Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zu den Themen

Autobahn
Automobil

Infobox

Der Staupilot
Den besten Überblick über Sachsens Straßen hat Rico Dinter: Der Freiberger Pilot ist offizieller Verkehrsflieger für MDR1 - Radio Sachsen. Etwa achthundert Stunden pro Jahr ist Dinter für den MDR in einer Cessna 172 (Baujahr 1978) unterwegs, um über die Verkehrslage zu berichten und Ausweichempfehlungen zu geben.

Vom Flugplatz in Langhennersdorf bei Freiberg aus fliegt der Pilot jeden Wochentag rund sechshundert Kilometer Autobahn ab. Seine Daten übermittelt er an die Verkehrsredaktion im Landesfunkhaus in Dresden. Drei- bis viermal täglich berichtet der Verkehrsflieger auch live im Radioprogramm: um 15:40 Uhr, 16:40 Uhr, 17:40 Uhr, freitags außerdem um 14:30 Uhr. Ergänzt werden die Beobachtungen Rico Dinters durch Meldungen der Polizei, des ADAC und mehrerer hundert ehrenamtlicher Staumelder.

Infobox

Gedränge in der Flugzeugkabine
Wer fliegen will, muss erstmal (an)stehen: durchschnittlich fünfundzwanzig Minuten dauert es, bis alle Passagiere eines Flugzeugs eingestiegen sind, ihr Gepäck verstaut und die Plätze eingenommen haben.

"Geht das nicht schneller?", fragen sich Fluggesellschaften seit Jahrzehnten. Und auch Wissenschaftler finden das Problem spannend, zum Beispiel der amerikanische Astrophysiker Jason Steffen. Achtzehn Monate lang arbeitete er an einer Simulation, die verschiedene Einsteigeprozeduren miteinander verglich.

Wenig überraschend: die ungünstigste Reihenfolge ist von vorne nach hinten. Der umgekehrte Fall, von hinten nach vorne - was, nebenbei bemerkt, bei vielen Fluggesellschaften Standard ist -, ist allerdings nicht viel effektiver: Auch hier stehen viel zu viele Leute im Gang herum und verlangsamen die Prozedur.

Jason Steffen fand heraus, dass es am effektivsten ist, wenn jeder Passagier beim Einsteigen im Gang zwei Reihen Platz hat. In ein Flugzeug von zwanzig Reihen sollten daher immer nur zehn Menschen auf einmal einsteigen, zunächst aus jeder geraden Reihe einer, dann aus jeder ungeraden Reihe einer. Die Zeitersparnis gegenüber dem ungünstigsten Fall beträgt bis zu achtzig Prozent.

Das Problem daran ist der menschliche Faktor: Reisende, die gemeinsam reisen, möchten auch gern gemeinsam anstehen und einsteigen, und nicht jeder hält sich an die von der Fluggesellschaft vorgeschlagene Reihenfolge.

Eine Billigairline löst das Problem des schnellen Einsteigens, indem sie keine festen Sitzplätze vergibt. Nach dem Motto "Auf die Plätze, fertig, los!" dürfen sich Passagiere ihren Platz selbst wählen. Kommentar einer Beteiligten: "Ich hab noch nie gesehen, dass sich ein Flugzeug so schnell füllt!"