Im Griff des Winters
Noch scheint er in Deutschland nicht so ganz angekommen zu sein. Doch was nicht ist... Auch der deutsche Chaoswinter 1978/79 schlug immerhin überraschend zu."Im Nordosten der USA hat am Wochenende der erste schwere Schneesturm in diesem Winter die Region mit bis zu dreißig Zentimetern Schnee überzogen und für chaotische Verhältnisse auf Flughäfen und Straßen gesorgt." Nachrichten wie diese, vom 7. Dezember 2003, erreichen uns alle Jahre wieder. Denn: Alle Jahre wieder legen wilde Schneestürme, so genannte Blizzards (siehe Infobox), das öffentliche Leben an der Ostküste der USA in den Wintermonaten weitgehend lahm.
Was bei den sich jährlich wiederholenden Meldungen schnell in Vergessenheit gerät, ist die Tatsache, dass Schneestürme nicht nur Wetterphänomene weit entfernter Regionen sind. Unter bestimmten meteorologischen Bedingungen können sie ebenso in unseren Breitengraden entstehen: So hat Tief Daisy im Januar 2010 ganz Deutschland in Schnee und Eis gehüllt.
Stürmischer Wind und meterhohe Schneeverwehungen machten vor allem dem Norden und Nordosten des Landes zu schaffen: Züge blieben im Schnee stecken und nicht nur Nebenstraßen, auch Autobahnen waren unpassierbar. Hunderte Menschen mussten frierend in eingeschneiten Autos oder Zügen ausharren.
Weitgehend im Plus
Zahlreiche Dörfer an der Küste und auf den Inseln waren von der Außenwelt abgeschnitten. Erinnerungen an den "Chaoswinter" 1978/79, als weite Teile Nord- und Ostdeutschlands im Schnee versanken, wurden wach: Außergewöhnliche Wetterwechsel prägten den Dezember 1978, mal gab es extreme Kaltluftvorstöße, mal verdrängten deutlich mildere Luftmassen die kalte Luft.
Auf dem Atlantik bildeten sich immer wieder kräftige Sturm- und Orkanwirbel, deren Ausläufer bis nach Mitteleuropa gelangten und milde Luft nach Frankreich lenkten. Dort wurden teilweise Temperaturen bis zu 19 Grad Celsius gemessen. Und auch in Deutschland lagen die Werte weitgehend im Plus.
Satellitenaufnahme eines Blizzards, der im März 1993 im Osten der USA wütete.
Am 28. Dezember begann typisches Weihnachts-Tauwetter, in ganz Deutschland herrschten Plusgrade. Gegen Mittag setzte im Norden Regen ein, der im Laufe des Tages langsam in Schnee überging. Was dann folgen sollte, ahnte zu dieser Zeit wohl niemand.
Im Schneckentempo Richtung Süden
Am Abend des 28. Dezember stürzten die Temperaturen im Norden plötzlich um fast dreißig Grad Celsius. Zum immer dichter werdenden Schneefall gesellte sich böiger Nordostwind, der sich innerhalb der nächsten Stunden zu einem ausgewachsenen, eisigen Sturm entwickelte. Im Schneckentempo bewegte sich die Kaltfront Richtung Süden...
Seite
1
| 2
Dieser Artikel gehört zum Thema
| Winterdienst | ![]() |
Infobox
Wie entstehen Schneestürme?
Schneestürme sind kontinuierliche, starke Winde, die große Mengen gefrorenen Niederschlags über einen langen Zeitraum hinweg mitführen. Schneestürme entstehen, wenn sich trocken-kalte und feucht-warme Luftmassen aufeinander zu bewegen und weder die eine noch die andere schneller vorwärts kommt. Man spricht hier von einer stationären Front.
Davor bildet sich niedriger Luftdruck; die Atmosphäre versucht, den Druck auszugleichen - es entsteht Wind. Mit dem Wind gelangt die warme Luft nach oben, wo sie - wenn sie auf die kalte Luft trifft - zu Schnee kondensiert. Eine simple Gleichung: Wind + Schnee = Schneesturm.
Schneestürme sind kontinuierliche, starke Winde, die große Mengen gefrorenen Niederschlags über einen langen Zeitraum hinweg mitführen. Schneestürme entstehen, wenn sich trocken-kalte und feucht-warme Luftmassen aufeinander zu bewegen und weder die eine noch die andere schneller vorwärts kommt. Man spricht hier von einer stationären Front.
Davor bildet sich niedriger Luftdruck; die Atmosphäre versucht, den Druck auszugleichen - es entsteht Wind. Mit dem Wind gelangt die warme Luft nach oben, wo sie - wenn sie auf die kalte Luft trifft - zu Schnee kondensiert. Eine simple Gleichung: Wind + Schnee = Schneesturm.
Infobox
Was sind Blizzards?
Blizzards werden starke Schneestürme in Kanada und im Nordosten der USA genannt. Sie entstehen in Folge eines kräftigen Kaltlufteinbruchs aus Norden bis Nordwesten. Da in diesen Regionen querlaufende Gebirge fehlen (die Appalachen zum Beispiel verlaufen in Nord-Süd-Richtung), was die Luftmassen bremsen könnte, dringen die Tiefdruckgebiete häufig weit nach Süden vor.
Charakteristisch für Blizzards sind tiefe Temperaturen von bis zu minus fünfzehn Grad Celsius, Windgeschwindigkeiten von über fünfzig Kilometer pro Stunde (das entspricht Windstärke 7) sowie große Mengen an Schnee, welche die Sichtweiten auf unter einhundertfünfzig Meter beschränken.
Blizzards werden starke Schneestürme in Kanada und im Nordosten der USA genannt. Sie entstehen in Folge eines kräftigen Kaltlufteinbruchs aus Norden bis Nordwesten. Da in diesen Regionen querlaufende Gebirge fehlen (die Appalachen zum Beispiel verlaufen in Nord-Süd-Richtung), was die Luftmassen bremsen könnte, dringen die Tiefdruckgebiete häufig weit nach Süden vor.
Charakteristisch für Blizzards sind tiefe Temperaturen von bis zu minus fünfzehn Grad Celsius, Windgeschwindigkeiten von über fünfzig Kilometer pro Stunde (das entspricht Windstärke 7) sowie große Mengen an Schnee, welche die Sichtweiten auf unter einhundertfünfzig Meter beschränken.



