Appetit auf Wal
Seit der Erfindung der Harpunenkanone 1863 gibt es für Wale kein Entrinnen mehr. Innerhalb von wenigen hundert Jahren schwand ihr Bestand alarmierend. Scheinbar ungesättigt bleibt der Appetit auf Wal.Deutscher Walfänger in der Nordsee um die Mitte des 18. Jahrhunderts: Da war die Jagd noch ein gefährliches Abenteuer.
Profit aus jedem toten Tier
Tatsächlich kämpfen die Mitgliedsstaaten der IWC, welche die Wale schützen wollen, gegen diejenigen, die ihren Profit in jedem toten Wal wittern. Letztere sind seit je die Walfang-Nationen Norwegen und Japan, mittlerweile auch wieder Island. Ihnen angeschlossen haben sich die Kleinen mit dem großen Appetit auf Walfleisch, wie die Karibikinseln St. Vincent und die Grenadinen. Auf dem Schlachtfeld um die Wale gestaltet sich die Situation also dramatisch, besonders, weil die IWC den Walfang-Bestrebungen meist ohnmächtig gegenübersteht.
Zum Abschuss freigegeben
Walfang oder Walschutz, das ist die Frage. Offenbar gelingt es der IWC nicht, beides miteinander zu verbinden. Ihre Absicht war, den Artenschutz der Meeressäuger zu gewährleisten, indem die Walpopulationen nachhaltig "bewirtschaftet" werden. Das hat durchaus industriellen Charakter. Das Verfahren RMS (Revised Management Scheme) errechnet die Anzahl der Tiere, die zum Abschuss freigegeben sind: eine Quote, welche zur Fortsetzung des kommerziellen Walfangs animiert.
Ein Schwertwal vor der Küste Norwegens. Vom kommerziellen Walfang sind die Orcas bisher weitgehend verschont geblieben.
"Rein wissenschaftlich"
Island, eine Nation, die gerade dem Whale-Watching- Tourismus viel zu verdanken hat, ebnet sich selbst den Weg zum Walfang, "rein wissenschaftlich" natürlich. Dem Moratorium der IWC - wie das generelle kommerzielle Fangverbot von Großwalen genannt wird - stimmte Island "unter Vorbehalt" zu. Das lässt alle Möglichkeiten offen.
Weit entfernt
Die IWC ist weit von ihrem ambitionierten Ziel entfernt, ein "nachhaltiges Töten" nach Quoten wirkungsvoll zu kontrollieren. Bisher diskutierte Überwachungssysteme laufen ins Leere, da der Walfangkommission jedwede Sanktionsmöglichkeit fehlt. Nur auf nationaler Ebene könnten IWC-Regelungen greifen. Doch nicht einmal die Umsetzung in die Gesetzgebung seiner Mitgliedsstaaten kann die IWC verbindlich festlegen. Dass es mit der Autorität der IWC nicht weit her ist, ist leicht zu erkennen...
Unter dem Deckmantel von Wissenschaft und Tradition werden jährlich einige Tausend der sanften Riesen gejagt.
Aber es kommt noch schlimmer: In der IWC herrschen Zustände, die einer solchen internationalen Kommission von derartiger Wichtigkeit nicht angemessen sind. Kurzfristige ökonomische Interessen waren und sind handlungsleitend. Die Informationen, die die IWC über Zahl, Art, Aufenthaltsort und Geschlecht der Wale bekommt, entsprechen häufig nicht der Realität: Russische Wissenschaftler schätzten 1994, dass sowjetische Fangflotten Tausende geschützte Wale in der Antarktis töteten. Zwischen 1948 und 1977 schwieg man über 88.000 getötete Meeressäuger.
Walfleisch im Angebot
Wahrscheinlich ist, dass das Fleisch der Tiere illegal nach Japan exportiert wurde. Auf japanischen Speisekarten gehört bis heute Fleisch gefährdeter Walarten zum Angebot: von Pott- über Buckelwal bis Blauwal. Allerdings ist hier die Dunkelziffer der Fehl-Deklarationen hoch: Hundeschnitzel statt Wal-Delikatesse ist keine Seltenheit auf dem Teller. Was auch immer die Japaner also kaufen, es ist nicht geheuer...
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Infobox
Der kleinste Wal ist der Hector-Delfin, der ausgewachsen nicht mehr als 1,20 Meter erreicht. Am leichtesten sind die Indischen Schweinswale mit nur 30 bis 45 Kilogramm.
Den höchsten Blas, also die höchste Wasserdampf-Wolke, produziert beim Atmen an der Oberfläche der Blauwal mit bis zu 12 Metern.
Der größte Appetit wird ebenfalls dem Blauwal nachgesagt. Er frisst täglich bis zu vier Tonnen Krill. Diese Menge entspricht dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten.
Am längsten tauchen soll nach Ansicht von Walfängern der Entenwal: und zwar mehr als zwei Stunden.
Das schwerste Gehirn aller bekannten Lebewesen besitzt der Pottwal. Es wiegt bis zu 9,2 Kilogramm. Das Gehirn des Menschen wiegt durchschnittlich nur 1,4 Kilo.
Die längste Rückenfinne, nämlich 1,80 Meter, hat der Schwertwal und macht damit seinem Namen alle Ehre.
Das längste Lied, und dazu noch das komplexeste im ganzen Tierreich, singen männliche Buckelwale: Ihre Lieder dauern eine Stunde und mehr.
Der größte Appetit wird ebenfalls dem Blauwal nachgesagt. Er frisst täglich bis zu vier Tonnen Krill. Diese Menge entspricht dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten.
Am längsten tauchen soll nach Ansicht von Walfängern der Entenwal: und zwar mehr als zwei Stunden.
Das schwerste Gehirn aller bekannten Lebewesen besitzt der Pottwal. Es wiegt bis zu 9,2 Kilogramm. Das Gehirn des Menschen wiegt durchschnittlich nur 1,4 Kilo.
Die längste Rückenfinne, nämlich 1,80 Meter, hat der Schwertwal und macht damit seinem Namen alle Ehre.
Das längste Lied, und dazu noch das komplexeste im ganzen Tierreich, singen männliche Buckelwale: Ihre Lieder dauern eine Stunde und mehr.



