Tradition mit Stil
Nobelkarossen sind auch "nur" Autos: vier Räder, Lenkrad, Sitze... Dennoch geben Menschen hunderttausende Euro für den fahrbaren Untersatz aus. Was Luxusautos begehrenswert macht, ist ihre oft legendäre Historie.Feinste Handarbeit: der Rolls-Royce Phantom von 2003.
Erschwinglich, doch...
Mit etwa 56.000 Euro ist der Phaeton als Basismodell sogar recht erschwinglich - im Vergleich zu anderen Edelkarossen, die ähnlich viel kosten wie ein schmuckes Reihenhaus. Doch beim Blick auf Verkaufsbilanzen runzeln Wolfsburger Manager die Stirnen. Was unterscheidet den Phaeton von Jaguar, Rolls-Royce & Co., die sich - trotz wirtschaftlich schwerer Zeiten - anhaltend guter Nachfrage erfreuen?
Das Beste von Allem
In Luxuslimousinen steckt vor allem maßgeschneiderte Meisterkunst - und das seit vielen Generationen: "Nimm das Beste, was es gibt und mach es besser!", lautete die Philosophie eines gewissen Frederick Henry Royce aus England. Mit seinem Geschäftspartner Charles Stewart Rolls baute Royce die besten Autos weltweit. Bis heute hält sich Rolls-Royce an diesen Leitsatz - und vereint Eleganz mit Luxus pur. Der steile Kühler aus Chrom, die fast hüfthohe Motorhaube und die großen Räder - selbst Laien erkennen einen Rolls-Royce schon von weitem. Typisch auch die großzügige Innenraumhöhe, wo selbst der opulenteste Hut nicht anstoßen kann. Seit Jahren lässt sich Queen Elizabeth II. in solch edlem Gefährt chauffieren.
Der legendäre Mercedes 300SL, der 1952 die Carrera Panamericana gewann, ist heute ein Ausstellungsstück.
Luxusautos definieren sich weniger über technischen Fortschritt. Eher konventionelle, ausgereifte Technik genügt, um Fahrkomfort und Sicherheit zu garantieren. Feinste Materialien, wie mehrfach lackiertes Edelholz, eng vernähtes Leder oder verchromtes Metall, prägen das Innenleben der Luxuskarossen und erzeugen Wohlgefühl. Zusammen mit dem unverwechselbaren Erscheinungsbild macht sie das zu begehrten Sammlerstücken.
Exklusivität nach Maß
Gebaut wird meist nur auf Bestellung. Was der Kunde wünscht, ist Gesetz – egal, wie viel Zeit und Geld es kostet. In aufwändiger Handarbeit entstehen Unikate, wie sie edler kaum sein können. Die Exklusivität hat ihren Preis: Satte 320.000 Euro kostet ein Rolls-Royce Phantom. Für einen Maybach, die teuerste deutsche Luxusmarke überhaupt, muss der Kunde sogar noch tiefer in den Geldbeutel greifen: Je nach Wunschausstattung liegen die Preise zwischen 520.000 und 720.000 Euro...
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Infobox
Rolls-Royce
Seit 1904 sind ihre Namen durch einen Bindestrich verbunden - die Namen des Technikers Frederick Henry Royce und des Marketing-Experten Charles Stewart Rolls. Mit seiner Firma C.S. Rolls & Co. handelte Rolls zunächst mit Gebrauchtwagen aus dem Ausland. Auch Royce interessierte sich für Import-Autos.
Von deren Unzuverlässigkeit genervt, baute Royce bald sein eigenes Fahrzeug. Denn in Sachen Automobilbau galt Großbritannien noch immer als Entwicklungsland. Die Jungfernfahrt verlief einwandfrei, und so fand Royce Gefallen am Autobau.
Rolls hörte von dem Automobilbauer und unternahm kurz darauf eine Probefahrt mit einem der Royce-Autos. Der 41-Jährige Royce und der gerade 27 Jahre alte Rolls verstanden sich auf Anhieb, gründeten gemeinsam das Unternehmen Rolls-Royce und stellten ihre Automobile im Dezember 1904 auf dem Pariser Autosalon erstmals der Weltöffentlichkeit vor.
Erst das Modell Silver Ghost (1906-1925) verschaffte den Unternehmern den Ruf, die besten Automobile der Welt zu bauen. Ein Maskottchen sollte die Qualität der noblen Fahrzeuge unterstreichen: Seit 1911 ziert eine geflügelte Kühlerfigur, Spirit of Ecstasy ("Emily"), jeden Rolls-Royce.
Seit 1904 sind ihre Namen durch einen Bindestrich verbunden - die Namen des Technikers Frederick Henry Royce und des Marketing-Experten Charles Stewart Rolls. Mit seiner Firma C.S. Rolls & Co. handelte Rolls zunächst mit Gebrauchtwagen aus dem Ausland. Auch Royce interessierte sich für Import-Autos.
Von deren Unzuverlässigkeit genervt, baute Royce bald sein eigenes Fahrzeug. Denn in Sachen Automobilbau galt Großbritannien noch immer als Entwicklungsland. Die Jungfernfahrt verlief einwandfrei, und so fand Royce Gefallen am Autobau.
Rolls hörte von dem Automobilbauer und unternahm kurz darauf eine Probefahrt mit einem der Royce-Autos. Der 41-Jährige Royce und der gerade 27 Jahre alte Rolls verstanden sich auf Anhieb, gründeten gemeinsam das Unternehmen Rolls-Royce und stellten ihre Automobile im Dezember 1904 auf dem Pariser Autosalon erstmals der Weltöffentlichkeit vor.
Erst das Modell Silver Ghost (1906-1925) verschaffte den Unternehmern den Ruf, die besten Automobile der Welt zu bauen. Ein Maskottchen sollte die Qualität der noblen Fahrzeuge unterstreichen: Seit 1911 ziert eine geflügelte Kühlerfigur, Spirit of Ecstasy ("Emily"), jeden Rolls-Royce.


