Tauchen und Fressen
Robben sind nicht gleich Robben: während Hundsrobben flink über den Strand robben, können Ohrenrobben sich sogar vom Boden erheben. Trotz dieses beachtlichen Unterschieds - zwei Hobbys haben sie alle.An der Küste Nordfrieslands, in einem Hafen, legen zwei Schiffe an. Sie tragen den Schriftzug "Küstenwache". Besatzungsmitglieder verladen medizinische Ausrüstung und technisches Gerät - Spritzen, Probengefäße, Satellitensender. Dann nehmen die Schiffe Kurs auf die offene Nordsee. Was wie der Beginn einer Expedition in unbekannte Regionen wirkt, ist mittlerweile Routine: Zweimal jährlich untersuchen Forscher Populationen von Seehunden im schleswig-holsteinischen Wattenmeer.
Arglos ins Netz
Wissenschaftler des Instituts für Meereskunde (IfM), des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste (FTZ) sowie Mitarbeiter der Seehundstation Friedrichskoog und des Nationalparkamtes Wattenmeer sind daran beteiligt. Ihr gemeinsames Ziel ist es, den Gesundheitszustand einheimischer Seehunde zu prüfen und ihre Lebensweise zu erkunden.
Bald haben die Küstenwachschiffe eine Sandbank mit ruhenden Robben erreicht. Arglos aalen sich die Tiere in der Sonne. Behutsam nähern sich Forscher im Schlauchboot und lassen ein Fangnetz zu Wasser. Die Robben werden unruhig, panisch, suchen den Weg ins rettende Nass. Und genau da ist das Netz...
Mikrochips und Fahrtenschreiber
Die Wissenschaftler zapfen Blut ab, pflanzen Mikrochips ein und bringen Fahrtenschreiber an den Körpern der Tiere an. Das ist wichtig, denn so können Beobachter ihre Objekte unter Wasser "begleiten". Im Abstand weniger Sekunden zeichnen die Messinstrumente allerlei Parameter auf, wie Tauchtiefe, Körperlage, Umgebungstemperatur und Schwimmgeschwindigkeit. Von den Daten verspricht man sich Aufschlüsse über entscheidende Vorgänge im Robbenleben: Partnerwahl, Fortpflanzung, Jagdverhalten, Ernährung.
Auch Walrosse sind Robben. Meist sind sie in arktischen Breiten zu Hause.
Die Ergebnisse sind mitunter verblüffend. In der Tiefe zeigen Seehunde nämlich enormes Leistungsvermögen: Weit über 25 Minuten halten sie die Luft an, tauchen dennoch aktiv und spüren Beute mit den wie Drucksensoren wirkenden Barthaaren auf - für Landsäuger beachtlich.
Solchen Naturphänomenen auf der Spur gilt es, weitere Fragen zu klären: Woher nehmen Robben die notwendige Luft, um derart lange zu tauchen, und wie sind ihre Organe aufgebaut? Es klingt kurios: Robben atmen vor dem Tauchen aus!
Blutfluss mit Prioritäten
Den Sauerstoff zur Fortbewegung sammeln die Flossenfüßer direkt in der Muskulatur. Dort kommt den Meerestieren eine sehr hohe Konzentration des sauerstoffspeichernden Farbstoffs Myoglobin zugute. Der restliche Sauerstoff im Blut hingegen bleibt für die Versorgung so überlebenswichtiger Organe wie Gehirn und Herz reserviert. Dafür sperren Seehunde jede Blutzufuhr zu den anderen Organen regelrecht ab...
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Robben...,
auch Flossenfüßer (Pinnipedia) genannt, gliedern sich in drei Familien mit 18 Gattungen und 34 Arten. Die Familie der Ohrenrobben (Otariidae) entwickelte sich vor rund 25 Millionen Jahren aus bärenähnlichen Landraubtieren. Ohrenrobben besitzen noch äußere, kleine Ohrmuscheln und bewegen sich nicht robbend vorwärts. Sie können ihre Beine unter den Körper stellen und auf vier Füßen laufen. Zu ihnen zählen die Seelöwen (Otariina) oder Haarrobben und die Seebären (Arctocephalinae).
Den besser ans Wasser angepassten Hundsrobben (Phocidae) ist der vierfüßige Gang fremd. Sie entwickelten sich vor ungefähr 12 Millionen Jahren aus otterähnlichen Vorfahren. Hier unterscheidet man die Unterfamilie der Nördlichen Hundsrobben (Phocinae) und der Mönchsrobben (Monachini). Zu der letzteren Gruppe zählen auch die Arktischen Robben (Lobodontini) und die See-Elefanten (Miroungini).
Walrosse (Odobenidae) sind bezüglich ihrer Merkmale eine Zwischenform. Sie besitzen keine Ohrmuscheln mehr, können sich aber mit ihren Extremitäten noch vierfüßig fortbewegen.
auch Flossenfüßer (Pinnipedia) genannt, gliedern sich in drei Familien mit 18 Gattungen und 34 Arten. Die Familie der Ohrenrobben (Otariidae) entwickelte sich vor rund 25 Millionen Jahren aus bärenähnlichen Landraubtieren. Ohrenrobben besitzen noch äußere, kleine Ohrmuscheln und bewegen sich nicht robbend vorwärts. Sie können ihre Beine unter den Körper stellen und auf vier Füßen laufen. Zu ihnen zählen die Seelöwen (Otariina) oder Haarrobben und die Seebären (Arctocephalinae).
Den besser ans Wasser angepassten Hundsrobben (Phocidae) ist der vierfüßige Gang fremd. Sie entwickelten sich vor ungefähr 12 Millionen Jahren aus otterähnlichen Vorfahren. Hier unterscheidet man die Unterfamilie der Nördlichen Hundsrobben (Phocinae) und der Mönchsrobben (Monachini). Zu der letzteren Gruppe zählen auch die Arktischen Robben (Lobodontini) und die See-Elefanten (Miroungini).
Walrosse (Odobenidae) sind bezüglich ihrer Merkmale eine Zwischenform. Sie besitzen keine Ohrmuscheln mehr, können sich aber mit ihren Extremitäten noch vierfüßig fortbewegen.



