Viele Große Brüder
Die Sammelwut bezüglich persönlicher Daten grassiert. Dahinter stehen vor allem ökonomische Interessen. Was Otto Normalverbraucher oft verborgen bleibt: Seine Daten sind wertvoll - und ihre Preisgabe hat Folgen.Der Einkauf per Kundenkarte ist mehr als verlockend.Was mit seinem Kundenprofil geschieht, kann der Konsument allerdings nicht wissen. (Bild: Ulrike Wolf)
Der Datenpool aus gut einhundert Millionen Kundenkarten - so viele gibt es in Deutschland inzwischen - bildet ein unschätzbares, frei verkäufliches Informationskapital.
Ohne Bedenken
Mancher Bürger des digitalen Zeitalters erzeugt seinen Datenschatten nicht bloß eigenhändig, er tut das auch ohne Bedenken: Beinahe unentgeltlich vertrauen Millionen Verbraucher ihre persönlichen Daten den Kundenkarten-Unternehmen an. "Wichtig ist, dass ich mir bewusst mache: Wenn ich eine Kundenkarte verwende, kann derjenige, der diese Kundenkarte herausgibt, sehr detaillierte Daten über mein Kaufverhalten speichern - und wird es wahrscheinlich auch tun", mahnt Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI).
Vorteile - und Risiken
Was verlockt, ist der unbestreitbare Komfort, der mit der digitalen Technik verbunden ist: Reisen buchen vom heimischen PC, heute kaufen, erst im nächsten Monat bezahlen, mobil telefonieren von jedem Ort - kurz, die prickelnden Versuchungen des ungehemmten Datenflusses. Datenschutz aber langweile, sei Expertensache geworden, klagt der Schriftsteller, Internetjournalist und -kritiker Peter Glaser.
"Wohlfühlen in der Orwellness", so umschreibt Glaser, die Situation: Fast nur noch Experten debattierten über RFID-Chips (siehe Infobox) und Kundenprofile, über Datenaufbewahrung und -handel, während die Mehrheit der Konsumenten angebliche Vorteile genieße ohne über Risiken nachzudenken.
Der RFID-Chip gehört auch zu modernen Pässen. Hier eine Seite aus dem britischen Reisepass - mit dem Chip links oben.
Dabei hat George Orwell (1903 bis 1950), auf den Glaser sich hier bezieht, den Teufel nachdrücklich an die Wand gemalt: In seinem Roman 1984 überwachen allgegenwärtige Televisoren den Bürger, installiert von der alles beherrschenden Partei.
Die Crux daran ist: Orwells bedrohliche Vision traf so eben nicht ein. Der eine allmächtige Informationssammler ist vorerst nirgends in Sicht; stattdessen agieren Datensammler in den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Es kann die Supermarktkette sein oder die Unfallversicherung, das Reiseunternehmen, die Bank oder die Mobilfunkfirma.
Öffentliche Diskussion
In den Aufmerksamkeitsbereich von Datenschützern gerät natürlich auch Orwells Hauptverdächtiger, der Staat - weil die Strategien dort am durchschaubarsten sind, am raschesten in die öffentliche Diskussion geraten. Der Staat tut das seine vergleichsweise offen: über den Chip im Pass weiß fast jedermann Bescheid, Kontroversen um die Vorratsdatenspeicherung von Telefon- und Onlinedaten sind schlagzeilenträchtiges Thema.
Tatsache bleibt: Der Große Bruder, den Orwell prophezeite, ist nie wirklich auf der Welt erschienen. Stattdessen zeigt nun eine ganze Legion Großer Brüder heftiges Interesse an dem, was der Bürger im Alltag über sich in die digitalen Systeme streut.
Genau das aber leistet Sorglosigkeit Vorschub: Angst bedarf ja in der Regel, wie Psychologen sagen, des einen, unübersehbaren Angstobjekts. Doch dies, den zentralen, allgegenwärtigen Überwachungsstaat, gibt es - zum Glück - hierzulande nicht.
Gefahr aus dem Datenhandel
Dass Angst dennoch gerechtfertigt ist, beweist ein Blick auf die Liste des deutschen Big Brother Award: Negativpreise in der Kategorie Verbraucherschutz erhielten 2011 ein Starnberger Verlag wegen Verstoßes gegen den Schutz von Schülerdaten, sowie ein Modelabel, das Kleidungsstücke mit eingenähten RFID-Chips vertreibt. Übrigens: Details zu den restlichen "Oscars für Datenkraken" findet man unter www.bigbrotherawards.de. Dass Facebook ebenfalls als "preiswürdig" erachtet wurde, wundert wohl niemanden mehr (siehe Infobox).
Also: Vorsicht, wo immer allzu neugierige Fragesteller Dinge erfahren möchten, die mit den unbedingt notwendigen Angaben zur Abwicklung eines Kaufs, zum Abschluss von Versicherungen, mit Krediten oder dem unmittelbaren Zweck von Online-Transaktionen nur in losem Zusammenhang stehen! Vorsicht auch überall dort, wo eine Weitergabe von Daten nicht explizit ausgeschlossen wird: Mag der Datenbestand des einzelnen Großen Bruders vielleicht harmlos wirken, letztlich ist der springende Punkt der schwer kontrollierbare Datenhandel und die immer mögliche Datenverknüpfung.
Das große Geschäft
Zum brauchbaren Rohstoff für Scoring-Verfahren, also für das Ermitteln personenbezogener Bonitäts- und Risikowerte etwa für Kreditinstitute, Versandhändler oder Versicherungen, werden Daten allerdings erst in der Kombination miteinander. Entsprechend gut wird dafür gezahlt - und entsprechend groß ist die Versuchung, derartige Daten auf dem Markt anzubieten.
Doch schon einfache Datensätze mit Namen, Adresse und Kontonummer öffnen Betrügern Tür und Tor. Per Internet sind sie frei verkäuflich, zu moderaten Preisen. 2008 fand die Wirtschaftswoche heraus, dass 21 Millionen solcher Datensätze in Deutschland im Umlauf sind. Träfe das zu, wäre fast die Hälfte aller deutschen Haushalte betroffen.
Staatliche Signale
Der Staat spielt hier eine maßgebende Rolle: Schützt er im eigenen Wirkungsfeld seine Bürger - vor der mancherorts grassierenden Datensammelwut - kann das Signale setzen. Das Bundesdatenschutzgesetz - darin enthalten auch das Recht jedes Bürgers auf Auskunft über ihn betreffende Daten - stellt eine immer noch brauchbare Grundlage dar.
Den patentierten Ausweg aus der schwierigen Situation wird man vergebens suchen. Eigenes Verhalten in der neuen Datenwelt zu überdenken ist angebracht. Denn die Gründe für Misstrauen wachsen, angesichts einer Flut von Kredit- und Kundenkarten, von Onlineformularen, versteckten Warenchips - und von immer unüberschaubareren Möglichkeiten der Datenkombination.
Absehbarer Trend
Überlässt man die Zukunft allein dem Spiel der Datenmärkte, ist der Trend nach Ansicht von Experten absehbar. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg: Die Möglichkeiten, Datenbanken mit immer neuen Informationen zu füttern, vervielfältigen sich im Zuge der informationstechnologischen Entwicklung. Und: Daten, die einmal vorliegen, sind später kaum noch zu reduzieren. Der "Datenschatten", den wir alle werfen, wächst und wächst - bis zu dem Punkt, an dem informationelle Selbstbestimmung tatsächlich ein Fremdwort ist.
Michael Schmittbetz (aktualisiert 23.11.2011)
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Infobox
Facebook - der Datenkrake
"Das nette 'soziale' Netzwerk lässt Big Brother blass vor Neid werden", schreibt Laudatorin Rena Tangens auf bigbrotherawards.de. Mit dem Hinweis, dass der Datenkrake grundsätzlich alles sammle, was er bekommen könne, begründet Tangens die "Preis"verleihung des Jahres 2011 in der Kategorie Kommunikation an die Facebook Deutschland GmbH, den hiesigen Ableger der Facebook Inc.
Der "Freundefinder", mit dem Nutzer verleitet werden, ihre kompletten E-Mail-Adressbücher in Facebook zu importieren, landet ebenso am Pranger der Datenschützer wie diverse Apps, die Informationen bis hin zu Fotos, Geburtsdaten und persönlichen Notizen an sich ziehen.
Dass es fast unmöglich ist, Nutzerprofile zu löschen und einmal offen gelegte Informationen zurückzunehmen, ergänzt das Bild. Im Februar 2010 kam sogar an die Öffentlichkeit, wie auch Daten von Bürgern gespeichert werden, die nicht bei Facebook angemeldet sind. Neuerdings "bereichern" Gesichtserkennungssoftware und Bewegungsprofile das Facebook-Angebot.
Wer steckt hinter Facebook? Tangens verweist etwa auf Peter Thiel, einen Hedgefonds-Manager, der mit der Gründung des Bezahldienstes PayPal reich geworden sei. "Peter Thiel ist radikal konservativ und zugleich libertär, mag Ronald Reagan und unterstützt die Tea Party Bewegung in den USA. Und er hat eine enge Verbindung zu der rechten Internetplattform TheVanguard", schreibt Tangens.
Das US-amerikanische Bankhaus Goldman Sachs investierte allein 2011 450 Millionen Dollar. Facebook erhielt seit der Gründung der Gesellschaft im Jahr 2004 in mehreren Runden ungefähr 1,24 Milliarden Dollar zu Finanzierung. Darunter sind neben dem erwähnten Peter Thiel und Goldman Sachs (mit insgesamt je 500 Millionen Dollar) eine russische Investmentfirma, die Mail.ru Group, Microsoft und der chinesische Investor Li Ka-Shing.
Geheimdienste in aller Welt greifen heute auf Facebook mit seinen derzeit rund 800 Millionen Mitgliedern zurück. Dazu zählen CIA, NSA und FBI, bis hin zum kubanischen Auslandsgeheimnis DI (Dirección de Inteligencia), um nur ein weiteres Beispiel zu nennen: Facebook-Profile und -kontakte sind bei kubanischen Migranten in den USA und Europa extrem beliebt, wie vielerorts bei Minderheiten, die sich von den Möglichkeiten der Vernetzung Vorteile versprechen. Berichtet wird, dass der iranische Geheimdienst 2009 Facebook nutzte, um Kontakte von Regimegegnern ausfindig zu machen.
Inzwischen reagiert die Politik in Deutschland: So warnte kürzlich der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle vor Facebook: Der Richter deutete an, dass das Bundesverfassungsgericht prüfen könne, ob Facebook das Recht auf informationelle Selbstbestimmung achte. Politikern und öffentlichen Institutionen in Deutschland wird empfohlen, den umstrittenen Like-Button von Facebook von ihren Internetseiten zu entfernen und auf eigene Facebook-Profile zu verzichten.
Rena Tangens berührt auf bigbrotherawards.de die wahrscheinlich wichtigste Frage: "Warum vertrauen so viele Menschen sich mit so vielen persönlichen Details Facebook an? Firmengründer Mark Zuckerberg hat es vor Jahren in einem Chat auf den Punkt gebracht: 'They trust me - dumb fucks.' - Sie vertrauen mir, die Idioten."
"Das nette 'soziale' Netzwerk lässt Big Brother blass vor Neid werden", schreibt Laudatorin Rena Tangens auf bigbrotherawards.de. Mit dem Hinweis, dass der Datenkrake grundsätzlich alles sammle, was er bekommen könne, begründet Tangens die "Preis"verleihung des Jahres 2011 in der Kategorie Kommunikation an die Facebook Deutschland GmbH, den hiesigen Ableger der Facebook Inc.
Der "Freundefinder", mit dem Nutzer verleitet werden, ihre kompletten E-Mail-Adressbücher in Facebook zu importieren, landet ebenso am Pranger der Datenschützer wie diverse Apps, die Informationen bis hin zu Fotos, Geburtsdaten und persönlichen Notizen an sich ziehen.
Dass es fast unmöglich ist, Nutzerprofile zu löschen und einmal offen gelegte Informationen zurückzunehmen, ergänzt das Bild. Im Februar 2010 kam sogar an die Öffentlichkeit, wie auch Daten von Bürgern gespeichert werden, die nicht bei Facebook angemeldet sind. Neuerdings "bereichern" Gesichtserkennungssoftware und Bewegungsprofile das Facebook-Angebot.
Wer steckt hinter Facebook? Tangens verweist etwa auf Peter Thiel, einen Hedgefonds-Manager, der mit der Gründung des Bezahldienstes PayPal reich geworden sei. "Peter Thiel ist radikal konservativ und zugleich libertär, mag Ronald Reagan und unterstützt die Tea Party Bewegung in den USA. Und er hat eine enge Verbindung zu der rechten Internetplattform TheVanguard", schreibt Tangens.
Das US-amerikanische Bankhaus Goldman Sachs investierte allein 2011 450 Millionen Dollar. Facebook erhielt seit der Gründung der Gesellschaft im Jahr 2004 in mehreren Runden ungefähr 1,24 Milliarden Dollar zu Finanzierung. Darunter sind neben dem erwähnten Peter Thiel und Goldman Sachs (mit insgesamt je 500 Millionen Dollar) eine russische Investmentfirma, die Mail.ru Group, Microsoft und der chinesische Investor Li Ka-Shing.
Geheimdienste in aller Welt greifen heute auf Facebook mit seinen derzeit rund 800 Millionen Mitgliedern zurück. Dazu zählen CIA, NSA und FBI, bis hin zum kubanischen Auslandsgeheimnis DI (Dirección de Inteligencia), um nur ein weiteres Beispiel zu nennen: Facebook-Profile und -kontakte sind bei kubanischen Migranten in den USA und Europa extrem beliebt, wie vielerorts bei Minderheiten, die sich von den Möglichkeiten der Vernetzung Vorteile versprechen. Berichtet wird, dass der iranische Geheimdienst 2009 Facebook nutzte, um Kontakte von Regimegegnern ausfindig zu machen.
Inzwischen reagiert die Politik in Deutschland: So warnte kürzlich der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle vor Facebook: Der Richter deutete an, dass das Bundesverfassungsgericht prüfen könne, ob Facebook das Recht auf informationelle Selbstbestimmung achte. Politikern und öffentlichen Institutionen in Deutschland wird empfohlen, den umstrittenen Like-Button von Facebook von ihren Internetseiten zu entfernen und auf eigene Facebook-Profile zu verzichten.
Rena Tangens berührt auf bigbrotherawards.de die wahrscheinlich wichtigste Frage: "Warum vertrauen so viele Menschen sich mit so vielen persönlichen Details Facebook an? Firmengründer Mark Zuckerberg hat es vor Jahren in einem Chat auf den Punkt gebracht: 'They trust me - dumb fucks.' - Sie vertrauen mir, die Idioten."
Infobox
Kleiner Chip mit großer Wirkung
Am Joghurtbecher aus dem Supermarkt kann der Sender stecken. Schuhsohlen oder Etiketts an Kleidungsstücken sind ebenfalls mögliche Orte für den RFID-Chip, ein millimeterkleines Stück Informationstechnologie. RFID steht für Radio Frequency Identification. Der winzige Funkchip kommt meist ohne eigene Energiequelle aus - dafür umschließt den Datenspeicher ein nur mit Lupe sichtbarer Antennendraht, der Funkwellen auffangen und in Energie umwandeln kann.
Im einfachsten Fall handelt es sich um Warensicherung, der Chip speichert dann lediglich 1 Bit. Oft aber ist die Kapazität größer, so dass alle Informationen über die Ware, an der der Chip haftet, gespeichert sind. Im Lagermanagement unbedenklich, entsteht das Problem beim Kontakt zum Konsumenten: Der "Schnüffel-Chip", so Datenschützer, kann berührungslos bis zu etwa zehn Meter Entfernung per RFID-Lesegerät ausgelesen werden.
Marketingspezialisten behaupten, die RFID-Technik sei lediglich ein verbesserter Strichcode. Kein Strichcode kann aber das Kaufverhalten von Kunden erfassen oder, da der Chip nach dem Kauf meist am Produkt verbleibt, Menschen an beliebigen Orten als Konsumenten bestimmter Erzeugnisse outen. Beeindruckend - wenden Kritiker ein - seien auch hier die Möglichkeiten, die sich aus der Verknüpfung mit Kundenkarten-Daten ergeben. Mehr zur RFID-Technologie erfährt man auf den Seiten von foebud.org.
Am Joghurtbecher aus dem Supermarkt kann der Sender stecken. Schuhsohlen oder Etiketts an Kleidungsstücken sind ebenfalls mögliche Orte für den RFID-Chip, ein millimeterkleines Stück Informationstechnologie. RFID steht für Radio Frequency Identification. Der winzige Funkchip kommt meist ohne eigene Energiequelle aus - dafür umschließt den Datenspeicher ein nur mit Lupe sichtbarer Antennendraht, der Funkwellen auffangen und in Energie umwandeln kann.
Im einfachsten Fall handelt es sich um Warensicherung, der Chip speichert dann lediglich 1 Bit. Oft aber ist die Kapazität größer, so dass alle Informationen über die Ware, an der der Chip haftet, gespeichert sind. Im Lagermanagement unbedenklich, entsteht das Problem beim Kontakt zum Konsumenten: Der "Schnüffel-Chip", so Datenschützer, kann berührungslos bis zu etwa zehn Meter Entfernung per RFID-Lesegerät ausgelesen werden.
Marketingspezialisten behaupten, die RFID-Technik sei lediglich ein verbesserter Strichcode. Kein Strichcode kann aber das Kaufverhalten von Kunden erfassen oder, da der Chip nach dem Kauf meist am Produkt verbleibt, Menschen an beliebigen Orten als Konsumenten bestimmter Erzeugnisse outen. Beeindruckend - wenden Kritiker ein - seien auch hier die Möglichkeiten, die sich aus der Verknüpfung mit Kundenkarten-Daten ergeben. Mehr zur RFID-Technologie erfährt man auf den Seiten von foebud.org.
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Muster in Datenmengen: Data Mining
Das Speichern von Daten auf Vorrat (zum Beispiel Telefon- oder Internetverbindungsdaten) ist eine Voraussetzung des Data-Mining. Darunter verstehen Fachleute die Anwendung statistisch-mathematischer Methoden auf große Datenmengen zum Zweck der Mustererkennung. Experten von Polizei und Geheimdienst versprechen sich von solchen Verfahren Chancen zur Ermittlung von "Straftätern" vor der Tat.
Luc de Raedt, Data-Mining-Spezialist an der Uni Freiberg, meint dazu: "In den gespeicherten Daten ein Muster zu entdecken, das ernstlich kriminelles Verhalten charakterisiert, ist meines Erachtens jenseits des Standes der Technik." Unklar sei, ob die Kommunikation von Kriminellen andere Muster aufweise als diejenige unbescholtener Bürger.
Das Speichern von Daten auf Vorrat (zum Beispiel Telefon- oder Internetverbindungsdaten) ist eine Voraussetzung des Data-Mining. Darunter verstehen Fachleute die Anwendung statistisch-mathematischer Methoden auf große Datenmengen zum Zweck der Mustererkennung. Experten von Polizei und Geheimdienst versprechen sich von solchen Verfahren Chancen zur Ermittlung von "Straftätern" vor der Tat.
Luc de Raedt, Data-Mining-Spezialist an der Uni Freiberg, meint dazu: "In den gespeicherten Daten ein Muster zu entdecken, das ernstlich kriminelles Verhalten charakterisiert, ist meines Erachtens jenseits des Standes der Technik." Unklar sei, ob die Kommunikation von Kriminellen andere Muster aufweise als diejenige unbescholtener Bürger.



