Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Traditionsunternehmen

Infobox

Was ist ein Familienunternehmen?
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist der "Familienbetrieb" ein kleines Unternehmen, das ausschließlich einer Familie gehört und in dem, neben wenigen Angestellten, vor allem Familienmitglieder beschäftigt sind. Aber auch Unternehmen, die sich teilweise im Besitz Dritter befinden, können als Familienunternehmen bezeichnet werden, sofern die Familie die Mehrheit der Unternehmensanteile hält.

Die Einordnung als Familienunternehmen ist unabhängig von der Größe (gemessen am Umsatz oder der Zahl der Beschäftigten) oder der Rechtsform des Betriebes. Neben dem überwiegenden Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen zählen hierzulande auch einige große Konzerne und sogar Aktiengesellschaften zu den Familienunternehmen. In Deutschland sind Familienunternehmen besonders häufig im Handel (27 Prozent), im Dienstleistungs- (23 Prozent) sowie im Bausektor (15 Prozent) vertreten.

Charakteristisch für Familienunternehmen ist, dass Mitglieder der Familie an der Geschäftsführung beteiligt sind und das Ziel verfolgen, das Unternehmen in der Familie zu halten und an nachfolgende Generationen zu übergeben. In ihren Strategien und ihrem Finanzierungsverhalten unterscheiden sich Familienunternehmen daher oftmals von Nicht-Familienunternehmen. So wollen sie weitestgehend unabhängig bleiben von externen Kapitalgebern, scheuen vor allem die Beteiligung externer Eigenkapitalgeber.

Familienunternehmen sind bestrebt, das Eigenkapital möglichst in der Familie zu halten und tendieren dazu, Gewinne nicht auszuschütten, sondern wieder im Unternehmen zu investieren. Ihre langfristig orientierte Unternehmensstrategie macht sie im Vergleich zu börsennotierten Unternehmen unempfindlicher gegenüber wirtschaftlichen Krisen.