Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Infobox

Rosinenbomber
So nannten die West-Berliner liebevoll all jene Flugzeuge, die ihre Stadt zwischen dem 26. Juni 1948 und dem 12. Mai 1949 mit Lebensmitteln, Medikamenten, Baumaterial und Kohle versorgten.

Zu dieser Zeit blockierten die sowjetischen Besatzer die Versorgung West-Berlins als Reaktion auf die Währungsreform. Sie sperrten die Landverbindungen - aber die den Alliierten vertraglich zugesicherte freie Nutzung der Luftkorridore konnten sie nicht verhindern.

Anfangs ging man von 750 Tonnen Fracht pro Tag aus, Ende Juli erreichten allerdings schon 2.000 Tonnen täglich die Stadt. Insgesamt flogen die Alliierten 2,11 Millionen Tonnen Fracht nach Berlin, davon ungefähr 1,44 Millionen Tonnen Kohle und eine halbe Million Tonnen Lebensmittel.

Ein ausgeklügeltes System ermöglichte den Transport dieser enormen Mengen: Alle drei Minuten landete ein Flugzeug. Damit das gelang, wurden die Korridore als "Einbahnstraßen" genutzt; im nördlichen und im südlichen Korridor liefen die Hinflüge ab, im mittleren die Rückflüge.

Innerhalb der Korridore flogen die Flugzeuge in fünf Ebenen. Jeder Pilot hatte nur einen Landeversuch. Misslang der, musste er mit der gesamten Ladung wieder zurückfliegen. Die Blockade wurde aufgehoben, als die Sowjets erkannten, dass die Luftbrücke die Versorgung West-Berlins sicherte.