Jäger im Kettenhemd
Nach ihrem Lebensraum unterscheidet man Land- und Seeschlangen. Auch das Jagdverhalten dient der Klassifikation: Opfern der Würgeschlangen geht die Puste aus; Giftschlangen lähmen ihre Beute, bevor sie sie fressen.Sie fahren nicht zum ersten Mal bei Nacht durch den dichten Mangrovensumpf. Als eine Wassermokassin-Otter ins Boot fällt, geraten die Männer dennoch in Panik: Jim, dem das hoch giftige Reptil am nächsten ist, strauchelt und stößt die Lampe um. In der Dunkelheit hört er nur eines: das Platschen, als seine Kameraden von Bord springen. So springt auch er. Nach einigen Minuten Wassertreten fragt jemand: "Wie viele Schlangen waren eigentlich im Boot?" "Eine", sagt Jim. Stille. "Und wie viele, meinst du, sind hier draußen?"
Schwellungen und Lähmungen
Geschichten wie diese kennt jeder Schlangenforscher (Herpetologe). Viele davon enden tragisch. Selbst erfahrene Schlangenkenner unterschätzen leicht die Gefahr. Ein Biss ist nicht selten die Folge. Die giftige Dosis muss nicht tödlich sein - Schwellungen oder bleibende Lähmungen sind schon schlimm genug. Je nach körperlicher Verfassung des Opfers wirkt das Gift verschieden. Die Wirkung variiert zudem von Art zu Art: Während der Biss einer Kreuzotter auch ohne Behandlung oft keine ernsthaften Folgen hat, verursacht das Gift der Wassermokassin-Otter todsicher schwere Gewebeschäden.
Stereo-Riechsinn
Die Agkistrodon piscivorus, so ihre lateinische Bezeichnung, gehört zu den Vipern. Das ist die höchst entwickelte von achtzehn Schlangenfamilien, die sich seit der Kreidezeit vor 150 bis 200 Millionen Jahren aus den Echsen entwickelt haben. Irgendwann hörten sie auf, ihre Gliedmaßen zu gebrauchen, verloren ihre Augenlider und ihr Gehör. Dafür stattete die Evolution sie mit einigen Raffinessen aus: Vibrationswahrnehmung, Wärmedetektor und Stereo-Riechsinn.
Lieblingsspeise der Wassermokassin-Otter ist Fisch.
Mal Sonne, mal Schatten
Ihre schuppige Haut ist wie ein Kettenhemd - ein leichter, elastischer Panzer, der sie vor Verletzungen und vorm Austrocknen schützt. Wasser, Temperatur und Licht, das sind die wichtigsten Faktoren für das Leben der Schlangen. Viele Schlangenarten bewohnen daher die warmen Regionen der Erde: Hier regulieren die wechselwarmen Tiere ihre Körpertemperatur über die Umgebung - durch den Wechsel von Sonnenlicht und Schatten. Alle haben die gleiche Körperform und ähnliche Bewegungsarten...
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Infobox
Sein Regelwerk brachte Ordnung in die Biologie: Carl von Linné, ein schwedischer Botaniker, veröffentlichte 1758 ein allgemein anwendbares Klassifizierungssystem.
Er gab jeder ihm bekannten Lebensform einen wissenschaftlichen Namen. Die Taxonomie ist ein Fachgebiet der Biologie, das sich mit den Verwandtschaftsbeziehungen der Lebewesen und ihrer Ordnung in einem hierarchischen System befasst.
So erhält auch jede Schlange einen Gattungs- und einen Artnamen. All diese Namen haben exakte Bedeutungen und stellen darüber logische Beziehungen zum jeweiligen Tier her. In dieser Systematik lässt sich die Wassermokassin- Otter so einordnen:
Klasse: Reptilia (Kriechtiere)Er gab jeder ihm bekannten Lebensform einen wissenschaftlichen Namen. Die Taxonomie ist ein Fachgebiet der Biologie, das sich mit den Verwandtschaftsbeziehungen der Lebewesen und ihrer Ordnung in einem hierarchischen System befasst.
So erhält auch jede Schlange einen Gattungs- und einen Artnamen. All diese Namen haben exakte Bedeutungen und stellen darüber logische Beziehungen zum jeweiligen Tier her. In dieser Systematik lässt sich die Wassermokassin- Otter so einordnen:
Ordnung: Squamata (Schuppentiere)
Unterordnung: Serpentes (Schlangen)
Überfamilie: Alethinophidia (wahre Schlangen)
Familie: Viperidae (Vipern)
Unterfamilie: Crotalinae (Grubenottern)
Gattung: Agkistrodon (Dreieckskopfottern)
Art: Agkistrodon piscivorus (Fisch fressende Dreieckskopfotter)



