Arbeit mit Köpfchen
Ermitteln im Verborgenen: da denkt mancher an eine Spürnase am Rande der Legalität. LexiTV wollte wissen, wie es rechtlich und auch sonst um den Detektiv-Beruf bestellt ist, und fragte den Erfurter Privatdetektiv Andreas Helmis.LexiTV: Herr Helmis, Sie haben Kriminalistik studiert - offenbar ideale Grundlage für den Beruf des Detektivs. Wie wird man Privatdetektiv?
Helmis: Detektiv kann in Deutschland zum Beispiel jeder werden, der meint, er habe aus fünf Jahren Knasterfahrung viel gelernt. Das muss ich einfach so hart sagen. Denn nötig ist lediglich die gewerbliche Anmeldung. Obwohl es eines polizeilichen Führungszeugnisses bedarf, ist der Zugang selbst für schwarze Schafe leicht. Deshalb kämpfen wir in den Berufsverbänden darum, den Detektivberuf stärker in Normen zu fassen. Vielleicht wird daraus dann irgendwann ein öffentlich anerkannter Ausbildungsberuf.
LexiTV: Der Kaufhausdetektiv nennt sich ja auch Detektiv. Was hat es damit auf sich?
Helmis: Der Begriff Privatdetektiv ist leider nicht exakt definiert. Aber er grenzt sich vom Kaufhausdetektiv schon in mancher Hinsicht ab. Einzelhandelsdetektive sind Bewachungsdetektive, denn sie bewachen in Kaufhäusern die Ware, das Personal und das Geld. Darum fallen sie unter die gesetzlichen Regeln des Bewachungsgewerbes. Dafür gibt die Bewachungsverordnung übrigens Richtlinien vor, die es für Privatdetektive so leider nicht gibt.
LexiTV: Herr Helmis, nur noch einmal zum Verständnis: um Privatdetektiv zu werden benötigt man die Anmeldung eines Bewachungsgewerbes also nicht?
Helmis: Genau. Aber gerade weil der Privatdetektiv in Sachverhalten tätig wird, die - mit Verlaub gesagt - viel mehr Bedeutung haben können als Ladendiebstahl, wäre das ein ganz wesentlicher Schritt: wenn Privatdetektivanwärter zumindest dieselbe Unterrichtung und Sachkundeprüfung einer IHK durchlaufen wie Einzelhandelsdetektive. Das wünsche ich mir sehr. Es wäre doch zumindest eine gewisse staatliche Anerkennung des Detektivberufs und darüber hinaus könnten viele schwarze Schafe von Beginn an ausgesondert werden.
Kaufhausdetektiv am Monitor: Schäden von mehreren Milliarden Euro entstehen jährlich durch Diebstahl.
Helmis: Obligatorisch sind mindestens eine gültige Büroanschrift und ein registrierter Telefonanschluss: das zeigt, ein Detektivbüro ist etabliert. Die Kopfbögen der Briefe sollten den Geschäftssitz ausweisen, die Umsatzsteuernummer und eine Bankverbindung.
LexiTV: Gibt es für Klienten weitere Anhaltspunkte?
Helmis: Ein zusätzliches vertrauenerweckendes Anzeichen kann die Zugehörigkeit des Detektivs zu einem der Berufsverbände sein, weil man sich als Mitglied dort der Berufsverordnung der Detektive unterwirft. Natürlich ist das immer noch keine hundertprozentige Garantie. Seriosität zeigt sich meiner Ansicht nach vor allem im ersten Gespräch zum Sachverhalt. Der Kunde darf hier erwarten, dass die Herangehensweise Schritt für Schritt geschildert und ein schriftliches Lösungsangebot vorlegt wird...
Teil 1: Schwarzes Schaf oder seriös?
Teil 2: Jedermannsrecht mit technischen Hilfsmitteln
Teil 3: Vor allem Wirtschaftsdelikte
Teil 2: Jedermannsrecht mit technischen Hilfsmitteln
Teil 3: Vor allem Wirtschaftsdelikte
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Der Privatdetektiv Andreas Helmis...
ermittelt seit mehr als 14 Jahren. Er studierte von 1977 bis 1981 Kriminalistik an der Humboldt-Universität Berlin und war danach Kriminaloberkommissar bei der Erfurter Kripo. Die Ermittlungen in einem Vermisstenfall führten Helmis und sein Team sogar schon einmal nach England. In Zusammenarbeit mit den Londoner Polizisten konnte ein entführtes Kind befreit werden.
ermittelt seit mehr als 14 Jahren. Er studierte von 1977 bis 1981 Kriminalistik an der Humboldt-Universität Berlin und war danach Kriminaloberkommissar bei der Erfurter Kripo. Die Ermittlungen in einem Vermisstenfall führten Helmis und sein Team sogar schon einmal nach England. In Zusammenarbeit mit den Londoner Polizisten konnte ein entführtes Kind befreit werden.



