Kein Kavaliersdelikt
Höher und schneller, lautet das Motto auch auf dem Bau. Und möglichst günstig soll es sein. So spart sich mancher Unternehmer einen Batzen Sozialabgaben und Steuern, indem er Bauarbeiter illegal beschäftigt.Schwarzarbeit am Bau macht 38 Prozent der deutschen Schattenwirtschaft aus, schätzen Experten.
Zeit- und Kostendruck
Immer größer werdende Projekte sollen in immer kürzeren Zeiträumen zu möglichst geringen Kosten realisiert werden, Zeit- und Kostendruck sind zu ständigen Begleitern des Bauunternehmers geworden. Zudem hängen die Gewinne in besonderem Maße von den Arbeitskosten ab - darum ist die Branche für Schwarzarbeit anfällig. Den Anteil des Baugewerbes und Handwerks an der deutschen Schattenwirtschaft schätzt Prof. Dr. Friedrich Schneider von der Universität Linz auf 38 Prozent. Doch was treibt den Fliesenleger, den Maler und deren Chefs dazu, schwarzzuarbeiten oder schwarzarbeiten zu lassen?
Putzhilfe, Gärtner, Babysitter: In jedem dritten Haushalt wird laut Schätzungen schwarz gearbeitet.
Das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung sieht in der hohen Belastung der Löhne mit Steuern und Abgaben die Hauptursache. Zwischen den Kosten des Auftraggebers und dem Nettolohn des Ausführenden liegt erheblicher Raum für illegale Geschäfte. Und Schwarzarbeit gilt für viele Bürger nach wie vor als Kavaliersdelikt. Der kontinuierliche Rückgang der Arbeitszeiten seit den 1960er Jahren schuf ebenfalls Freiräume für zusätzliche "Nebentätigkeiten".
Einstellungshemmnisse
Auch der im europäischen Vergleich stark regulierte deutsche Arbeitsmarkt spielt eine wichtige Rolle. Restriktive Arbeitszeiten und Vorschriften zum Kündigungsschutz halten insbesondere kleine Betriebe davon ab, weitere Mitarbeiter einzustellen. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln stellt dazu fest, dass eine Deregulierung nach dem Vorbild Großbritanniens, Irlands oder der USA der deutschen Wirtschaft zusätzlich eine halbe Million legale Jobs bringen und die offizielle Wertschöpfung um vierzig Milliarden Euro steigern könnte...
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Bauarbeiter leben gefährlich, und zwar doppelt so gefährlich wie andere Berufstätige: Die Unfallquote im Baugewerbe liegt zweimal höher als der Durchschnitt aller Wirtschaftsbranchen. Im Jahr 2004 wurden in Deutschland 140.861 Arbeitsunfälle aus dem Baugewerbe gemeldet. Etwa ein Drittel der Unfälle geschah, weil Bauarbeiter die Kontrolle über Maschinen oder Werkzeuge verloren; Stürze machten ein Viertel der Unfälle aus. Am häufigsten verletzten sich Bauarbeiter an der Hand oder an Knöchel und Fuß.
Im Zeitraum 2002 bis 2004 endeten 488 Unfälle im Baugewerbe tödlich. Häufigste Ursache waren Verhaltensfehler (55 Prozent) oder arbeitsorganisatorische Mängel (31 Prozent). Durch berufsbedingte Krankheiten starben 2004 238 Bauarbeiter, der Großteil an Tumoren oder Lungenkrankheiten, die durch Asbest hervorgerufen werden. Die am häufigsten anerkannte Berufskrankheit unter Bauarbeitern ist Lärmschwerhörigkeit.
(Quelle: Bericht der Bundesregierung über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und über das Unfall- und Berufskrankheitengeschehen in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2004)
Im Zeitraum 2002 bis 2004 endeten 488 Unfälle im Baugewerbe tödlich. Häufigste Ursache waren Verhaltensfehler (55 Prozent) oder arbeitsorganisatorische Mängel (31 Prozent). Durch berufsbedingte Krankheiten starben 2004 238 Bauarbeiter, der Großteil an Tumoren oder Lungenkrankheiten, die durch Asbest hervorgerufen werden. Die am häufigsten anerkannte Berufskrankheit unter Bauarbeitern ist Lärmschwerhörigkeit.
(Quelle: Bericht der Bundesregierung über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und über das Unfall- und Berufskrankheitengeschehen in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2004)



