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Schiffskatastrophen

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Die Exxon Valdez...
war ein 300 Meter langer Supertanker im Besitz des Konzerns Exxon Mobil. 1986 an den Eigner übergeben, erreichte das Schiff mit 240.000 Tonnen bei voller Ladung eine Reisegeschwindigkeit von 16,25 Knoten (30,1 Stundenkilometer).

Als die Exxon Valdez am 24. März 1989 auf das Bligh-Riff lief, hatte sie 163.000 Tonnen Rohöl an Bord, von denen 40.000 durch Lecks ins Meer gelangten und zweitausend Kilometer Küste verseuchten.

Nach dem Unglück erhielt der Tanker einen neuen Namen: Exxon Mediterranean. Unter diesem Namen fuhr das Schiff vor allem auf Routen im Mittleren und Fernen Osten. 2008 erfolgte in China der Umbau des mit nur einer Hülle ausgestatteten Tankers zum Erzfrachter. Seit September 2008 heißt die ehemalige Exxon Valdez Dong Fang Ocean und ist in Panama registriert.

"Mitspielen" durfte der berühmte Havarist übrigens in einer kurzen Szene im Spielfilm Waterworld des Regisseurs und Hauptdarstellers Kevin Costner: Dort ist sie das rostige Hauptquartier der Smoker, einer Gang fieser Piraten. Während der Held (Costner) das Schiff versenkt, taucht am Heck kurz der Name Exxon Valdez auf. Im Verlauf der Szene erscheint zudem kurz ein Bild von Joseph Hazelwood, ihres einstigen Captains im wirklichen Leben.

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Streitpunkt Doppelwand
Wenn etwas schiefgeht, dann geht es meist aus mehreren Gründen schief. Eine solche Verkettung ungünstiger, aber keineswegs zufälliger Umstände, führte auch zur Katastrophe der Exxon Valdez: Alkohol, Übermüdung, mangelnde Kommunikation und Kompetenz, daraus resultierendes menschliches Versagen - das waren die Ursachen an Bord.

Dennoch hätten die schweren Folgen des Unfalls für die Umwelt gemildert, wenn nicht sogar vermieden werden können. Aus dieser Erkenntnis heraus erließen die USA 1989 eine Richtlinie, nach der Tankerneubauten über eine Doppelhülle verfügen müssen, um US-amerikanische Häfen anlaufen zu dürfen.

Verbindlich ist ebenfalls der von 1989 datierende Beschluss der International Maritime Organisation (IMO), welcher für alle Tanker, die seit 1996 weltweit gebaut wurden, die Doppelhülle vorschreibt. Von 2015 an dürfen laut IMO-Beschluss keine Tanker mit einfacher Hülle mehr auf den Meeren unterwegs sein.

Ganz neu ist die Idee, Tankern eine zweite Außenhülle zu geben übrigens nicht: Ursprünglich wurden Doppelhüllentanker zum Transport von temperaturempfindlichen Gütern wie Paraffin und Melasse eingesetzt.

Der Schutz der Umwelt stand damals nicht im Vordergrund. Doch schon 1973 und 1978 hatten Vertreter der USA auf den internationalen Konferenzen der IMO dafür plädiert, Tankerneubauten mit einfacher Hülle zu untersagen.

Das stieß auf den Widerstand zahlreicher anderer UN-Mitgliedsstaaten, die auf höhere Bau- und damit Transportkosten verwiesen. Die Diskussion wurde über Jahre hinweg fortgesetzt - und versandete.

Erst mit der Havarie der Exxon Valdez kam Bewegung in die Sache. Bauvorschriften bezüglich der Doppelhüllen fanden Aufnahme in das Marpol-Abkommen (Internationales Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe).