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SOS
Schiffskatastrophen

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Sieg des Unberechenbaren
Die Titanic, eines von drei Schiffen der Olympic-Klasse der britischen Reederei White Star Line, versank in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912. Über 1.500 Menschen starben im eisigen Wasser des Nordatlantik. Seitdem erschienen tausende Bücher über das Unglück, Filme wurden gedreht und jedes Einzelproblem von verschiedensten Seiten beleuchtet.

Allerdings, die Titanic-Katastrophe war schon zum Zeitpunkt des Geschehens nicht das größte Schiffsunglück der Geschichte. Und während des Zweiten Weltkriegs sollten weit opferreichere Schiffsuntergänge die Ereignisse jener tragischen Aprilnacht 1912 in den Schatten stellen. Dennoch ist die Titanic-Katastrophe der bis heute bekannteste Schiffsuntergang geblieben, hat sich am hartnäckigsten im europäischen Gedächtnis festgehakt. Warum?

Der Grund ist ein Schock: Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts, bevor die Titanic unterging, bestimmte Optimismus das Denken in den westlichen Kulturen. Es hatte den Anschein, als wären Gesellschaft und Natur in bisher ungeahntem Ausmaß beherrschbar geworden. Furchtbare Kriege aus irrationalen Gründen, gewaltige Wirtschaftskrisen, Hungersnöte, all das schien an die Ränder der zivilisierten Welt verbannt. Zum Geist der Zeit gehörte das Gefühl des Triumphs.

Symbolhaft für den Triumph stand ein Gebiet, welches traditionell Inbegriff des Gefährlichen war: Wer sich auf See begibt, kommt dort irgendwann um. Das sichere Riesenschiff nun, mit seinem Luxus und mit seinen sozialen Klassen, war Zeichen des vermeintlich endgültigen Sieges. Der Sieger hieß Zivilisation, hieß Technik und rationales Kalkül. Das Unberechenbare galt als Verlierer, in den Köpfen wie in der Natur, auf dem Ozean wie in den Beziehungen zwischen den Menschen.

Der Untergang der Titanic raunte Europa die düstere Warnung zu, dass solche Siege in Wahrheit nicht möglich sind. Europa, einst Geburtsort des Fortschrittsglaubens neben den Vereinigten Staaten, traf die heraufdämmernde Erkenntnis hart. Der Schock drang tief ins kollektive Gedächtnis, vor allem im Licht dessen, was kurze Zeit später kam.

Nur gut zwei Jahre nach dem desillusionierenden Schiffsuntergang brach die Urkatastrophe über den Kontinent herein. Es war, als hätte das eine das andere vorbereitet: Der Erste Weltkrieg, ein Krieg, den niemand wollte, begann im August 1914. Die Zivilisation war sein Verlierer.

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Wenn ein Schiff...
in Seenot gerät, hat es die Möglichkeit, mittels Funknotruf oder anderer Notsignale auf sich aufmerksam zu machen. Bei der Verwendung von Funk hat das Notrufsignal absolute Priorität.

Nach internationalem Seerecht (Genfer Abkommen II von 1949) sind alle Schiffe, die ein solches Notrufsignal aufnehmen, dazu verpflichtet, unverzüglich darauf zu reagieren, das heißt, ihre Fahrt zu unterbrechen, um Hilfe zu leisten - es sei denn, sie würden sich beim Rettungsversuch selbst in Gefahr bringen - beziehungsweise andere Schiffe zu benachrichtigen.

Geht auf einem Schiff eine Notrufmeldung ein, hat es den Eingang zunächst einmal zu bestätigen. Danach muss es versuchen, per Funk das in Not befindliche Schiff anzupeilen und Kontakt aufzunehmen, um dessen Namen, Position und Geschwindigkeit zu erfahren.

Hat es das verunglückte Schiff schließlich erreicht, wird zunächst die Besatzung evakuiert, je nach Art der Havarie folgen dann Löschversuche, das Abbergen des Schiffes beziehungsweise das Schleppen in den nächstgelegenen Hafen. Bei größeren Havarien ist es zudem wichtig, eventuelle Umweltschäden - durch auslaufenden Treibstoff oder Ladung des in Seenot geratenen Schiffes - zu verhindern.

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Seenot liegt vor,...
wenn Wasserfahrzeuge in Situationen geraten, aus denen unmittelbare und unabwendbare Gefahren für Schiff und Besatzung resultieren und ohne fremde Hilfe der Untergang des Schiffes oder Gefahr für Gesundheit und Leben von Mannschaft und Passagieren droht.

Ursachen dafür können beispielsweise schlechtes Wetter, Havarien, Manövrierunfähigkeit durch technische Defekte (wie etwa durch Brände, Explosionen, Maschinenschäden, Wassereinbruch und Ruderbruch), Grundberührung, Kollisionen mit anderen Schiffen oder Eisbergen, Fehler der Crew bei der Navigation oder Beladung des Schiffes sowie falsch gegebene beziehungsweise falsch ausgeführte Anweisungen sein.

Erleidet das Schiff jedoch  Beschädigungen, von denen weder für das Fahrzeug noch für Leib und Leben der Menschen an Bord unmittelbare Gefahr ausgeht, herrscht keine Seenot. In solchen Fällen ist es nicht erlaubt, einen Notsignalruf zu senden, um die Hilfe anderer Schiffe anzufordern.