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Junkers
Himmelsstürmer

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Das obere Management der Junkers-Unternehmensgruppe dominierten von 1931 bis zur Machtergreifung der Nazis 1933 drei Männer, deren politische Herkunft in der Kieler KAPD, einer kommunistischen Splittergruppe links von der an Moskau orientierten KPD, zu suchen ist: Peter Drömmer, ein expressionistischer Maler und Industriedesigner, der Schriftsteller Richard Blunck, und Adolf Dethmann, promovierter Staatswissenschaftler. Dethmann, von Junkers zum Direktor der Flugzeugwerke befördert, lenkte das Unternehmen mit einem harten Sanierungskurs durch die Weltwirtschaftskrise.

Mit dem Schicksal des "Kieler Trios" befasst sich ein Buch des Historikers Detlef Siegfried (Der Fliegerblick: Intellektuelle, Radikalismus und Flugzeugproduktion bei Junkers 1914 bis 1934, Bonn 2001). Vor allem Blunck - er schrieb Anfang der 1950er Jahre die maßgebliche Junkers-Biografie - und Dethmann setzten Professor Junkers Grundsätze, angereichert mit eigenen Vorstellungen, in Unternehmenspropaganda und Führungsrichtlinien um. Gemeinsam mit linken Dessauer NSDAP-Kreisen wehrten sich die drei bis zuletzt gegen jede Einflussnahme offizieller Regierungsstellen im Sinne der Umstellung auf (militärische) Massenproduktion.

Weitgehend ist auch die Zusammenarbeit mit dem Dessauer Bauhaus, zum Beispiel beim Konzipieren mobiler Metallhäuser, auf das Wirken des "Kieler Trios" zurückzuführen. Göring diente die Rolle von Drömmer, Blunck und Dethmann 1933 als Vorwand, das Unternehmen als "kommunistisch durchseucht" zu diffamieren und seinem Wirtschaftsimperium einzuverleiben.

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Die Tragik des Erfinders Hugo Junkers wird nirgends so deutlich, wie bei der letztendlichen Verwertung seiner Forschungsresultate. Denn der von Junkers geschaffene Vorlauf in der Grundlagenforschung machte die deutsche Luftrüstung, insbesondere nach 1937, erst möglich. Das Modell Junkers JU 88, ein zweimotoriger Bomber, den es auch in Sturzkampfausführung gab ("Stuka"), war eines der Standard-Kampfflugzeuge des Dritten Reichs. Rund 15.100 Maschinen dieses Typs entstanden von 1939 bis 1945 in den nun auf Massenfertigung umgestellten Junkers-Flugzeugwerken.

Ähnlich ging es zu mit der JU 52 ("Tante JU"), weltweit erfolgreichstes Verkehrsflugzeug vor 1933. Sie wurde, nach einer kurzen Karriere als behelfsmäßiger Bomber, Standard-Transportflugzeug der Luftwaffe. Sogar das ehrgeizigste Junkers-Projekt, der bloß auf dem Papier existente "Nurflügler" J 1000, erlebte letztlich seine militärische Auferstehung: als Bomber Northtrop B 2 ("Tarnkappenbomber") der US Air Force.