Arabische "Krämerseelen"
Das höchstdotierte Pferderennen, das einzige Sieben-Sterne-Hotel der Welt und der größte Goldmarkt im Nahen Osten - im Wüstenstaat Dubai jagt ein Superlativ den nächsten. Eines der neuesten Zukunftsprojekte: Palm Islands. Das sind drei künstlich aufgeschüttete Inseln in Palmenform, die sogar vom Mond aus zu sehen sein sollen. Durch das Projekt werden sich Dubais saubere Strände um einhundertzwanzig Kilometer verlängern. Die ersten noblen Villen und luxuriösen Hotels können ab 2007 bezogen werden.Kometenhafter Aufstieg
Während traditionelle Wirtschaftsgiganten der Welt über Handelsdefizite und Börsenflaute jammern, boomt am Arabischen Golf das Geschäft. In nur wenigen Jahrzehnten wurde aus einem kleinen Fischerdorf plus Handelshafen eine pulsierende Metropole mit bester Infrastruktur, exzellenten Freizeitmöglichkeiten und moderner Architektur.
Was ist das Geheimnis des Emirats? Das Öl, werden viele sagen, das vor der Küste Dubais 1966 gefunden wurde. Dies mag zwar sein, erklärt aber immer noch nicht den kometenhaften Aufstieg des Landes. Denn viel Öl besitzen auch die Nachbarländer.
Märchen von Dubai
Für Dubais Oberhaupt, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, liegt das Geheimnis in der "Weisheit der Herrscher, die das Märchen von Dubai haben wahr werden lassen". Er selbst bezeichnet sich als "Staatsmann mit einer Vision". Er schaue gern zwanzig, dreißig Jahre voraus, wie sein Vater, Scheich Rashid. Jedes einzelne seiner Projekte wird persönlich von ihm überwacht und das sind nicht wenige: Neben dem Palm-Island-Projekt gehört der Ausbau der Emirat-Fluggesellschaft dazu oder die Internet-City, von der aus IT-Firmen mit der ganzen Welt Handel treiben können.
Mit Vollgas voran
Um seine Projekte umzusetzen - so der Sheik - beobachte er, lese in den Gesichtern der Menschen, treffe schnell Entscheidungen und schreite mit Vollgas voran. Beste Kontakte zu Staatsmännern und Politikern in aller Welt helfen da zusätzlich. Scheich Rashid hatte in weiser Voraussicht seine drei Söhne bereits in jungen Jahren an die besten Schulen Großbritanniens geschickt. Die Kontakte, die sie damals knüpften, sind heute von unschätzbarem Vorteil.
Von langer Hand vorbereitet
Eine Familie von Visionären scheinen die Herrscher von Dubai schon immer gewesen zu sein. Denn der Boom, den Dubai heute erlebt, ist bereits von langer Hand vorbereitet worden. Das Öl hat nur geholfen, die Träume schneller leben zu können. Wahr geworden wären sie vielleicht sogar ohne Öl. Begonnen hat alles im Jahre 1833. Damals beschloss Scheich Maktoum Bin Buti Al Maktoum vom Beduinenstamm der Bani Yas die Liwa-Oase in Richtung Küste zu verlassen. Es folgten ihm achthundert Stammesmitglieder und ließen sich am Creek, einem vierzehn Kilometer langen Meeresarm des Arabischen Golfes, als Fischer und Händler nieder.
Karawanenstopp
Der Ort war gut gewählt. Bereist im 5./6. Jahrhundert gab es hier ein wichtiges Handelszentrum an der Karawanenstraße von Oman nach Mesopotamien. Archäologen fanden in Jumeirah, einem Vorort des heutigen Dubai-Stadt, drei größere Gebäudekomplexe aus dieser Zeit: einen Ratspalast, eine Karawanserei mit Gasthof, Wohnungen und einen Markt mit sieben Läden. Weihrauch, Gewürze, Textilien, Juwelen und Keramik brachten damals Wohlstand. Der Handel mit den Nachbarstaaten und Indien war für die am Creek lebenden Beduinen schon immer wichtig gewesen, da Fischfang und Perlentaucherei nicht zum Überleben reichten. Besonders dann, wenn der Stamm nicht über eine Oase im Hinterland verfügte, die sie mit Grundnahrungsmitteln und Waren des täglichen Bedarfs versorgte.
Seemacht Portugal
Die aufstrebenden europäischen Weltmächte begannen im 16. Jahrhundert, sich für die Seehandel treibenden Siedler zu interessieren. Zwei Jahrhunderte lang kontrollierten die Portugiesen mit ihren Schiffen den Handel im Golf - dem Knotenpunkt zwischen Indien und dem Mittelmeer - bevor sie in der Mitte des 17. Jahrhunderts von den verbündeten Briten und Arabern vertrieben wurden. Sofort begannen die Briten ihren politischen Einfluss auf die Golfküste auszuweiten, um die Abwicklung ihres Handels von Indien nach Europa durch den Arabischen Golf zu sichern.
Piratenküste
Sie beschränkten sich allerdings nur darauf, ihre Handelsstraße passierbar zu halten und ließen den Stämmen ihre innenpolitische Macht. Gefahr drohte ihnen aber nicht nur durch andere Großmächte, wie Frankreich und Russland, sondern auch durch die "Seeräuber" des arabischen Qawasim-Stammes, die immer wieder britische Schiffe überfielen. Ihnen verdankt das Land die Bezeichnung Piratenküste...
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Infobox
Der Titel Scheich, arabisch sheik ("Alter"), ist auf der Arabischen Halbinsel eine Ehrenbezeichnung für ältere Führungspersönlichkeiten, geistige Autoritäten oder angesehene Richter. Bei den Beduinen wurden die Stammesführer frei gewählt. Jedoch gehören die Söhne des Oberhaupts zum engen Kreis derjenigen, die als Nachfolger in Betracht kommen. Den Titel Sheik tragen auch die sieben Regierungsoberhäupter der Vereinigten Arabischen Emirate am Golf und deren Söhne.
In der Bezeichnung sind beduinische Tradition und politischer Machtanspruch der Familie vereint. Deshalb werden bei malis (Versammlungen) Staatsoberhäupter nur mit "His Highness" - "Seine Hoheit" - angesprochen. Für Gouverneure oder Minister gibt es die Bezeichung "His Excellency" - "Seine Exzellenz". Da Person, Name und Titel jedermann bekannt ist, braucht man sie nicht mehr zu erwähnen. Wichtig ist nur, mit der Anrede den gebührenden Respekt zu zeigen.
In der Bezeichnung sind beduinische Tradition und politischer Machtanspruch der Familie vereint. Deshalb werden bei malis (Versammlungen) Staatsoberhäupter nur mit "His Highness" - "Seine Hoheit" - angesprochen. Für Gouverneure oder Minister gibt es die Bezeichung "His Excellency" - "Seine Exzellenz". Da Person, Name und Titel jedermann bekannt ist, braucht man sie nicht mehr zu erwähnen. Wichtig ist nur, mit der Anrede den gebührenden Respekt zu zeigen.
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Auf den Märkten Dubais gibt es Waren aus aller Welt. Doch wer kaufen will, muss ein Gebot beachten: Hier wird gehandelt. So ein Ritual kann folgendermaßen aussehen: Der Kunde hat einen bestimmten Teppich im Auge. Sobald er ihn geringschätzig gemustert hat, legt er den Teppich zur Seite und feilscht um ein anderes Exemplar.
Nachdem sich dieses als zu teuer herausstellt, nimmt der Kunde das gewünschte - allerdings ohne Begeisterung - und fragt den Händler nach dem Preis. Der schlägt 1000 Dirham vor. Darüber muss der Kunde lachen, denn das bewusste Stück sei seiner Meinung nach nur 200 Dirham wert. Er würde aber 300 zahlen. Nun lacht der Händler und bietet 900 an. Der Kunde weist jetzt auf einen Fehler in der Ware hin.
Weil er ein Freund sei, wird sich der Händler daraufhin bereit erklären, den Teppich für 800 Dirham zu verkaufen. Der Kunde gibt ihm 500 und meint genug, worauf der Händler 700 verlangt. Doch der Kunde gibt ihm nur 50 und behauptet, mehr hätte er nicht. Auf gar keinen Fall wird der Händler sagen und das gesamte Geld zurückgeben.
Der Kunde dreht sich um, um dankend den Laden zu verlassen. Am Ende wird das Geschäft mit Handschlag und für 570 Dirham besiegelt.
Nachdem sich dieses als zu teuer herausstellt, nimmt der Kunde das gewünschte - allerdings ohne Begeisterung - und fragt den Händler nach dem Preis. Der schlägt 1000 Dirham vor. Darüber muss der Kunde lachen, denn das bewusste Stück sei seiner Meinung nach nur 200 Dirham wert. Er würde aber 300 zahlen. Nun lacht der Händler und bietet 900 an. Der Kunde weist jetzt auf einen Fehler in der Ware hin.
Weil er ein Freund sei, wird sich der Händler daraufhin bereit erklären, den Teppich für 800 Dirham zu verkaufen. Der Kunde gibt ihm 500 und meint genug, worauf der Händler 700 verlangt. Doch der Kunde gibt ihm nur 50 und behauptet, mehr hätte er nicht. Auf gar keinen Fall wird der Händler sagen und das gesamte Geld zurückgeben.
Der Kunde dreht sich um, um dankend den Laden zu verlassen. Am Ende wird das Geschäft mit Handschlag und für 570 Dirham besiegelt.



