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Telefon

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Johann Philipp Reis (1834-1875)
Der hessische Bäckersohn Reis gilt als wichtigster Wegbereiter des Telefons: Ihm gelang es als Erstem, Töne über elektrische Leitungen zu übertragen.
 
Reis' Eltern starben früh: Mit neun Jahren war der kleine Johann Waise und wuchs in einfachen Verhältnissen bei seiner Großmutter auf. Neben einer kaufmännischen Ausbildung bei einem Farbwarenhandel in Frankfurt betrieb Reis naturwissenschaftliche Studien.

1858 erhielt der Tüftler überraschend eine Anstellung als Lehrer für Französisch, Physik, Mathematik und Chemie an einem Knabeninstitut im hessischen Friedrichsdorf.

Während seiner Freizeit experimentierte Reis in einer Scheune. Nebenbei erfand er das Veloziped - eine frühe Form des Fahrrads - und machte Experimente zur Nutzung der Sonnenenergie. Auch unsere modernen Inline-Skates haben wir Reis zu verdanken: Er erfand ihre Vorläufer, die Rollschlittschuhe.
 
Der Nachbau einer Ohrmuschel als Anschauungsmaterial für seine Schüler, in der ein Schweinedarm das Trommelfell nachbildete, inspirierte Reis schließlich zu seiner wichtigsten Erfindung - einer "Sprechmaschine", die er "Telephon" nannte.
 
Sein Telefon ließ Reis 1863 in größeren Mengen von einem Frankfurter Mechaniker herstellen und verkaufte es für 8 bis 12 Taler als wissenschaftliches Demonstrationsobjekt. In der Fachwelt machte Reis sich damit einen Namen.
 
Am 6. September des gleichen Jahres führte Reis seine Erfindung dem Kaiser Franz Josef von Österreich vor. Größerer finanzieller Nutzen blieb ihm zeitlebens verwehrt.

Bell lernte Reis' Modell noch als Schüler kennen und erahnte im Unterschied zu Reis das Potenzial. Heute wird Bell als Erfinder des Telefons angesehen.

Reis starb mit nur 40 Jahren 1875 an Tuberkulose und erlebte den Siegeszug des Telefons nicht mehr.

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Alexander Graham Bell (1847-1922)
Bells Werdegang unterscheidet sich deutlich vom Leben des Johann Philipp Reis, der wenig Unterstützung aus seinem Umfeld erfuhr: Mit zehn Jahren kam Bell an eine Privatschule in Edinburgh. Später studiert er Latein und Griechisch.

Mit siebzehn wird Bell Lehrer für Sprechtechnik und Musik in Elgin. Hier nahm er erste Studien zur Akustik auf. Schon sein Vater, ein Professor für Redekunst, hatte sich mit Sprechtechniken und phonetischen Schriftsystem beschäftigt. Schon bald folgte Bell seinem Vater nach London, wo er als dessen Assistent angestellt wurde.

Nach dem Tod seiner beiden Brüder an Tuberkulose siedelte die Familie 1870 nach Kanada um. 1973 gründete Bell eine Privatschule für Stimmphysiologie in Boston.
 
Neben seinem Beruf widmete er sich seiner Erfinderleidenschaft, in deren Mittelpunkt schon von Anfang an die Weiterentwicklung der Telefonie stand. Da Bell nur an Feierabenden und Sonntagen Gelegenheit hatte, daran zu arbeiten, stellte er den Ingenieur Thomas A. Watson ein.
 
1876 heiratete Bell die gehörlose Tochter seines Anwalts und Geschäftspartners Hubbard. Die Verbreitung der Telefonie machte ihn zu einem reichen Mann. Doch schon bald war Bell auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Die Prämie des Volta-Preises investierte er 1880 in die Gründung des Volta Laboratory in Washington D.C.

Dort entwickelte Bell mit seinem Team das Photophon, das eine Sprachübertragung durch Lichtstrahlen ermöglicht.

Zu den weiteren Erfindungen zählten ein Audiometer zur Messung der Hörstärke und die erste Wachswalze zur Schallaufzeichnung, die Edison bei der Entwicklung des Grammophons half. Später beschäftigte Bell sich mit dem Flugzeugbau. Er erfand beispielsweise das Querruder und einen Flugdrachen für eine Person.

Ende des 19. Jahrhunderts gab es in den USA 232.140 Telefonanschlüsse, die über 856.933 Kilometer Draht miteinander verbunden waren.

Als Alexander Graham Bell am 1. August 1922 starb, ruhte in den USA für eine Minute der gesamte Telefonverkehr. Heute gilt er - vor allem in den USA - als der Erfinder des Telefons.