Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Planwirtschaft

Infobox

Ostdeutsche Schwierigkeiten
Unwirtschaftlicher Verzicht auf nationale und internationale Arbeitsteilung, veraltete Maschinen und Anlagen, ein unsinniges Lohnsystem - auch solche Dinge brachen der DDR das Genick. Typisch für viele DDR-Betriebe war ihre hohe Fertigungstiefe: Man wollte möglichst unabhängig von Zulieferern sein, um Engpässen zu entgehen. Enorme Investitionen flossen in aufwendige, aber wenig effektive Industriezweige. Der Aufbau einer eigenen Mikroelektronik kostete Milliarden. Das Geld fehlte an anderer Stelle: 1988 betrug die durchschnittliche Nutzungsdauer des Kapitalstocks 26 Jahre.

Das Lohnsystem zerstörte Motivationen, verbunden mit oft sinnlosem Arbeitskräfte-Einsatz. Nur geringfügig lag zum Beispiel das durchschnittliche Gehalt eines Mitarbeiters mit Hochschul-Abschluss über dem eines Meisters. Leistung lohnte sich nicht. Stattdessen grassierte in den Betrieben eine verdeckte Arbeitslosigkeit. Die Planwirtschaft erlaubte kaum Flexibilität, auch nicht auf dem internationalen Markt: So war die Erhöhung der Erdöl- und Erdgaspreise im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe  des Ostblocks während der 1980er Jahre ein Schlag, den die DDR niemals wirklich verkraften konnte.