Hartes Leben
Maria Gremel musste bereits als kleines Mädchen auf dem Bauernhof helfen. Die Erfahrungen ihrer entbehrungsreichen Kindheit und Jugend haben sie geprägt.1930er Jahre: Der Bauer zog mit seinen Helfern aus, um die Ernte einzuholen.
Ende der Kindheit
Maria Gremel, im Jahr 1902 geboren, schrieb Jahrzehnte später ihre Lebenserinnerungen auf. Mit neun Jahren musste sie ihr Elternhaus verlassen und bei einem Bauern ihren Dienst antreten. Für sie endete damit die Kindheit. Das kleine Mädchen kannte den Ablauf auf einem Bauernhof zwar bereits von Geburt an, ihre Eltern arbeiteten ebenfalls bei einem Bauern, doch von nun an war sie auf sich allein gestellt. Lassen wir Maria Gremel selbst zu Wort kommen:
Arbeit gab es genug
"Arbeit, die ein Kind tun kann, gab es stets genug auf einem Bauernhof. Dreimal täglich musste ich das Geschirr abwaschen und die Stuben kehren. Das musste ich auch dann machen, als wieder Schule war, ehe ich fortgehen durfte. Früh aufstehen war vom ersten Tag an die Parole. Es wurde mir zur Lebensgewohnheit. - Früh auf und spät nieder, iss schnell und geh' wieder. - Hühner wollten ihr Futter, die Eier waren zu suchen, der Hof zu kehren, wo die Kühe beim Aus- und Heimtrieb ihre Visitenkarte hinterließen. Streu musste man in den Stall tragen, und viele Dinge mehr waren zu tun. Die Arbeit machte ich später von selbst, ohne dass sie mir jedes Mal befohlen wurde."
Zentrum Hausstube
Zu einem Bauernhof gehörten viele Menschen, neben Bäuerin und Bauer gab es zahlreiche Kinder, Großeltern, Bedienstete wie Magd und Knecht sowie Kindermädchen. Um alle Personen mit Schlafplätzen versorgen zu können, lebte man innerhalb des Wohngebäudes eng beieinander. Den zentralen Ort bildete die Hausstube: "Der Bauer mit Familie schlief auch da. Wie überall war in der einen hinteren Ecke auch der Backofen eingebaut, er war groß, denn 25 Laibe Brot hatten Platz. Vom Ofen bis zum dritten vorderen Fenster war eine Estrade, eine Stufe musste man hinaufsteigen, da stand neben dem Backofen das Kinderbett, dann die Ehebetten, vorne ein Schubladenkasten, an der Rückseite neben den Betten ein Kasten. Der zweite Kasten stand zwischen Backofen und Türe. Eine Doppelbank stand noch auf der Tischseite, und hinter der Eingangstüre stand die Wäschetruhe." .
Schlechte Erinnerungen
Viele schlechte Erinnerungen verbindet Maria Gremel mit der Küche. Dieser Ort bedeutete für sie die Stelle im Wohnhaus, die vom unfreiwilligen Zusammenleben von Insekten und Menschen zeugte: "Das Allerschrecklichste aber waren die vielen Mitbewohner der Küche: 'Die Schwaben'. Man sagt heute 'Schaben', aber die waren es bestimmt nicht. Ich kenne auch die Küchenschaben, das sind Mücken, die ihre Eier in Mehl, Nüssen und vielen anderen Lebensmitteln ablegen, wo dann die Würmer umkriechen. Diese Schwaben waren so groß wie Maikäfer, aber kohlrabenschwarz. Sie konnten nicht fliegen, aber sehr schnell kriechen, man konnte nicht so schnell schauen, waren sie verschwunden. Wohin weiß man auch nicht, sie müssen in den Mauern gelebt haben."
Montag: Knödel, Dienstag: Strudel...
Die Küche diente also auch als Behausung für ungebetene Untermieter. Die Familie ließ sich jedoch nicht von den Insekten stören. Zu essen gab es immer das, was Garten und Vieh saisonal hergaben. Für das Jahr 1912 sah das folgendermaßen aus: "Die üblichen Gerichte gab es am Montag: Knödel, Dienstag: Strudel aller Arten wie Grieß-, Rahm-, Apfel- oder Topfenstrudel. Grießstrudel wurden in Wasser gekocht, nur wenn die Kühe viel Milch gaben, auch in Milch. Mittwoch: Immer Sterz, ebenso abwechselnd wie Häferlsterz, Mohn, Bohnen, Erdäpfel ein gemischt. Donnerstag: Das Nationalgericht Schöberl im Juni, wenn der Holunder blühte, vom gleichen Teig auch Strauben, mit Salat oder Kompott."
In den 1920er Jahren mussten Frauen auch schwere Arbeit - zum Beispiel das Dreschen - erledigen.
Während das Essen naturbedingt kaum Variationen zuließ, veränderte sich der Alltag des Mädchens zusehends. Mit den Jahren nahm der Anteil schwerer körperlicher Arbeit auf dem Hof für sie zu. Trotz widriger Umstände, anfangs besaß sie nicht einmal ein Paar Schuhe, gewöhnte sich Maria Gremel an das Leben auf dem Bauernhof.
Nachdenkliche Worte
Später erinnerte sie sich betrübt an diesen Abschnitt ihres Lebens: "Wenn ich heute das alles überdenke, glaube ich schon, dass ich soviel gearbeitet habe, was man mit diesem Alter leisten kann, sodass ich mir Schuhe verdient hätte. Musste ich doch auf das Feld gehen, Wasser und Jause zu den Leuten tragen. Kleidung bekam ich ohnehin keine, solange ich zur Schule ging."
Kerstin Wegener (21.08.2006/aktualisiert 19.08.2010)
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Bauernregeln
Die Kenntnisse des Wetters und die Abschätzung der Ernte sind für die Menschen, besonders für Bauern, schon immer von großer Bedeutung gewesen. Durch genaue Naturbeobachtungen und beruhend auf jahrzehntelang angesammelten Erfahrungen entstand eine Vielzahl von Wettersprüchen, die - oft nur regional begrenzt - Aussagen über das künftige Wettergeschehen liefern. Die so genannten Bauernregeln muss man richtig verstehen, nämlich als statistische Aussagen, die inhaltlich stimmen, aber nicht hundertprozentig genau datiert werden können.
So sollte man die Regeln nicht formal, sondern nur sinngemäß anwenden. Beispiele für Bauernregeln: "April, April, der macht, was er will", "Septemberwetter warm und klar, verheißt ein gutes nächstes Jahr". Der Brauch, aus aktuellem Wetter auf Witterung des kommenden Jahres zu schließen, ist in ganz Europa verbreitet. Eine weitere Sparte innerhalb der Bauernregeln bezieht sich auf die Tier- und Pflanzenwelt: "Quaken die Frösche im April, noch Schnee und Kälte kommen will", "Wenn Spinnen in die Häuser kriechen, sie einen kalten Winter riechen".
Die Kenntnisse des Wetters und die Abschätzung der Ernte sind für die Menschen, besonders für Bauern, schon immer von großer Bedeutung gewesen. Durch genaue Naturbeobachtungen und beruhend auf jahrzehntelang angesammelten Erfahrungen entstand eine Vielzahl von Wettersprüchen, die - oft nur regional begrenzt - Aussagen über das künftige Wettergeschehen liefern. Die so genannten Bauernregeln muss man richtig verstehen, nämlich als statistische Aussagen, die inhaltlich stimmen, aber nicht hundertprozentig genau datiert werden können.
So sollte man die Regeln nicht formal, sondern nur sinngemäß anwenden. Beispiele für Bauernregeln: "April, April, der macht, was er will", "Septemberwetter warm und klar, verheißt ein gutes nächstes Jahr". Der Brauch, aus aktuellem Wetter auf Witterung des kommenden Jahres zu schließen, ist in ganz Europa verbreitet. Eine weitere Sparte innerhalb der Bauernregeln bezieht sich auf die Tier- und Pflanzenwelt: "Quaken die Frösche im April, noch Schnee und Kälte kommen will", "Wenn Spinnen in die Häuser kriechen, sie einen kalten Winter riechen".
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Wachsen und Gedeihen
Vor allem Wasser und Wärme erwecken den im Boden ruhenden Getreidesamen zum Leben. Das Korn nimmt Wasser auf und quillt soweit auf, bis seine Schale springt. Die im Innern des Samens entstandene Keimwurzel wächst jetzt in den Boden. Dort bildet sie weitere Wurzelhaare aus, die sich im Erdreich verzweigen. Mobilisierte die Keimpflanze vorerst eigene Reserven um zu wachsen, kann sie sich nun - fest verankert - mit Wasser und Nährstoffen aus dem Boden versorgen. Das Sprosssystem entwickelt sich, dessen Keimachse (Hypokotyl) Wurzeln und Keimblätter miteinander verbindet.
Bogenförmig durchbricht die Keimachse die Erdoberfläche. Erste, bereits im Samen entwickelte Keimblätter (Kotyledonen), stoßen nach oben und gelangen ans Tageslicht. Durch die Lichtaufnahme teilen sich die Zellen immer schneller. Blätter und weitere Organe, wie Halme, Ähren und Blüten, wachsen. Jetzt ist die Entwicklung der Pflanze abgeschlossen. Sie ragt bis zu einem Meter in die Höhe. Erst danach entstehen per Selbstbefruchtung die Körner, das so genannte Erntegut des Getreides.
Vor allem Wasser und Wärme erwecken den im Boden ruhenden Getreidesamen zum Leben. Das Korn nimmt Wasser auf und quillt soweit auf, bis seine Schale springt. Die im Innern des Samens entstandene Keimwurzel wächst jetzt in den Boden. Dort bildet sie weitere Wurzelhaare aus, die sich im Erdreich verzweigen. Mobilisierte die Keimpflanze vorerst eigene Reserven um zu wachsen, kann sie sich nun - fest verankert - mit Wasser und Nährstoffen aus dem Boden versorgen. Das Sprosssystem entwickelt sich, dessen Keimachse (Hypokotyl) Wurzeln und Keimblätter miteinander verbindet.
Bogenförmig durchbricht die Keimachse die Erdoberfläche. Erste, bereits im Samen entwickelte Keimblätter (Kotyledonen), stoßen nach oben und gelangen ans Tageslicht. Durch die Lichtaufnahme teilen sich die Zellen immer schneller. Blätter und weitere Organe, wie Halme, Ähren und Blüten, wachsen. Jetzt ist die Entwicklung der Pflanze abgeschlossen. Sie ragt bis zu einem Meter in die Höhe. Erst danach entstehen per Selbstbefruchtung die Körner, das so genannte Erntegut des Getreides.



