Ende - und Anfang?
Zweieinhalb Jahrhunderte später ist das Streben nach Effektivität und Gewinn unverändert. Die Fabrikarbeit aber hat sich gewandelt - die Menschen verschwinden aus den Fabriken.Fabrik der Zukunft? Hardwareentwickler überträgt Schaltkreise fotolithografisch auf Siliziumwafer. (www.purdue.edu)
Eingesparte Jobs
"Dank zunehmender Automation wird es bald überall Fabriken ohne Arbeiter geben. In der US-amerikanischen Industrie wurden von 1981 bis 1991 mehr als 1,8 Millionen Jobs eingespart, allein in Deutschland waren es 1992 mehr als eine halbe Million", konstatiert der Wirtschaftsautor Jeremy Rifkin. Über die anderthalb Jahrzehnte bis heute hat sich der Vorgang eher beschleunigt.
Vom Fließband zum Computer
Lediglich zweieinhalb Jahrhunderte sind seit der ersten industriellen Revolution, dem Beginn des Maschinenzeitalters, vergangen - in der Menschheitsgeschichte ein Augenblick. Und doch haben im Verlauf dieser kurzen Zeitspanne drei weitere industrielle Revolutionen die fabrikmäßige Produktion von Gütern auf jeweils neue Grundlagen gestellt: Fließband und Motor, sowie die Umstellung von Kohle auf Öl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; die Automatisierung bis hin zu den ersten Industrierobotern ab etwa 1950; dann die Computerisierung der Produktion, verbunden mit breit angewandter Mikro- und Nanotechnik und Biotechnologien ab den frühen 1980er Jahren.
Phase des Massenwohlstands
Bei alldem bietet unser Planet einen höchst differenzierten Anblick: Relativ einheitlich verläuft der Prozess nur in den entwickelten Gesellschaften Westeuropas und Nordamerikas. Dort geht seit der vierten industriellen Revolution - der Digitalisierung - eine Phase des Massenwohlstands, zeitweise sogar der Vollbeschäftigung, langsam zu Ende. Ähnlich langsam - aber sicher - wird Millionen Arbeitnehmern klar, wie sehr die Verheißungen der Politiker, irgendwann einmal wieder Vollbeschäftigung zu erreichen, auf Sand gebaut sind.
Inseln des Wohlstands
In zahlreichen ärmeren Gesellschaften hingegen fällt das Bild viel buntscheckiger aus: Modernste produktive Zentren, Inseln relativen Wohlstands, existieren neben Produktionsstätten, die, von Billigarbeitskräften betrieben, vielleicht auf dem Niveau der zweiten industriellen Revolution Güter erzeugen. Und oft bloß wenige Kilometer entfernt leben Menschen unter Bedingungen, die denen des vorindustriellen Zeitalters entsprechen.
Die Megastädte der so genannten Dritten Welt, wie etwa Nairobi, gleichen mit ihren Slums und extremen sozialen Gegensätzen dem London während des ausbrechenden Maschinenzeitalters im Westen. Nur, dass keine Fabrikschornsteine mehr rauchen - und dass die Chancen der Entwurzelten, jemals einen Platz in der marktwirtschaftlichen Gütererzeugung zu finden, gegen Null tendieren...
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Ob Kurbelwellen drehen...
oder Orangensaft synthetisieren: Flexibilität gehört nun mal zu den wichtigsten Anforderungen an moderne Arbeitnehmer. Hochgradig flexibel soll bald auch die Produktionsstätte selbst sein. Nicht mehr für ein und dieselbe Erzeugnispalette, die über Jahre hinweg alle Fertigungsstufen durchläuft, wird sie nun gebaut - sondern mit Blick auf sehr rasche Umstellungsvorgänge.
Produktionsforscher sprechen vom Konzept der wandlungsfähigen Fabrik. Solche wandlungsfähige Fabrik (und jedes ihrer Bestandteile) ist im Idealfall mobil, modular (wie ein Baukasten) und skalierbar (also flexibel auch hinsichtlich des Produktionsvolumens). So genannte Szenario-Techniken sollen Prognosen über künftige variable Produktionsziele erlauben.
Für die Mitarbeiter bedeutet das die Bereitschaft zu Anpassungen an permanent neue Bedingungen. Im Konfliktfall gilt: Wenn sich der Mitarbeiter nicht ändert, dann ändert sich der Mitarbeiter. Der Fachbegriff ist hier change management und umfasst alle Veränderungsprozesse im Zusammenhang mit dem benötigten Personal. Die wandlungsfähige Fabrik ist im Rahmen der Produktionsforschung eines der neuesten Konzepte zur Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit.
oder Orangensaft synthetisieren: Flexibilität gehört nun mal zu den wichtigsten Anforderungen an moderne Arbeitnehmer. Hochgradig flexibel soll bald auch die Produktionsstätte selbst sein. Nicht mehr für ein und dieselbe Erzeugnispalette, die über Jahre hinweg alle Fertigungsstufen durchläuft, wird sie nun gebaut - sondern mit Blick auf sehr rasche Umstellungsvorgänge.
Produktionsforscher sprechen vom Konzept der wandlungsfähigen Fabrik. Solche wandlungsfähige Fabrik (und jedes ihrer Bestandteile) ist im Idealfall mobil, modular (wie ein Baukasten) und skalierbar (also flexibel auch hinsichtlich des Produktionsvolumens). So genannte Szenario-Techniken sollen Prognosen über künftige variable Produktionsziele erlauben.
Für die Mitarbeiter bedeutet das die Bereitschaft zu Anpassungen an permanent neue Bedingungen. Im Konfliktfall gilt: Wenn sich der Mitarbeiter nicht ändert, dann ändert sich der Mitarbeiter. Der Fachbegriff ist hier change management und umfasst alle Veränderungsprozesse im Zusammenhang mit dem benötigten Personal. Die wandlungsfähige Fabrik ist im Rahmen der Produktionsforschung eines der neuesten Konzepte zur Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit.



