Die Überrumpler
Trickbetrüger appellieren an die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Leute - und nutzen deren Vertrauen aus, um sich zu bereichern. Wie gehen die Ganoven vor, und wie lassen sich ihre Betrugsversuche durchschauen?Viele Betrüger finden ihre Opfer per Telefonbuch: Altmodische Namen lassen auf Senioren schließen, und die gelten als besonders leicht zu überrumpeln.
Nennt der oder die Angerufene dann einen Namen, ist der Betrüger einen wichtigen Schritt weiter: Er kann nun vorgeben, der Enkel oder der Neffe oder ein anderer Verwandter zu sein. Der nächste Schritt ist das Vortäuschen einer Notlage, verbunden mit der Bitte um Geld. Um kleine Beträge geht es dabei nicht: Für ein neues Auto oder eine Eigentumswohnung bitten die Betrüger mitunter um mehrere zehntausend Euro - und schicken die "Oma" gleich zur Bank, das Geld zu besorgen.
Schamlos ausgenutzt
"Die Betrüger wissen, dass bei alten Leuten was zu holen ist - und dass sie leichtes Spiel haben", so erklärt der Münchner Kriminalhauptkommissar Reinhold Bergmann die Tatsache, dass Betrüger gerade Rentner als Opfer ausersehen. Ältere Menschen gelten als vertrauensselig und hilfsbereit. Auch leben viele Senioren allein und freuen sich über ein Gespräch oder etwas Abwechslung im Alltag. Betrüger nutzen das schamlos aus.
Außer am Telefon versuchen es viele Gauner über den direkten Kontakt an der Wohnungstür: Mit der Bitte um ein Glas Wasser oder um Zettel und Stift gelangen sie in die Wohnung. Andere geben sich als Mitarbeiter der Stadtversorgung oder des Telefonanbieters aus. Sogar als Polizisten treten Betrüger inzwischen auf. Sind sie erst in der Wohnung, durchstöbern sie in einem unbeobachteten Moment Schränke und Kommoden nach Wertvollem.
Mit kleinen Tricks schaffen es Betrüger, in Wohnungen zu gelangen - dort suchen sie dann nach Bargeld, Schmuck und anderen Wertsachen.
Verfolgen und Vorbeugen
Dabei ist die Polizei keineswegs machtlos beim Verfolgen von Trickbetrügereien. Oftmals sind Betrüger in Banden organisiert, oder sie sind mehrmals mit dem gleichen Trick erfolgreich. Jeder noch so kleine Hinweis von Geprellten kann da zum Fahndungserfolg beitragen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, setzt die Polizei zudem auf Vorbeugung und Sensibilisierung.
Mit Broschüren machen Kriminalämter und andere Behörden das Vorgehen der Betrüger bekannt - und geben Tipps, wie sich gerade ältere Menschen schützen können. In Fällen, wo ein Familienmitglied um hohe Geldsummen bittet, rät die Polizei, nicht sofort zu handeln, sondern die Geschichte von anderen Verwandten bestätigen zu lassen. Auch sollten Hilfsbereite das geforderte Geld nie an Fremde übergeben - zum Enkeltrick gehört es, dass der "Enkel" einen guten Freund zum Geldabholen schickt, weil er selbst gerade verhindert ist.
Nur mit Dienstausweis
Für den Fall, dass es überraschend an der Haustür klingelt, ist ebenfalls Misstrauen angesagt: Kein seriöser Dienst, sei es ein Handwerker, Telefontechniker oder jemand von einer Behörde, kommt ohne vorherige Anmeldung zum Kunden. Wer Überraschungsbesuch erhält, sollte sich einen Dienstausweis oder ein Auftragsschreiben vorzeigen lassen. Im Zweifelsfall kann man sich den Termin auch bei der entsprechenden Behörde oder Firma telefonisch bestätigen lassen.
Wie lässt sich ein echter Handwerker von einem Betrüger unterscheiden? - Seriöse Dienste melden sich vorher an.
Das aber fällt oft schwer: Die meisten Betrüger können gut schauspielern, sie erscheinen vertrauensvoll, kommen höflich und freundlich daher. So wickeln sie ihre Opfer um den Finger: "Alte Menschen wollen helfen, sie wollen nett sein, und es gelingt ihnen nicht, die Ansinnen der Leute zu überprüfen", sagt der Frankfurter Polizeisprecher Franz Winkler.
Papierschnipsel im Umschlag
Doch nicht alle Senioren sind so leichte Beute, wie mancher Betrüger hofft - manche schlagen auch zurück. Im Oktober 2010 tischten drei junge Männer einer 84jährigen Dame folgende Geschichte auf: Sie erwarteten ein Paket mit 650.000 Euro Inhalt, bräuchten aber 3.000 Euro, um das Paket bei der Post auszulösen. Sobald sie das Geld hätten, würden sie der "Kreditgeberin" eine hübsche Belohnung auszahlen.
Die Dame ging zum Schein auf das Geschäft ein und machte sich auf den Weg zur Bank. Dort ließ sie sich Papierschnipsel in einem Briefumschlag "auszahlen". Bei der anschließenden Geldübergabe stand die Polizei bereit und nahm die drei Betrüger fest.
Urte Paul (23.08.2011)
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So schützen Sie sich vor Betrug
Unter diesem Titel hat die Polizeiliche Kriminalprävention ein umfangreiches Beratungsangebot ins Internet gestellt. Die Website klärt über gängige Maschen der Betrüger - wie Enkeltrick, Falschgeld, Haustürbetrug - auf und erläutert, wie Betroffene den Betrug durchschauen und sich zur Wehr setzen können.
Unter diesem Titel hat die Polizeiliche Kriminalprävention ein umfangreiches Beratungsangebot ins Internet gestellt. Die Website klärt über gängige Maschen der Betrüger - wie Enkeltrick, Falschgeld, Haustürbetrug - auf und erläutert, wie Betroffene den Betrug durchschauen und sich zur Wehr setzen können.
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Tatort Internet
Phishing, Abofallen, dubiose Geschäftsangebote per e-Mail: Das Internet ist zu einem beliebten Mittel für Betrüger geworden. Rund achtzig Prozent aller per Internet verübten Straftaten fallen in die Rubrik Betrug; den Rest machen illegale Pornographie, rechtsextreme und andere menschenverachtende Inhalte, Ausspähen von Daten und weitere Delikte aus.
Phishing heißen Versuche, an Online-Banking-Daten von Benutzern zu gelangen, um deren Konto zu plündern oder in deren Namen Online-Einkäufe zu tätigen. Zu diesem Zweck bauen Betrüger Websites von Banken täuschend echt nach. Dann verschicken Sie Mails an Internetnutzer mit der Aufforderung, Ihre Bankdaten zu prüfen. Die Mails erwecken den Eindruck, sie kämen von der eigenen Bank.
Per Link werden die Nutzer dann, ohne es zu merken, auf die nachgebaute, also falsche Website der Bank geleitet. Dort geben sie Ihre Login-Daten an - ohne zu ahnen, dass Betrüger die Daten abfangen und für ihre Zwecke verwenden.
Um wie viel Geld Bankkunden auf diese Weise geprellt werden, lässt sich schwer abschätzen. Nach Berechnungen des Bundeskriminalamts könnte die Schadenshöhe 2010 etwa 17 Millionen Euro betragen haben.
Auch mit Abofallen haben viele Internetnutzer, vor allem Jugendliche, bereits Erfahrungen gemacht: Internetseiten bieten einen Dienst an, zum Beispiel SMS oder Routenplanung, und erwecken den Eindruck, die Nutzung wäre kostenlos. Um an den "Gratis"-Dienst heranzukommen, muss der User lediglich Name und Adresse angeben.
Wenige Tage nach der Anmeldung erhält der Nutzer dann eine Rechnung: Im Kleingeschriebenen stand nämlich, dass für die Nutzung der Leistung ein Abo abgeschlossen wurde - und dafür fallen Kosten an.
Weit verbreitet ist auch die so genannte Nigeria-Masche. Ein Regierungsvertreter aus einem Land in Afrika (oft Nigeria, daher der Name Nigeria-Masche) behauptet, Zugriff auf ein millionenschweres Konto zu haben. Dessen Inhaber ist entweder verstorben oder das Geld wurde für ein Geschäft zurückgelegt, das nie zustande gekommen ist.
Der "Regierungsbeamte" sucht nun jemanden, der sich als Erbe oder Geschäftspartner ausgibt und sein Bankkonto für den Transfer zur Verfügung stellt. Als Provision wird ein ansehnlicher Batzen Geld, meist mehrere Millionen versprochen. Lediglich ein paar Vorausgebühren für Banken, Versicherungen, Zoll und so weiter seien fällig.
Wenig überraschend, dass der Millionentransfer nie zustande kommt: Sobald die Vorleistung gezahlt ist, bricht der Kontakt ab. Das investierte Geld ist hin.
Phishing, Abofallen, dubiose Geschäftsangebote per e-Mail: Das Internet ist zu einem beliebten Mittel für Betrüger geworden. Rund achtzig Prozent aller per Internet verübten Straftaten fallen in die Rubrik Betrug; den Rest machen illegale Pornographie, rechtsextreme und andere menschenverachtende Inhalte, Ausspähen von Daten und weitere Delikte aus.
Phishing heißen Versuche, an Online-Banking-Daten von Benutzern zu gelangen, um deren Konto zu plündern oder in deren Namen Online-Einkäufe zu tätigen. Zu diesem Zweck bauen Betrüger Websites von Banken täuschend echt nach. Dann verschicken Sie Mails an Internetnutzer mit der Aufforderung, Ihre Bankdaten zu prüfen. Die Mails erwecken den Eindruck, sie kämen von der eigenen Bank.
Per Link werden die Nutzer dann, ohne es zu merken, auf die nachgebaute, also falsche Website der Bank geleitet. Dort geben sie Ihre Login-Daten an - ohne zu ahnen, dass Betrüger die Daten abfangen und für ihre Zwecke verwenden.
Um wie viel Geld Bankkunden auf diese Weise geprellt werden, lässt sich schwer abschätzen. Nach Berechnungen des Bundeskriminalamts könnte die Schadenshöhe 2010 etwa 17 Millionen Euro betragen haben.
Auch mit Abofallen haben viele Internetnutzer, vor allem Jugendliche, bereits Erfahrungen gemacht: Internetseiten bieten einen Dienst an, zum Beispiel SMS oder Routenplanung, und erwecken den Eindruck, die Nutzung wäre kostenlos. Um an den "Gratis"-Dienst heranzukommen, muss der User lediglich Name und Adresse angeben.
Wenige Tage nach der Anmeldung erhält der Nutzer dann eine Rechnung: Im Kleingeschriebenen stand nämlich, dass für die Nutzung der Leistung ein Abo abgeschlossen wurde - und dafür fallen Kosten an.
Weit verbreitet ist auch die so genannte Nigeria-Masche. Ein Regierungsvertreter aus einem Land in Afrika (oft Nigeria, daher der Name Nigeria-Masche) behauptet, Zugriff auf ein millionenschweres Konto zu haben. Dessen Inhaber ist entweder verstorben oder das Geld wurde für ein Geschäft zurückgelegt, das nie zustande gekommen ist.
Der "Regierungsbeamte" sucht nun jemanden, der sich als Erbe oder Geschäftspartner ausgibt und sein Bankkonto für den Transfer zur Verfügung stellt. Als Provision wird ein ansehnlicher Batzen Geld, meist mehrere Millionen versprochen. Lediglich ein paar Vorausgebühren für Banken, Versicherungen, Zoll und so weiter seien fällig.
Wenig überraschend, dass der Millionentransfer nie zustande kommt: Sobald die Vorleistung gezahlt ist, bricht der Kontakt ab. Das investierte Geld ist hin.



