Für immer und ewig
Förster lassen Bäume pflanzen und Wege bauen, jagen Wild und kümmern sich um die Holzernte. Oberstes Anliegen dabei: Der Wald soll erhalten bleiben und auch künftigen Generationen Holz liefern.Vollernter im Einsatz: Rund 54 Millionen Festmeter Holz wurden im Jahr 2010 in Deutschland geerntet.
54,4 Millionen Festmeter
"Hüter des Holzes" und verantwortlich für Pflege und Erhalt des Waldes sind die Förster. Einer von ihnen ist Hubertus Hügel, "Herr" über zweitausend Hektar Privatwald in Sachsen. Ein Drittel seiner Zeit verbringt der Förster im Büro - denn auch das gehört zu seiner Arbeit -, sonst streift er durchs Revier: Er überwacht den Baumbestand, plant den Wegebau, lässt junge Bäume pflanzen. Hauptaufgabe von Hubertus Hügel allerdings ist es, den Holzeinschlag zu planen und vorzubereiten. Die Nachfrage nach Holz ist hoch, 2010 wurden in Deutschland mehr als 54,4 Millionen Festmeter (also Kubikmeter) geschlagen. Forstbetriebe sind auf den Holzverkauf angewiesen, immerhin macht er rund neunzig Prozent ihrer Einnahmen aus.
Altbestand...
"Hier bereiten wir gerade die Räumung eines Altbestandes vor", sagt Förster Hügel und zeigt auf ein Stück Wald, wo unter dreißig Meter hohen Fichten schon junge Buchen wachsen. "Wir nehmen die hundert Jahre alten Fichten weg", erläutert der Förster, "und befördern so die Naturverjüngung. Sind die hohen Bäume nicht mehr da, hat der Nachwuchs mehr Licht und gedeiht besser." Diese Form der Endnutzung sei jedoch selten.
Zwei Drittel seiner Arbeitszeit verbringt der Förster Hubertus Hügel im Revier.
Meist organisiert Hubertus Hügel den Einschlag nach dem Prinzip der Durchforstung: Er wählt kräftige Bäume aus und markiert sie mit weißen Bändern. Diese so genannten Z-Bäume (Zukunftsbäume) werden dann gezielt gefördert, indem man zwei bis drei Konkurrenten fällt. "Kahlschlag gibt es heute fast gar nicht mehr", kommentiert Hubertus Hügel das Prinzip der Waldwirtschaft. "Oberstes Ziel ist es, den Wald so zu erhalten, dass folgende Generationen auch noch Holz schlagen können."
Scheinbar endlos
So abwegig ist der Gedanke gar nicht, dass es eines Tages keinen Wald mehr geben könnte. Immerhin verschwinden jedes Jahr weltweit rund 13 Millionen Hektar Wald - also mehr als die gesamte Waldfläche Deutschlands. Und auch hierzulande gab es Zeiten, in denen man gedankenlos mit der scheinbar endlosen Ressource Wald umging.
Holzknappheit in deutschen Landen
Noch bis ins Mittelalter war Europa fast vollständig von Bäumen bedeckt. Steigender Holzbedarf sowie Bedarf an Land für Viehwirtschaft und Ackerbau ließen jedoch mehr und mehr Wald verschwinden. Im 15. Jahrhundert stellte sich in deutschen Landen allmählich Holzknappheit ein.
Als im ausgehenden Mittelalter das Holz knapp wurde, kam allmählich die Idee von der "nachhaltenden Nutzung" des Waldes auf.
"Continuierlich, beständig, nachhaltend"
Das forstwirtschaftliche Wissen der Zeit fasste der kursächsische Oberberghauptmann - und damit Forstverantwortliche - Hans Carl von Carlowitz 1713 in seinem Buch Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht zusammen. Darin heißt es: "Conservation und Anbau des Holtzes" seien so "anzustellen, daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe" - von Carlowitz formulierte damit erstmals das Prinzip der Nachhaltigkeit. Als ökonomischer Leitgedanke sollte es bestimmend werden für die Forstwirtschaft, und für die Forstwissenschaft, die sich ab der Mitte des 18. Jahrhunderts herausbildete...
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Infobox
Die größten Waldgebiete der Welt sind die Regenwälder Südamerikas und die borealen Nadelwälder, die sich von Skandinavien über Russland und Sibirien bis nach Kanada erstrecken. Hier wie dort gibt es große Bestände an Urwald, wo der Mensch noch keinen Einfluss genommen hat und die natürliche Dynamik daher ungestört ist.
In Mitteleuropa hingegen existieren nur noch wenige Relikte von Urwäldern, zum Beispiel die Rotbuchenwälder der ukrainischen und slowakischen Waldkarpaten und Teile der Dinarischen Bergwälder im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien. In Deutschland sucht man Urwald vergeblich.
In Mitteleuropa hingegen existieren nur noch wenige Relikte von Urwäldern, zum Beispiel die Rotbuchenwälder der ukrainischen und slowakischen Waldkarpaten und Teile der Dinarischen Bergwälder im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien. In Deutschland sucht man Urwald vergeblich.
Infobox
Natürlicherweise bestünde Deutschlands Wald heute zu zwei Dritteln aus Buchenmischwald und zu einem Fünftel aus Eichenmischwald. Tatsächlich jedoch machen Kiefern und Fichten mehr als die Hälfte des Bestands aus, Buchen und Eichen rund ein Viertel. Ursache sind Aufforstungen im 19. Jahrhundert, in denen schnell wachsende Nadelbäume, oftmals in Reih und Glied, gepflanzt wurden.
Mehr als dreißig Prozent der Fläche Deutschlands sind mit Wald bedeckt. Der größte Anteil, 44 Prozent, ist Privatwald und gehört Banken, Versicherungen, Unternehmen oder Privatpersonen. Körperschaftswald, also Wald im Besitz von Städten und Gemeinden, macht 20 Prozent der Waldfläche aus. 37 Prozent besitzt der Staat, also Bund, Länder und Treuhand.
Mehr als dreißig Prozent der Fläche Deutschlands sind mit Wald bedeckt. Der größte Anteil, 44 Prozent, ist Privatwald und gehört Banken, Versicherungen, Unternehmen oder Privatpersonen. Körperschaftswald, also Wald im Besitz von Städten und Gemeinden, macht 20 Prozent der Waldfläche aus. 37 Prozent besitzt der Staat, also Bund, Länder und Treuhand.




