haie gehören, weil ihr Skelett aus Knorpel und nicht aus Knochen besteht. Es gibt mehr als 460 verschiedene Haiarten, unterteilt in acht Ordnungen und dreißig Familien. Darunter befinden sich die Sägehaie, die Kragenhaie, die Makrelenhaie und die echten Haie.
Der Körper des Hais ist torpedoförmig und von einer robusten Haut umgeben, die mit Placoidschuppen besetzt ist. Mit ihren Flossen können sich die Fische in Balance und auf Kurs halten.
Um nicht zu ersticken, müssen Haie ständig schwimmen: Sauerstoff nehmen sie durch fünf oder sieben Kiemen auf. Dabei schwimmen einige Arten ständig mit offenem Maul, andere öffnen und schließen es abwechselnd.
Um im Wasser zu treiben, hilft ihnen einerseits ihr leichtes Knorpelgerüst, andererseits die große, ölhaltige Leber, denn Fett verleiht bekanntlich Auftrieb.
Chondrichthyes nennen Wissenschaftler die Klasse der Knorpelfische, zu denen die Haie gehören, weil ihr Skelett aus Knorpel und nicht aus Knochen besteht. Es gibt mehr als 460 verschiedene Haiarten, unterteilt in acht Ordnungen und dreißig Familien. Darunter befinden sich die Sägehaie, die Kragenhaie, die Makrelenhaie und die echten Haie.
Der Körper des Hais ist torpedoförmig und von einer robusten Haut umgeben, die mit Placoidschuppen besetzt ist. Mit ihren Flossen können sich die Fische in Balance und auf Kurs halten.
Um nicht zu ersticken, müssen Haie ständig schwimmen: Sauerstoff nehmen sie durch fünf oder sieben Kiemen auf. Dabei schwimmen einige Arten ständig mit offenem Maul, andere öffnen und schließen es abwechselnd.
Um im Wasser zu treiben, hilft ihnen einerseits ihr leichtes Knorpelgerüst, andererseits die große, ölhaltige Leber, denn Fett verleiht bekanntlich Auftrieb.




