Schwierige Beziehung
In Zeiten, in denen kein Wolf seine Pfote nach Mitteleuropa setzte, gab es viele Freunde des geselligen Jägers. Jedoch macht sich nun Skepsis breit: Passt der Wolf überhaupt in die menschliche Kulturlandschaft?Wölfe traben im Gänsemarsch durch den Winterwald - sie setzen ihre Pfoten in die Abdrücke, die der Leitwolf hinterlässt.
Beute auf dem Silbertablett
Noch nie seien die Lebensbedingungen so ideal gewesen, glauben Wildbiologen. Nun jedoch leben in Gebirgsdörfern uralte Ängste wieder auf: Kein Wunder, denn zum Beispiel im französischen Nationalpark Le Mercantour weiden die Schafe das ganze Jahr über. Sich selbst überlassen, sind sie leichte Beute für den erfahrenen Räuber.
Zu den wütenden Schäfern gesellen sich Jäger, die in den Wölfen Jagd-Konkurrenten um die Mufflonherden sehen. Tatsächlich aber stehe auf dem Speiseplan der Räuber kaum zartes Lamm, wissen die Forscher des EU-Umweltprogramms Life. Dennoch: "A bas les loups!" - Nieder mit den Wölfen! - ist eine Parole, die man weithin hört.
Jahrtausendelange Hatz
Für seine Gegner steht fest: Der Wolf kommt dem Menschen in die Quere. Und das ist der entscheidende Irrtum: Gerade dem Menschen läuft kein Wolf freiwillig über den Weg, immerhin ist der Zweibeiner der einzige Feind des Raubtiers. Die jahrtausendelange Wolfsjagd hat bewirkt, dass nur die scheuesten Tiere überlebten. Auch wenn es in Sommernächten durchaus vorkommt, dass ein Rudel im rumänischen Kronstadt auf Kaninchen-, Katzen- und Hundejagd geht: Wolf und Mensch können sich einen Lebensraum teilen!
Wölfe heulen, um ihr Revier gegen andere Artgenossen zu behaupten und um ihr Rudel zusammenzuhalten.
Voraussetzung sind Kenntnisse über die Lebensweise des Canis Lupus: Der Wolf ist Raubtier, cleverer Jagdstratege und treues Rudelmitglied. Wolfsrudel gehören zu den kompliziertesten sozialen Organisationen im Tierreich. Wahrscheinlich sind es Familienverbände, welche harmonisch, aber auch streng hierarchisch zusammenleben. Der Leitwolf ist den anderen physisch und psychisch überlegen. Denn nur dann, wenn er sich gegen die anderen Rüden behauptet, ist er als Führer geeignet.
Artdynamisches Gleichgewicht
Lebenswichtig ist die Geburtenkontrolle im Rudel: Paarungsrecht haben allein die Alpha-Tiere. Wenn das Rudel zum eigenen Nachteil zu groß wird, lockern sich die Familienbande und geschlechtsreife Rüden gehen ihrer eigenen Wege. Wer mit dem Rudel nicht mehr Schritt halten kann, muss zurückbleiben. So erhält sich ein artdynamisches Gleichgewicht zwischen Jägern und Beute...
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Fast ausgerottet
Bis zur Entwicklung der Land- und der Herdenwirtschaft war der Wolf das am weitesten verbreitete Raubtier der Erde. Jagd durch den Menschen hat die Bestände hingegen derart dezimiert, dass Wölfe in dem einst riesigen Verbreitungsgebiet von Europa bis nach Asien so gut wie ausgerottet sind. Größere zusammenhängende Populationen gibt es heute lediglich in Osteuropa, Kanada, Sibirien und auf dem Balkan.
Je nach Verbreitungsgebiet jagen die Tiere Hirsche, Rentiere, Elche, Steinböcke und Wildschweine. Aber auch Wildobst und Beeren stehen auf ihrem Speiseplan. Um die Wolfsbestände zu vergrößern, haben viele europäische Länder in den letzten Jahren Initiativen gestartet, setzt sich doch zunehmend die Erkenntnis durch, dass Wölfe keine Bedrohung für den Menschen sind.
Bis zur Entwicklung der Land- und der Herdenwirtschaft war der Wolf das am weitesten verbreitete Raubtier der Erde. Jagd durch den Menschen hat die Bestände hingegen derart dezimiert, dass Wölfe in dem einst riesigen Verbreitungsgebiet von Europa bis nach Asien so gut wie ausgerottet sind. Größere zusammenhängende Populationen gibt es heute lediglich in Osteuropa, Kanada, Sibirien und auf dem Balkan.
Je nach Verbreitungsgebiet jagen die Tiere Hirsche, Rentiere, Elche, Steinböcke und Wildschweine. Aber auch Wildobst und Beeren stehen auf ihrem Speiseplan. Um die Wolfsbestände zu vergrößern, haben viele europäische Länder in den letzten Jahren Initiativen gestartet, setzt sich doch zunehmend die Erkenntnis durch, dass Wölfe keine Bedrohung für den Menschen sind.



