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Zeit

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Arbeitsdruck und Freizeitstress
Die Gestaltung der Arbeitszeit hat sich historisch in drei Phasen entwickelt. Während man Zeit in der vorindustriellen Agrar- und Handwerksgesellschaft an zyklischen, immer wiederkehrenden Phänomenen maß, wurde sie in der Industriegesellschaft zur rationell messbaren, ökonomischen Ressource.

Normalarbeitstag
und Normalarbeitswoche bildeten sich heraus, mit fester Stundenanzahl und einer Polarisierung von Arbeitszeit und Freizeit. Im 20. Jahrhundert kam es zur Verkürzung der Arbeitszeiten, gleichzeitig aber auch zur Intensivierung der Arbeitsrhythmen.

Kapitalinvestitionen erhielten mehr Gewicht gegenüber menschlicher Arbeit. Zur Rentabilisierung der Investitionen wurden die Funktionszeiten der Produktionsanlagen ausgeweitet - Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit waren die Folge.

Im letzten Jahrzehnt wurde die Tendenz zur Auflösung der herkömmlichen Zeitstruktur und zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten besonders deutlich. Der gesellschaftliche Zeitrhythmus verändert sich gravierend - mit erheblichen Folgen für den einzelnen Arbeitnehmer.

Unter dem Motto "Zeit ist Geld" kommt es nun in der postindustriellen Gesellschaft zur Fragmentierung der Zeit und zur zeitlichen Entgrenzung der Arbeit. Die zunehmende Liberalisierung ist verbunden mit einem wachsenden wirtschaftlichen Druck - für den Arbeitnehmer.

Dabei kommt der Druck, mehr und schneller zu arbeiten, nicht mehr so oft von außen; der Arbeitnehmer macht ihn sich selbst. Arbeit ist lebensnotwendiges Element des Alltags, wird sogar zu dessen Rhythmusgeber - wobei die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit mehr und mehr verschwimmt.